Es reicht nicht, dass man insgesamt siegreich aus der Diskussion
herausgeht, sondern dass keiner von der NPD hinterher ein positiveres
Bild hat als vorher. Das halte ich für schwer umsetzbar, die sind
schließlich auch rhetorisch geschult. Das hat nichts damit zu tun, dass
ich nicht entschieden genug gegen Rechtsextremismus einstünde - wir sind
bloß alle nur Menschen und eine Podiumsdiskussion kann sehr anders
verlaufen, als man sich das vorstellt. Normalerweise ist das nicht
weiter schlimm, bei Beteiligung der NPD in meinen Augen aber schon. Wenn
die sich nichts davon versprechen würden, sich in diesem Format an
Jugendliche zu wenden, würden sie schließlich auch nicht teilnehmen.
Das heißt nicht, dass ich nicht mit Rassisten diskutieren würde, um zu
versuchen, sie zu überzeugen. Aber nicht vor Publikum, nicht als
Schaukampf für die Zuschauer. Eine Podiumsdiskussion ist eine künstliche
Situation, wenn tatsächlich Politik gemacht wird, hat man Zugriff auf
Informationen, um Behauptungen zu belegen oder zu entkräften. Auf einer
Podiumsdiskussion gewinnt, wer sich besser darstellen kann.
Julia
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