Oliver Moldenhauer, von der attac wissenallmende, hat die Content-Flatrate einmal mit der Tobin-Tax verglichen, und das scheint mir ein etwas zynischer, aber durchaus zutreffender Vergleich zu sein. Die Tobin-Tax (Steuer auf Kapitalmarkttranskationen, um die Spekulation einzudämmen, von Tobin selbst später nicht mehr untersützt) ist realistisch wohl kaum durchsetzbar. Nicht nur, weil der politische Wille fehlt, sondern weil die praktischen Fragen, wie so etwas zu administrieren wäre, sehr, sehr kompliziert sind, angefangen bei der Frage, wer das Geld verwalten soll, die UN, die US Regierung, die EU? Dennoch hat sie in der Diskussion einen Wert, nähmlich den eines Platzhalters, um dem tödlichen Argument zu begegnen, es gäbe keine Alternativen.
Ähnlich sieht er es auch mit der Content-Flatrate. Das ist realitisch kaum durchzusetzen, und wirft in der Umsetzung eine Reihe von sehr schwierigen Fragen auf. Diejenige nach der Trennung der Formate ist nur eine. Dennoch ist ein sie gutes Argument, um wenigsten anzudeuten, dass es Möglichkeiten geben kann, dass KünstlerInnen und andere kreative ProduzentInnen aus ihrer Arbeit ein Einkommmen beziehen können, das in irgendeiner relation zur Nutzun ihrer Werke steht. Ohne dass das bedeutet, dass sie durch immer drakonischer Gesetze und Technologien eben diese Nutzung bis ins kleinste Detail kontrollieren müssen. Felix On Wednesday, 26. April 2006 12:17, Andreas Lange wrote: > Florian Cramer schrieb: > > Am Dienstag, 25. April 2006 um 13:51:17 Uhr (+0200) schrieb Till Nikolaus > > von Heiseler: > > Denn der "Content-Flatrate" liegt eine > > > obsolete Form-/Inhalt-Unterscheidung und künstliche Differenzierung von > > Datentypen zugrunde, nach der z.B. Musik und Filme als > > Flatrate-besteuerter "Content" gelten, Computersoftware einschließlich > > Spielen aber nicht. > > ist das denn ein grundsaetzliches problem? oder lassen sich nicht z.b. > spiele einfach per definition in die content flatrate mit einbeziehen? > > andreas -- ----http://felix.openflows.org------------------------------ out now: *|Manuel Castells and the Theory of the Network Society. Polity, 2006 *|Open Cultures and the Nature of Networks. Ed. Futura/Revolver, 2005 -- rohrpost - deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze Archiv: http://www.nettime.org/rohrpost http://post.openoffice.de/pipermail/rohrpost/ Ent/Subskribieren: http://post.openoffice.de/cgi-bin/mailman/listinfo/rohrpost/
