NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 26/17 | 6. MÄRZ 2017

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Umwelt/Agrar/EU

NABU zum Agrarminister-Treffen: Gescheiterte Politik nicht schönreden

Tschimpke: Zukunft der Landwirtschaft muss ressortübergreifend
entschieden werden

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Berlin/Brüssel – Anlässlich des heutigen Ministertreffens zur Zukunft
der EU-Agrarpolitik in Brüssel fordert der NABU
Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und seine EU-Kollegen auf, nicht
länger eine gescheiterte und schädliche Politik zu verteidigen.
Stattdessen müsse der Weg frei gemacht werden für umfassende Reformen.
Außerdem sollten auch die Umweltminister auf Augenhöhe mitentscheiden
können. 

 

„Jahrzehntelang haben vor allem die Landwirtschaftsminister und der
Agrarausschuss im EU-Parlament unter sich ausgemacht, wie die
milliardenschweren Subventionen verteilt werden und welche Art der
Lebensmittelerzeugung ökonomisch lukrativ ist. Dabei ist die Zukunft der
Landwirtschaft eine Überlebensfrage für die ganze Gesellschaft und muss
breit diskutiert werden“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Über die
Gemeinsame Agrarpolitik nach 2020 müsse der Umweltministerrat
gleichberechtigt mitentscheiden dürfen, ebenso wie die für
Verbraucherschutz, Gesundheit und Entwicklungszusammenarbeit zuständigen
Minister, so Tschimpke. 

 

Die Folgen der bislang stark lobbygeleiteten Förderpolitik bekämen
Landwirte und Natur jeden Tag schmerzlich zu spüren. „Die ländlichen
Räume bluten aus, wenn die Bäuerinnen und Bauern gezwungen sind,
immer mehr aus ihrem Boden herauszuholen. Ein naturverträglicher Anbau
wird kaum belohnt. Ehemals häufige Tier- und Pflanzenarten wie Rebhuhn,
Feldlerche oder Kornblume verschwinden in rasantem Tempo, Grundwasser
und Klima werden belastet“, so Tschimpke. 

 

Der NABU begrüßt, dass sich jetzt, zur neuen Reformrunde der
Agrarpolitik, ein breites gesellschaftliches Bündnis formiert. Zum
heutigen Ministertreffen riefen mehr als 150 zivilgesellschaftliche
Organisationen aus den Bereichen Ernährung, Entwicklung, Tierschutz und
Umwelt die Agrarminister gemeinsam dazu auf, die Landwirtschafts- und
Ernährungspolitik der EU künftig deutlich gerechter, nachhaltiger und
gesünder zu gestalten. 

 

„Die Frage nach der Zukunft der Ernährung geht uns alle an. Wenn
Landwirtschaftsminister Schmidt sein Credo von der ‚Landwirtschaft in
der Mitte der Gesellschaft‘ ernst meint, sollten auch andere Ressorts
mitentscheiden dürfen, wie die Steuergelder in Milliardenhöhe verteilt
werden. Das gilt insbesondere für die Umweltminister. Denn sie müssen am
Ende reparieren, was die hoch-intensivierte Agrarindustrie an unseren
Lebensgrundlagen ruiniert“, so Tschimpke. 

 

Fördergelder sollten nach Ansicht des NABU künftig an die Erbringung
konkreter gesellschaftlicher Leistungen gekoppelt werden, beispielsweise
für den Umweltschutz. Dagegen müsse Schluss sein mit der Verteilung von
Steuergeldern per Gießkannen-Prinzip.

 

Appell von mehr als 150 zivilgesellschaftlichen Organisationen zur
Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik „Gute Lebensmittel, gute
Landwirtschaft – Jetzt!“: 
www.NABU.de/downloads/Good-Food-Good-Farming-DE.pdf
( http://www.nabu.de/downloads/Good-Food-Good-Farming-DE.pdf) 

 

NABU-Studie zur Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik:

www.NABU.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/agrarreform2021/index.html
(
http://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/agrarreform2021/index.html)


 

Kostenfreie Pressebilder zur Landwirtschaft:

www.NABU.de/presse/pressebilder/index.html#Landwirtschaft
( http://www.nabu.de/presse/pressebilder/index.html#Landwirtschaft)  

 

NABU-Umfrage zur Zukunft der Landwirtschaft:

www.NABU.de/presse/pressemitteilungen/index.php?popup=true&show=19572&db=presseservice
(
http://www.nabu.de/presse/pressemitteilungen/index.php?popup=true&show=19572&db=presseservice)


 


Für Rückfragen:
Angelika Lischka, NABU-Referentin Landwirtschaft und Naturschutz, Tel.
030-284984-1627, E-Mail: [email protected] 
 
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