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|||  MITTEILUNG
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|||  IG Kultur Österreich
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|||  Kulturrisse 04/10
|||  „Antimuslimischer Rassismus: Konjunkturen und Aktualitäten“
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Europaweit stellten 2010 Parteien der extremen Rechten unter Beweis, dass mit antimuslimischem Rassismus Wahlen zu gewinnen sind. Doch auch in der viel bemühten „Mitte der Gesellschaft“ ist das Phänomen längst angekommen. Die Kulturrisse nehmen diese Entwicklungen zum Anlass, um den letzten Heftschwerpunkt des Jahres dem Thema zu widmen. Ilka Eickhof führt einleitend aus, inwiefern wir gegenwärtig mit der Konjunktur einer spezifisch auf MuslimInnen bezogenen Form des Rassismus konfrontiert sind und was der Begriff des „antimuslimischen Rassismus“ taugt, um dieses Phänomen zu erfassen. Vassilis Tsianos konstatiert ausgehend von einer Auseinandersetzung mit Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ eine aktuell sich vollziehende Transformation des Rassismus in Richtung eines „postliberalen Rassismus“. Stefanie Mayer beschäftigt sich auf der Basis feministischer Debatten mit den Ambivalenzen eines Engagements gegen antimuslimischen Rassismus und plädiert dafür, diese nicht im Sinne schlichter „Entweder-oder“- Logiken aufzulösen. Fanny Müller-Uri und Ljubomir Bratic setzen sich im zweiten Teil des Heftschwerpunkts mit Entwicklungen im Bereich des antimuslimischen Rassismus in Österreich auseinander: Müller-Uri gibt einen Überblick über die geschichtlichen Wandlungsprozesse, Bratic fokussiert anhand einer Auseinandersetzung mit aktuellen Wahlkampfstrategien der FPÖ auf derzeitige Erscheinungsformen. In den beiden den Schwerpunkt abrundenden Artikeln werden Entwicklungen des antimuslimischen Rassismus in anderen EU-Staaten beleuchtet. Die Gruppe Soziale Kämpfe aus Berlin analysiert, wie vor dem Hintergrund der aktuellen Krise und ihrer staatlichen Bearbeitungsformen in Deutschland die Kulturalisierung v. a. sozialer Ungleichheiten qua antimuslimischem Rassismus vorangetrieben wird. Evgenia Ivanova schließlich untersucht, welche Rolle der antimuslimische Rassismus gegenwärtig in den Beziehungsdynamiken zwischen Mehrheitsbevölkerung und muslimischer Minderheit in Bulgarien spielt. Antimuslimischer Rassismus ist, wie die Beiträge dieser Ausgabe deutlich machen, ein ideologisches Projekt, in das ganz unterschiedliche gesellschaftliche AkteurInnen mit zum Teil widersprüchlichen Motivationen involviert sind. Diese Widersprüche, aber auch jene innerhalb der sich formierenden Protestbündnisse sind wohl zentrale Gründe dafür, warum die Formulierung politisch- antirassistischer Positionen gegen antimuslimischen Rassismus nach wie vor schwer fällt. An der folgenden Notwendigkeit führt jedoch kein Weg vorbei: dass nämlich Rassismus in all seinen Erscheinungsformen zu bekämpfen ist – und dass mithin auch jede wirklich kritische Auseinandersetzung mit reaktionären politischen Positionen oder sozialen Praktiken, die sich auf „den Islam“ berufen mögen, zur unumgehbaren Voraussetzung hat, dass sie sich anderer als rassistischer Kategorien bedient.


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|||  Kulturrisse 04/10
|||  „Antimuslimischer Rassismus: Konjunkturen und Aktualitäten“
|||  Einzelpreis: 6,00
||| Jahresabo: 22,00 StudentInnenabo: 17,00 (erscheint mind. 4x im Jahr)

||| Die Ausgabe ist auch in folgenden Buchhandlungen erhältlich:
||| In Wien: a.punkt, Anna Jeller, Leporello, Phil, Walther König (MQ), Winter
||| In Linz: Lentos Shop
||| In Berlin: b_books, Pro qm

 

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