Bei der Belegung einer Tastatur bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass man dafür NICHT ALLE Buchstabenfolgen betrachten und bewerten sollte, sondern nur die Buchstabenfolgen innerhalb einer Silbe.
Diese Ansicht beruht auf einer Untersuchung über die Steuerung der Sprachmotorik, die ich gelesen habe. Die Versuchspersonen haben Texte a) mit einem Stift auf Papier und b) mit einer Tastatur geschrieben. Der Ablauf der manuellen Bewegungen wurde elektronisch erfasst. In diesen Texten kamen beispielsweise die drei Wörter “Kind" - "Linde - "hindurch“ vor. Die Analyse ergab, dass unabhängig von der individuellen Schreibgeschwindigkeit und von der Schreibmethode (Bleistift/Tastatur) die Zeitabstände zwischen gleichen Buchstabenpaaren in den Texten nicht gleich war. Zum Beispiel: Der Zeitabstand zwischen den Buchstaben "n" und "d" war bei dem Wort "Kind" am kleinsten, bei "Linde" war er ca. 20 Prozent größer, und bei "hindurch" war er ungefähr doppelt so groß. Das Sprachzentrum im Gehirn steuert die Schreibbewegungen demnach nicht mit einer konstanten Buchstabengeschwindigkeit, sondern innerhalb einer Silbe schneller als an den Silbengrenzen. Bei einer Belegung kommt es demnach darauf an, dass die Buchstabenfolgen innerhalb einer Silbe griffgünstig liegen. An den Silbengrenzen spielt die Griffgünstigkeit eine geringere Rolle. Deshalb erscheint es mir sinnvoll, die Griffgünstigkeit anhand der tausend bis zehntausend häufigsten Wörter zu analysieren. Die Rangliste der häufigsten Wörter besteht überwiegend aus sehr kurzen Wörtern, bei denen die Buchstabenfolgen an den Silbengrenzen einen geringeren Anteil haben als bei einem Mix, der viele seltenere (und damit längere) Wörter enthält. Wahrscheinlich (?) genügen für eine ausreichend aussagefähige Analyse die tausend (?) häufigsten Wörter einer Sprache. Bei der Belegung der Tasten für eine Einhandtastatur habe ich insbesondere die Buchstabenfolgen beachtet, die an den Wortenden der flektierten Wörter auftreten. Diese Silben sind meistens unbetont, und sollten sich mit flotten Bewegungen anfügen lassen. Wolf-Heider Rein Am 31.05.2011 um 16:07 schrieb Arne Babenhauserheide: > On Tuesday 31 May 2011 11:40:08 Wolf Belschner wrote: >>> Für mich ist das extrem überraschend. Ich hätte bei AdnW eine viel >>> größere Regelmäßigkeit erwartet, erst recht nach den Lobliedern, die >>> manche AdnW- Nutzer darauf singen. >> >> Wenn ich genau darüber nachdenke finde ich es jetzt nicht so >> überraschend. Was mir bei AdNW schon auffällt ist, dass es trotz >> leichter Lernbarkeit relativ lange dauert, das Tippen wirklich rund zu >> kriegen, geschuldet der Tatsache, dass sich viele alltägliche Worte >> sozusagen hirnlos vollautomatisch tippen, dazwischen aber für >> speziellere Worte oft deutlich mehr Aufmerksamkeit aufgebracht werden >> muss. > > Dann passt das Ergebnis anscheinend doch… > > Das erklärt auch, warum AdnW bei mir nur so gut wie Dvorak abschneidet: > Seltene Worte werden vermutlich bei mir anders gewertet als bei Andreas. > > Wenn sie rausgerechnet werden, dürfte AdnW deutlich besser abschneiden, > allerdings halt nur für eine Teilmenge der Tipparbeit. > > Ein Grund dafür drfte sein, dass der Optimierer von AdnW bestimmte Bewegungen > als gut bewertet, die meiner als absolut grausig sieht (es gibt einige > Bigramme, die alleine schon Kosten von 4000 Strafpunkten einfahren, also 2000 > pro Zeichen, und es gibt auch ein paar ganz verbotene, die *richtig* weh tun… > > | Komplexere Wörter bereiten oft mehr Schwierigkeiten, wobei ich das nicht > mehr so empfinde, auch ‚Psychologie‘ lässt sich noch relativ gut bewältigen > aber es bremst etwas aus. > > Hundertprozentig lässt sich das nicht entfernen, aber ich hoffe, dass es sich > deutlich reduzieren lässt. > > Das Problem bei den Vergleichen ist das gleiche wie bei dem Vergleich Neo > gegen Qwertz: Das was man kennt, läuft gut. Wenn dich die Problemwörter bei > AdnW oft genug genervt haben, laufen sie automatisch und fallen nicht mehr > auf. Bei einer neuen Belegung gibt es immer Problemwörter, die du noch nicht > drin hast und die deswegen stören. > > -- > Konstruktive Kritik: > > - http://draketo.de/licht/krude-ideen/konstruktive-kritik >
