Montag, 6. Dezember, 19.00
Die politische Differenz
Buchbesprechung

Kaum ein Begriff wird derzeit heftiger diskutiert als der des Politischen. Oliver Marchart analysiert in seinem neuen Buch die Schriften der Denker des Politischen Jean-Luc Nancy, Claude Lefort, Alain Badiou, Ernesto Laclau und Giorgio Agamben, verortet sie im Linksheideggerianismus und bezieht sie auf den systematischen Horizont eines Denkens ohne Letztbegründungen. In diesem Horizont zeigen sich die philosophischen, politischen und ethischen Implikationen eines Denkens der politischen Differenz: die heutige Rolle politischer Ontologie, die Möglichkeiten einer ?minimalen Politik? und eine demokratische Ethik der Selbstentfremdung.

Oliver Marchart, Autor, Philosoph, Universität Luzern
Respondenz: Boris Buden, Philosoph, Berlin
Ruth Sonderegger, Philosophin

Oliver Marchart: Die politische Differenz ? Zum Denken des Politischen bei Nancy, Lefort, Badiou, Laclau und Agamben. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2010




Dienstag, 7. Dezember, 19.00
Kilometer 11
Filmvorführung und Gespräch

Svay Pak, auch bekannt als K 11, ein Rotlichtviertel 11 Kilometer nördlich von Phnom Penh gelegen, erlangte weltweit traurige Bekanntheit als Reiseziel für Sextouristen. Nach massivem internationalen Druck auf die kambodschanische Regierung wurde Svay Pak 2005 offiziell geschlossen. Seither hat sich das Geschäft lediglich in die Hinterhöfe verlegt. Puja Khoschsorurs verstörende Bild-Ton-Kollage aus den unverblümten Erzählungen eines Schweizer Sextouristen gibt einen seltenen und drastischen Einblick in die Welt der Kinder- Prostitution aus der Sicht eines Täters.

Puja Khoschsorur, Filmemacher, Le Donja ? Verein zur Förderung der Menschenrechte
Karl Schönswetter, Das Bündnis, Projekt Bilderstreifen

K 11 ? Confessions of a Sex Tourist (A 2009). Regie: Puja Khoschsorur. 39 min, directors cut, OmeU



Donnerstag, 9. Dezember, 19.00
Bildung im Kontext des ökonomischen Wandels
Vortrag

Der weltweite wirtschaftliche Strukturwandel seit den 1970er Jahren impliziert die Privatisierung jener Ressourcen, welche bislang als Gemeinwohl und als nicht verkäuflich galten: Gene und Zellen, Wasser und Luft, Kultur und Bildung. Die ökonomische Leitidee von Bildung als Humankapital und die Erschließung des Bildungsbereichs als lukrativem Zukunftsmarkt verändert auch die Institutionen der Wissensvermittlung. Staatliche Schulen und Hochschulen sollen sich dem Wett bewerb stellen und sich zur Wirtschaft hin öffnen. Doch sind public-private-partnerships im Bildungsbereich tatsächlich eine win-win-Situation? Oder verstärken sie vielmehr den Trend zur Durchsetzung von Partikularinteressen?

Andrea Liesner, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Universität Hamburg

In Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste Wien

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Depot
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