Julia Reda schrieb:
> zwar liefert die Wahl durch Zustimmung den Wählern nicht die maximale
> Freiheit, ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen, dafür hat sie aber den
> großen Vorteil, solche Kandidaten zu unterstützen, die auf eine
> möglichst breite Unterstützerbasis bauen können. Nach dem System, das
> Yuri hier vorschlägt, oder mehr noch bei der Variante von Branleb, kann
> ein Kandidat, der von einer Minderheit ganz toll gefunden wird gegen
> einen gewinnen, mit dem eine Mehrheit gut leben kann.
Ich denke, das Problem, dass der Waehlerwillen oder auch nur die groesste
allgemeine Zustimmung nie 100%ig treffend vom Ergebnis abgedeckt wird, hat man
bei jedem Wahlsystem zu ein3em gewissen grad - allein schon dadurch, dass man
den gleichen Waehlerwunsch auf unterschiedliche Weisen in eine Stimmabgabe
transferieren kann.
So kann es m.E. durchaus auch sein, dass ein Kandidat mit insgesamt weniger
Zustimmung bei einer Wahl durch Zustimmung gewinnt; je nachdem, wie 'kritisch'
die Auswahl der Leute ausfaellt [bspw. wenn viele Unterstuetzer desjenigen, mit
dem sich die meisten anfreunden koennten, diesen nicht waehlten, um ihren
Erstpraeferierten nicht zu benachteiligen, aber alle Unterstuetzer eines
theoretisch weniger Unterstuetzung habenden diesen waehlen - etwas kompliziert
zu erkaleren, aber ich hoffe, es wird halbwegs klar, was gemeint ist].
> Ich finde die Wahl durch Zustimmung gerade deshalb gut, weil sie einen
> Anreiz schafft, sich zu überlegen, mit welchen Kandidaten man leben
> kann.
Muss man nicht bei beiden Wahlsystemen darueber nachdenken?
> Es hält einen ja niemand davon ab, erstmal nur den Favoriten zu
> wählen - wenn dann kein Kandidat auf 50 Prozent kommt, kann man im
> zweiten Wahlgang sein Wahlverhalten immer noch ändern.
Ja, aber dann koennte man gleich 'normal' waehlen und dann Stichwahlen machen.
Oder? ;)
> Bei den hier vorgeschlagenen Varianten ist es nicht besonders
> transparent, wie viele Mitglieder für welchen Kandidaten gestimmt haben
> - das finde ich aber durchaus eine wichtige Rückmeldung für den
> Kandidaten, um festzustellen, auf wie breite Unterstützung man bauen
> kann.
Wenn das gewuenscht ist, waere es ja durchaus auch moeglich, das ebenfalls zu
protokollieren. Das waere ja nicht schwer.
Letztendlich ist es sowieso eine Geschmacksfrage, aber das brauch ich euch ja
nicht erzaehlen. Kann jetzt nach der Beteiligung hier auch nicht so wirklich
einschaetzen, ob irgendwie Interesse an dem anderen System besteht - denn wenn
nicht, waere es ja sinnlos, dass auf der BMV ueberhaupt anzubringen.
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