Matthias Homann schrieb:
> Hallo Gerhard, hallo Liste,
>
> ich hatte vor kurzem ein interessantes Gespraech mit jemandem,
> der einen Internet-Buchshop realisieren will. Eine Frage in dem
> Gespraech war, wie sich Buchlaeden gegenueber Firmen wie
> Amazon, BOL, etc. differenzieren koennten. 
>
> Gibt es ausser Nischen-Besetzung (z.B. Anbieten spezieller
> seltener Buchtitel) noch andere Moeglichkeiten als sich ueber
> Preis, Sortimentvielfalt und Lieferzeit zu differenzieren? 
> Ich glaube, dass da nicht mehr viel machbar ist, wenn z.B.
> Amazon Lieferzeiten von 2-3 Tagen hat.
>
> Was gibt es dann noch?
> - eine gut gestaltete, benutzerfreundliche Website, die mittels
>   Nutzerprofil-Analysen den Konsumenten Buecher vorschlaegt?
> - Anbieten von zusaetzlichen Produkten, wie z.B. CDs?
> - bessere Konsumentenhotline?
> - verstaerktes Werbung?
> - erhoehte Distribution mittels Affiliate-Programme oder
>   Kooperationen mit Portal-Sites, etc.

Es gibt noch eine ganze Menge. Schau Dir zum Beispiel mal die Buchshops an, die 
auf den ersten Pl�tzen bei der Bewertung von profnet.de gekommen sind. Auf Platz 
1 ist eine Leipziger Online-Buchhandlung, die den Markt der 
Universit�ts-Bibliotheken bedient und daf�r eine ganze Reihe von Services 
entwickelt hat, die die Arbeit dieser Zielgruppe erleichtern. Das ist zwar auch 
eine Nische, aber nicht von dem Inhalt der B�cher her definiert, sondern 
ausgehend von den Eigenheiten bzw. Anforderungen der besonderen Zielgruppe.

Einige Buchshops bieten eine Auslieferung per Fahrradkurier an (nat�rlich nur in 
ihrem Umfeld). Sie zielen damit wohl auf das �kologische Gewissen ihrer Kunden, 
au�erdem mag das eine preisg�nstige Auslieferungsform im Nahbereich sein.

Andere erweitern ihr Sortiment, z.B. artnet.com bietet neben Kunstb�chern 
Kunstdrucken und Originale vielf�ltige Informationen aus dem Kunstbereich. Wir 
machen das �hnlich mit einer Verbindung von Kunstb�chern und Kunstdrucken. 
Andere bieten Wein und B�cher �ber Wein usw. Ich kooperiere mit einem H�ndler 
f�r Motorradzubeh�r und wir bieten gemeinsam B�cher, Landkarten, 
Reparaturanleitungen, Comix und Kalender f�r Motorradfahrer an. Dann kooperiere 
ich mit einem Dessousladen. Ich mache f�r diesen Job Werbung. Sie f�hrt mir User 
zu, die B�cher �ber Dessous suchen.

Eine weitere Moeglichkeit koennte sein, mit solchen Verlagen zu kooperieren, 
denen es nicht gelingt, in die Kataloge der gro�en aufgenommen zu werden. Das 
wird vermutlich zwar daran liegen, da� sich deren Werke nicht besonders gut 
verkaufen, aber alles, was f�r die Gro�en zu klein ist, ist vielleicht f�r die 
Kleinen gerade richtig.

Noch nicht abgedeckt sind meines Wissens die Maerkte f�r ausl�ndische Literatur. 
Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass jemand - russische Buecher anbietet. 
Solche Nischen sind ideal f�rs Internet, weil offline das notwendige 
Einzugsgebiet f�r die wenigen Tausende oder Zehntausende potentieller Kunden zu 
gering ist. 

Eine weitere M�glichkeit w�re es "Verkaufsterminals" aufzustellen, also 
Online-Bestellm�glichkeiten in Universit�ten, Gastst�tten, Hotels, Bahnh�fen, 
Volkshochschulen, Reiseb�ros, Arztpraxen, Tankstellen. Bei Tankstellen wird, 
glaube ich, gelesen zu haben, so etwas bereits angedacht. 

Durchsetzen werden sich auch Newsletter, die �ber Buecher informieren, und bei 
denen man die angepriesenen B�cher sofort bestellen kann. Amazon.de u.a. bieten 
so etwas schon an. Einige bieten bereits an, f�r den Kunden Buecher zu suchen, 
also fuer all diejenigen, die zu bloed sind oder keine Zeit haben, Buecher 
selbst zu suchen.

Was es meines Wissens noch nicht gibt, sind "Online-Geschenktische". Das 
koennte so funktionieren: Man legt unter einem Benutzernamen (offen oder 
pa�wortgesch�tzt) eine Liste von Buechern an, die man sich gerne schenken lassen 
m�chte. Freunde oder Bekannte k�nnen sich diese Liste anschauen und per 
Mausklick das Buch als Geschenk verpackt oder auch nicht dem Benutzer 
oder sich selbst zusenden lassen. Rechnung an den Besteller. Die Geschenkliste 
wird nach der Bestellung aktualisiert, sodass kein Buch doppelt geschenkt wird. 
Wenn die Liste leer ist, wird der Benutzer gebeten, neue Buecher in die Liste 
aufzunehmen. Zusaetzlich koennte der Shop die Geschenktische auswerten und 
theamtisch passende weitere Buecher vorschlagen.

Der Benutzer kann natuerlich sich diese B�cher auch selbst kaufen, so da� diese 
Liste auch so eine Art Merkliste waere fuer Buecher, die man gern haette, sich 
aber nicht sofort bestellen moechte. So etwas �hnliches gibt es bereits bei 
Art.com als "My Gallery" (Kunstdrucke).

Die erfolgversprechendste Idee duerfte aber ein Partnerschaftsprogramm sein, bei 
dem die Partner auch bei zukuenftigen Umsaetzen der geworbenen Kunden 
verprovisioniert werden, nicht nur beim direkt vermittelten Kauf.
  
Mit freundlichem Gru�

Gerhard Schoolmann
[EMAIL PROTECTED]
http://www.abseits.de

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