On Monday, October 05, 2015 8:31 PM, Ute Scheub ([email protected]) wrote:

Regenerative Agrikultur 

Die Lösung der Klimakrise liegt uns zu Füßen

"Bringt den Kohlenstoff zurück in die Erde!" Das ist das Motto der sogenannten 
regenerativen Agrikultur. Dieser neue Begriff kommt aus den USA, in Europa ist 
er noch weitgehend unbekannt. Die Grundidee: Beim Aufbau humusreicher Böden 
kann Kohlenstoff langfristig unterirdisch gebunden werden, also dort, wo er in 
Form von Fossilenergien und Kohlendioxid in die Atmosphäre ging. Böden sind 
global gesehen der größte Speicher für CO2, größer noch als Ozeane und Wälder. 
Theoretisch könnten die weltweiten Agrarflächen jährlich mehr CO2-Emissionen 
unschädlich machen, als weltweit ausgestoßen werden.

Darauf wies auch der Agrarwissenschaftler Timothy LaSalle vor Kurzem bei einem 
Vortrag in Berlin hin. Der Direktor des renommierten Rodale Institute in 
Pennsylvania, der nunmehr vor allem in Afrika forscht und arbeitet, hat das 
Konzept des regenerativen Landbaus maßgeblich mitgeprägt. Es gebe eine Methode 
für planetarisches "Geo-Engineering", die billig und überall anwendbar sei, so 
LaSalle, das sei die Photosynthese. Sie bringe Kohlenstoff in die ausgelaugte 
Erde zurück, wo er eine zentrale Rolle für Humusbildung und Förderung des 
Bodenlebens einschließlich Mykorrhizapilzen und Bakterien spiele. Zudem könne 
man damit die Artenvielfalt erhöhen, gesunde Lebensmittel produzieren, Hunger 
bekämpfen und die Wasserhaltefähigkeit der Böden verbessern.

Regenerative Landwirtschaft sei mehr als "Bio", führte er weiter aus. 
Pflugloser Anbau, Mulchen mit Zwischenfrüchten, Kompostwirtschaft, Misch- statt 
Monokulturen, all das gehört dazu. Und vor allem auch eine kluge 
Bewirtschaftung von Weidegründen, in die stickstoffbindende Leguminosen, 
Phacelea oder Sonnenblumen eingesät werden. Denn Gräser könnten mit ihrem 
gewaltigen unterirdischen Wurzelwerk gigantische Mengen Kohlenstoff bis zu vier 
Meter hinab in die Erde bringen.

Pioniere wie die Soil Carbon Cowboys probieren die neuen Methoden in den USA 
derzeit mit großem Erfolg aus und schwärmen in einem Film [1] auf Vimeo, dass 
ihre Böden, Tiere und Pflanzen damit gesünder werden und sie selbst jede Menge 
Zeit und Geld sparen.

In einem White Paper [2] führt Jack Wittrege die Potenziale der regenerativen 
Landwirtschaft in allgemeinverständlicher Form aus. Titel: "Soil Carbon 
Restoration: Can Biology do the Job?" Jeder und jede kann dabei mitmachen und 
eigenhändig Böden wiederaufbauen, unter anderem mit pflanzenkohlebehandelten 
Küchenabfällen und der Terra-preta-Technik.

Ronnie Cummins vom US-Verband Organic Consumers Association schwärmte denn auch 
jüngst in einem Artikel [3] für die Online-Zeitung Truthout von der 
"Regenerativen Revolution", weil sie die Boden-, Nahrungs- und Gesundheitskrise 
gleichzeitig lösen könne. Wenn man das globale Ziel anstrebe, die Erderwärmung 
unter zwei Grad plus halten zu wollen, dann müsse man jährlich global 
mindestens 0,4 Prozent des atmosphärischen Kohlenstoffes in die Erde 
zurückbringen. Und das sei auf diesem Wege erreichbar, zumal man damit 
"Hunderte von Millionen ländlicher (und urbaner) Jobs" schaffen könne.

Dafür sei es nötig, eine weltweite Koalition von Nahrungs-, Wald- und 
Klimabewegungen zusammenzubringen, eine "massive Graswurzelarmee von 
Erd-Regenerierenden: drei Milliarden Kleinbauern und Dorfbewohnerinnen, 
Rancher, Hirten, Waldbewohnerinnen, Stadtgärtner und indigene Gemeinden - 
assistiert von mehreren Milliarden bewussten Konsumenten und urbanen 
Aktivistinnen." Auch der Papst mit seiner Umwelt-Enzyklika "Laudato Si" wird 
sich hier sicherlich gern einreihen.

[1] http://carbonnationmovie.com/about/clips/225
[2] http://www.nofamass.org/sites/default/files/2015_White_Paper_web.pdf
[3] http://www.truth-out.org/opinion/item/32462



On Thursday, August 27, 2015 11:17 PM, Greenhouse Infopool 
[mailto:[email protected]] wrote:

-----Original Message-----
From: Benedikt Haerlin [mailto:[email protected]] 
Sent: Thursday, August 27, 2015 12:57 PM
To: [email protected]
Subject: Termin: Tim LaSalle - regenerative agriculture - Mo 7.9. 19h Nabu

Herzliche Einladung mit der Bitte um weitere Verbreitung. 

Beste Grüße! 
Benny Haerlin

Zukunftsstiftung Landwirschaft / Foundation on Future Farming
Marienstr. 19-20, D-10117 Berlin, Germany, Tel +49 30 27590309 
mobile +49 173 9997555, [email protected], www.zs-l.de 

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Erstmals in Deutschland - Timothy LaSalle präsentiert und diskutiert

Regenerative Landwirtschaft - liegt die Lösung der Klima-Krise unter unseren 
Füßen?

Montag, 7. September, 19:00 Uhr Charitéstr. 3, 10117 Berlin (Nabu, großer Saal)

"Put the carbon back in the soil!" - "Packt den Kohlenstoff zurück in die 
Erde!" ist das Motto der regenerativen Landwirtschaft. In den USA ist sie seit 
Jahren ein stehender Begriff, in Deutschland noch eher Fremdwort. Es geht um 
eine Landwirtschaft, die mehr Kohlenstoff in den Boden aufnimmt als 
Kohlendioxid ausstößt. Theoretisch könnten die landwirtschaftlichen Flächen der 
Erde jährlich mehr Kohlenstoff binden als weltweit von Menschen ausgestoßen 
wird. Freilich muss der Kohlenstoff auch dauerhaft im Boden verbleiben. Dies 
gelingt nur mit Methoden des Ökolandbaus, so das Ergebnis zahlreicher 
Forschungsprojekte am renommierten US-amerikanischen Rodale Institute in den 
USA, Thailand, Ägypten, Iran und Costa Rica. 

Timothy J. LaSalle hat als Direktor des Rodale Institute das Konzept der 
regenerativen biologischen Landwirtschaft maßgeblich geprägt. Danach arbeitete 
er über Jahre mit Howard Buffet in Afrika an der Umsetzung. "Wir werden das 
Problem des Klimawandels ohne den Boden und seine Kohlespeicherfähigkeit durch 
Humusaufbau nicht in den Griff bekommen", sagt LaSalle heute. Er warnt vor 
allzu einfachen Konzepten der sogenannten "klimasmarten Landwirtschaft", stellt 
aber auch klar: "Biologische Landwirtschaft alleine ist auch noch nicht die 
Lösung".

Am Montag, dem 7. September präsentiert Tim LaSalle um 19 Uhr in der 
Bundesgeschäftsstelle des NABU (großer Saal) Konzept und Forschungsstand der 
regenerativen biologischen Landwirtschaft und ihre Bedeutung für die 
Klimaverhandlungen in Paris. Im Anschluss stellt er sich einer hoffentlich 
lebhaften Debatte. Zu dieser Präsentation und Diskussion laden die 
Zukunftsstiftung Landwirtschaft, der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft 
und Greenpeace alle Interessierten herzlich ein. Der Vortrag wird auf Englisch 
gehalten, Flüsterübersetzung ist möglich. 

Timothy LaSalle ist den ganzen Montag und Dienstag (7/8.9.) in Berlin.

Hintergrundinformationen: 

Rodale Institute, Regenerative Organic Agriculture and Climate Change
www.rodaleinstitute.org/regenerative-organic-agriculture-and-climate-change 

Einführung in das Thema für Laien: Soil carbon restoration - can biology do the 
job?
www.nofamass.org/sites/default/files/2015_White_Paper_web.pdf

About Timothy J. LaSalle, Ph.D. 

Dr. Timothy J. LaSalle is one of the most sought-after speakers on regenerative 
organic farming today. Tim LaSalle championed his science-based hope for a 
regenerative food system that will mitigate climate change by sequestering 100% 
of the current emissions as well as provide the only real sustainable method to 
feeding a growing world population. 

While serving as a professor at California Polytechnic State University, he 
also started and operated his own dairy farm and became involved with the 
California Agricultural Leadership Program. LaSalle soon became its CEO, where 
he arranged educational leadership programs in more than 80 countries with 
heads of state, ministers, community leaders.

LaSalle previously served as the first CEO of Rodale Institute, Executive 
Director of the Northwest Earth Institute an international organization 
dedicated to grassroots movements, Executive Director of the Allan Savory 
Center for Holistic Management, an international non-profit who mission is to 
restore and regenerate deteriorating landscapes, and he was consultant, 
advisor, and research coordinator for the Howard Buffett Foundation in Africa 
on soils and food security for smallholder farmers. 




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