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== Offener Brief an das Burgtheater
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== In Solidarität mit der mutigen Protestrede eines Billeteurs:
== Wie steht das Burgtheater zu den Arbeitsbedingungen im eigenen Haus  
und zu den Machenschaften des beauftragten Unternehmens G4S?
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Sehr geehrter Herr Direktor Hartmann,
sehr geehrte Damen und Herren!


Ein Mitarbeiter Ihres Hauses hat vor wenigen Tagen in einer  
Protestrede auf Missstände beim Sicherheitsdienstleister und  
Outsourcing-Spezialisten G4S (Group 4 Securicor) hingewiesen und  
darauf aufmerksam gemacht, dass alle seiner rund 400  
Platzdienst-Kolleg_innen der Bundestheater bei G4S beschäftigt sind.

Er hat das Burgtheater aufgefordert, sich den "ungerechten,  
hierarchischen und unsolidarischen Arbeitsbedingungen am eigenen  
Hause" zu stellen. Das Burgtheater möge sich gegen das Unternehmen G4S  
positionieren. Zu diesem mutigen öffentlichen Statement möchten wir  
Ihrem Mitarbeiter gratulieren! Und wir gratulieren dem Burgtheater,  
dass es Mitarbeiter_innen hat, die für ihre Überzeugungen und die  
Interessen auch vieler anderer in prekären Arbeits- und  
Lebensverhältnissen eintreten.

Umso irritierender ist es, dass das Burgtheater den ausgesprochenen  
Protest schlicht als Einzelposition abtut und die inhaltliche Kritik  
ignoriert. Die Protestrede liefert unzählige Gründe, sich von einem  
solchen Unternehmen umgehend zu distanzieren: Von den zahlreichen  
Streiks, in denen sich G4S-Mitarbeiter_innen gegen ihre Arbeitgeber_in  
zur Wehr setzen müssen bis hin zu einem anhängigen Gerichtsverfahren  
in England, weil G4S-Security-Mitarbeiter_innen bei einer Abschiebung  
so aggressiv vorgingen, dass der Angolaner Jimmy Mubenga an Luftmangel  
erstickte. Vom 68-Millionen-Euro-Vertrag zwischen Österreich und G4S,  
um in Vordernberg in der Steiermark ein Abschiebegefängnis zu  
unterhalten und zu leiten, bis hin zu unterschlagenen Überstunden im  
Wert von einer Million US-Dollar, die G4S seinen Mitarbeiter_innen in  
den USA erst zehn Jahre später nach entsprechendem gerichtlichem Druck  
auszahlte.

Ist es denn erstrebenswert, sich als Auftraggeberin eines bestimmten  
Unternehmens in eine Reihe mit beispielsweise Abschiebegefängnissen  
oder Atomkraftwerken zu stellen? Ist es verteidigenswert, wenn  
Arbeitnehmer_innen im Burgtheater bei einem Unternehmen beschäftigt  
sind, das weltweit für die Nichteinhaltung von arbeits- und  
sozialrechtlichen Standards bekannt ist? Wie steht das Burgtheater  
also zu den kritisierten Arbeitsbedingungen im eigenen Haus und  
darüber hinaus zu den Machenschaften des Unternehmens G4S?

Wir schließen uns dem Traum Ihres Billeteurs Christian D. an: "Wir  
träumen von einem Theater, das sich gegen die Abschiebung von Menschen  
wendet, die in anderen Teilen der Welt unterbezahlt und in Elend die  
Produkte unseres Wohlstands herstellen."


Mit freundlichen Grüßen,
IG BILDENDE KUNST


== Rede eines Billeteurs für das Burgtheater (12.10.2013)
http://burg4s.tumblr.com/post/63720088033/rede-eines-billeteurs-fur-das-burgtheater

== Ausführlichere Info, Video der Rede, Pressespiegel
http://burg4s.tumblr.com

== Kontakt Burgtheater
Information: [email protected]
Direktion:  
http://www.burgtheater.at/Content.Node2/home/service/kontakt/Kontaktformular-Direktion.at.php

== Österreich beginnt mit Privatisierung von Schubhaft
http://linksunten.indymedia.org/de/node/97448

== "Ein humanes Gefängnis ...
... gibt es nicht, wird es nie geben": In Vordernberg in der  
Steiermark entsteht ein neues Schubhaftzentrum und setzt neue  
Standards in der Normalisierung rassistischer Abschiebepolitiken
http://www.malmoe.org/artikel/regieren/2650


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