----------------------------------------------------------
Visit Indonesia Daily News Online HomePage:
http://www.indo-news.com/
Please Visit Our Sponsor
http://www.indo-news.com/cgi-bin/ads1
-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0
Free Email @KotakPos.com
visit: http://my.kotakpos.com/
----------------------------------------------------------

                  Das Papua-Volk ist in Aufruhr

                  �ber die Unabh�ngigkeitsbewegung in Irian Jaya und
                  Menschenrechtsverletzungen der indonesischen Beh�rden

                  Am Wochenende besuchte der erste frei gew�hlte
                  indonesische Staatspr�sident Abdurrahman Wahid
                  Deutschland. Zwei Wochen wird er in Europa um
                  wirtschaftliche und politische Unterst�tzung werben.
                  Doch das Land der 15 000 Inseln ist in Aufruhr; es
                  halten sich hartn�ckig Putschger�chte. Zu den unruhigen
                  Provinzen geh�rt auch Irian Jaya (West-Papua).
                  Allerdings erf�hrt die �ffentlichkeit selten
                  Einzelheiten. Aus Jayapura, der Provinz-Hauptstadt,
                  brachte Dietrich Weinbrenner, Pfarrer der westf�lischen
                  Landeskirche, jetzt zwei besondere Dokumente der
                  Menschenrechtsinstitute ELSHAM und IHRSTAD mit, die
                  diese am 19. November der Presse �bergaben. Wir
                  dokumentieren die Texte (zum Teil mit Anmerkungen von
                  D. W.) gek�rzt.

                  Die Wurzeln des Problems (ELSHAM)

                  Die Hauptforderung der Papuas betrifft ihr Recht auf
                  Selbstbestimmung. Sie wird durch drei grundlegende
                  Faktoren begr�ndet:

                  1. Die internationale Gemeinschaft hat aus �konomischen
                  und politischen Gr�nden das Recht auf Selbstbestimmung
                  des Papua-Volkes missachtet. Die "freie Wahl" (im Jahr
                  1969, D. W.) war undemokratisch und ungerecht, sie hat
                  grundlegende Menschrechte verletzt. Der damalige
                  UN-Botschafter Ghanas, Herr Akwei, hat diesen
                  Volksentscheid in West-Papua eine "Vorspiegelung von
                  Demokratie und Gerechtigkeit" genannt.

                  2. Mehr als 30 Jahre Integration in Indonesien bedeuten
                  vielf�ltige Verst��e gegen Menschenrechte (Mord,
                  Vergewaltigungen, Folterungen) und soziale Umw�lzungen
                  (Enteignung von Land, Umweltzerst�rung, Vernichtung der
                  einheimischen Kulturen). Dies ist das Ergebnis des
                  Militarismus und der Entwicklungsstrategie, die
                  Transmigration, Abbau von Bodensch�tzen und Tropenholz
                  sowie den Tourismus einschlie�t.

                  3. Die Melanesier (als Nicht-Asiaten, D. W.) sind im
                  eigenen Land in eine Identit�tskrise geraten. Dies ist
                  das Ergebnis einer Regierungsstrategie, die Elemente
                  von V�lkermord beinhaltet, die rassistisch ist, die die
                  Kulturen missachtet.

                  Herausforderungen f�r den Kampf des Volkes

                  1. Der Graben zwischen Papuas und Nicht-Papuas ist das
                  Ergebnis der ungerechten Strategie der Regierung. Sie
                  f�hrt zu einer Identit�tskrise der Papuas als
                  Melanesier, die sich zu einer kritischen Situation
                  entwickeln kann, n�mlich zu einem horizontalen Konflikt
                  entlang ethnischer oder religi�ser Linien. Diese
                  Feindseligkeiten werden (international, D. W.) wenig
                  Sympathie und Unterst�tzung finden.

                  2. Der Kampf des Volkes f�r die L�sung dieser
                  grunds�tzlichen Probleme geschieht spontan, was fehlt,
                  ist eine Organisation, eine Vision, eine Strategie,
                  eine Formulierung von Zielen, eine Koordination der
                  verschiedenen Gruppen. Deshalb kann dieser Kampf leicht
                  manipuliert und anderen Interessen dienstbar gemacht
                  werden.

                  3. Es gibt auch eine F�hrungskrise. Es gibt keine klare
                  Struktur, die Vision ist undeutlich, ein strategisches
                  Ziel fehlt. Es gibt Einzelne, die f�r sich in Anspruch
                  nehmen, F�hrer oder Vertreter im Kampf des Papua-Volkes
                  zu sein, ohne in irgendeiner Weise demokratisch
                  legitimiert zu sein. Es gibt zwischen ihnen keine
                  Zusammenarbeit, lediglich immer wieder nichtssagende
                  pers�nliche Verlautbarungen ohne jede Vision, ohne den
                  Entwurf einer Idee, ohne die Entwicklung von Schritten
                  oder Zielen. (. . .)

                  Demgegen�ber ist bekannt, dass "Interventionen" der
                  Vereinten Nationen �berall auf der Welt (einschlie�lich
                  des Falles West-Papua) immer durch den Anspruch der
                  Staatssouver�nit�t zunichte gemacht worden sind oder
                  durch das (�konomische und politische) Interesse von
                  Staaten, die das Vetorecht aus�ben k�nnen oder bei den
                  Vereinten Nationen Einfluss haben.

                  Die Arroganz der Macht

                  Trotz der offensichtlichen schweren Probleme, die
                  West-Papua im Moment hat, bleibt die Regierung unt�tig.
                  Die Machthaber sind arrogant und wollen die Situation
                  nicht verstehen. Nach dem Treffen der 100
                  Repr�sentanten West-Papuas mit dem ehemaligen
                  Pr�sidenten B. J. Habibie am 26. Februar 1999 hat die
                  Regierung keinen einzigen Versuch unternommen, die
                  Gr�nde der Unabh�ngigkeitsforderung der Papuas zu
                  verstehen. Ganz im Gegenteil wurde am 17. April 1999
                  vom Polizeipr�sidenten ein Erlass ver�ffentlicht, der
                  die Verbreitung der Ergebnisse des Treffens mit dem
                  Pr�sidenten verbot.

                  Gleichzeitig wurden viele friedliche Demonstranten
                  verhaftet oder beschossen. Dass die Regierung die
                  Problematik nicht ernst nimmt, zeigt sich auch an ihrer
                  Entscheidung, West-Papua in drei Provinzen aufzuteilen
                  oder auch an ihrer Entscheidung, West-Papua eine
                  "spezielle Autonomie" zu gew�hren - und dies, ohne
                  einen Dialog mit dem Volk zu f�hren, ohne die Ursachen
                  der Probleme zu untersuchen, ohne einen friedlichen,
                  gerechten und demokratischen Weg zu suchen.

                  Im Blick auf die politische und soziale Entwicklung in
                  der Provinz West-Papua, die in der �ra nach Habibie
                  immer dr�ngender wird, halten wir es f�r n�tig, alle
                  Seiten nachdr�cklich aufzufordern, die Situation und
                  die Entwicklung aufmerksam zu beobachten, damit die
                  Menschenrechte garantiert werden, die im Leben des
                  Volkes und des Staates einen so hohen Stellenwert
                  haben.

                  Unsere Organisation tritt f�r die Menschenrechte ein,
                  insbesondere f�r das grundlegende Recht auf
                  Selbstbestimmung f�r alle Nationen der Erde, das
                  international anerkannt wird. Als solche treten wir f�r
                  einen demokratischen und gerechten Prozess einer
                  friedlichen L�sung ein, bei dem alle Seiten zu ihrem
                  Recht kommen.

                  - Wir rufen das ganze Volk, Papuas und Nicht-Papuas,
                  und die, die an der Macht sind, dazu auf,
                  Gewaltaktionen zu vermeiden, die allen Seiten schaden.

                  - Die Menschen sollen alle Informationen kritisch
                  beurteilen und sich nicht durch Ger�chte oder leere
                  Versprechungen verf�hren lassen, die behaupten, die
                  internationale Gemeinschaft (Vereinte Nationen oder
                  westliche Staaten) werde sofort eingreifen, wenn die
                  Flagge West-Papuas weht.

                  - Es sollen alle Aktionen vermieden werden, die Opfer
                  kosten, ebenso alle anarchistischen Aktivit�ten, die
                  horizontale Konflikte ausl�sen k�nnen (zwischen
                  Religionen, St�mmen, V�lkern oder Interessengruppen).
                  Alle Parteien, Pers�nlichkeiten, Kirchen,
                  Stammesgemeinschaften, (Nichtregierungs)organisationen,
                  Frauen, Jugendliche und die intellektuellen Papuas, sie
                  sollen eine gemeinsame Vision entwickeln und die
                  unterschiedlichen Interessen des Volkes in einer
                  weisen, ehrlichen und demokratischen Art
                  zusammenf�hren.

                  - Wir fordern alle Seiten dazu auf, sich nicht zu
                  gewaltsamen Aktionen verleiten zu lassen, die zu
                  Menschenrechtsverletzungen f�hren k�nnen. So kann ein
                  Klima entstehen, das eine umfassende L�sung des
                  West-Papua-Problems erm�glicht, die sich am Willen des
                  Volkes orientiert.

                  - Wir fordern die Regierung von Abdurrahman Wahid auf,
                  ihre arrogante Haltung abzulegen, die die Probleme
                  West-Papuas ignoriert. Die Regierung soll sich offen
                  zeigen, sie soll die verschiedenen Gruppen des
                  Papua-Volkes einladen, um zusammen mit der
                  internationalen Gemeinschaft eine friedliche, gerechte
                  und demokratische L�sung f�r West-Papua zu suchen.

                  Als in Biak am 2. Juli 1998 in einer friedlichen
                  Demonstration unter der F�hrung von Drs. Filep Jacob
                  Semuel Karma (Yopy Karma) die Flagge von West-Papua
                  (Morgensternflagge) gehisst wurde, wurde die
                  Welt�ffentlichkeit aufmerksam auf das, was in Irian
                  Jaya seit 35 Jahren geschieht. Die Demonstration war
                  eine von mehreren geplanten Aktionen in verschiedenen
                  St�dten Irians und sollte ein Zeichen sein f�r die
                  Forderung nach voller Unabh�ngigkeit f�r das Volk von
                  Westpapua. Alle Aktionen wurden in einem besonderen
                  Informationsblatt vom 25. Juni 1998 beschrieben, das
                  vom Polizeipr�sidenten Irian Jayas und dem Direktorat
                  des geheimen Sicherheitsdienstes herausgegeben ist.

                  In dem Informationsblatt sind verschiedene Aktionen
                  aufgef�hrt. Ein Bericht befasst sich mit dem Hissen der
                  Morgensternflagge in allen Regierungsbezirken von Irian
                  Jaya. Doch die Morgensternflagge wurde nur in Biak, in
                  Wamena und am 2. Oktober 1998 in Manokwari gehisst.
                  Friedliche Demonstrationen, in denen die Unabh�ngigkeit
                  gefordert wurde, sind die Folge von mehr als 32 Jahren
                  Regierung des Regimes Soeharto in Irian Jaya. W�hrend
                  dieser Zeit des so genannten Aufbaus wurden die
                  nat�rlichen Reicht�mer des Landes gepl�ndert und
                  Tausende von Menschen um nationaler Belange willen
                  erschossen und ermordet.

                  Die Demonstrationen vom 1. bis 7. Juli 1998 forderten
                  viele Opfer. Demonstranten wurden willk�rlich
                  festgehalten, gefesselt, gefoltert, einige sind v�llig
                  verschwunden und eine Anzahl von Opfern kam ums Leben.
                  Von der indonesischen Armee wurde scharfe Munition
                  eingesetzt, um die demonstrierenden Massen auseinander
                  zu treiben. Bei der Aufl�sung der Demonstration in
                  Sorong am 2. Juli, bei der Schie�erei auf dem Campus
                  der Universit�t von Jayapura am 3. Juli und bei der
                  Aufl�sung der Demonstration am 6. Juli in Biak durch
                  die indonesische Armee hat es Tote gegeben.

                  Nicht nur eine Person ist in Biak ums Leben gekommen,
                  wie immer behauptet wird. Bei der Schie�erei wurde der
                  Jugendliche Paulus Mamoribo in den rechten Arm
                  getroffen und starb am 9. August 1998 im Dorf Sabar
                  Myokre in Nord-Supiori. Au�erdem trauern wir um ein
                  Folteropfer, n�mlich Nico Smas. Er wurde am 6. Juli
                  1998 im Hafen von Biak zusammengeschlagen. Gegen ihn
                  war Strafantrag gestellt worden. Daher hatte er
                  Hausarrest. Er starb am 12. August 1998 im Dorf Smas in
                  Nord Biak.

                  Die Demonstration und das Hissen der Flagge von
                  West-Papua am 2. Juli 1998 lockte sehr viele
                  Sympathisanten aus der Stadt und aus den umliegenden
                  D�rfern der Insel Biak an. Da sich so viele Menschen
                  versammelt hatten, konnten die Armee und die lokale
                  Regierung nicht unt�tig bleiben, sondern versuchten,
                  die Demonstration aufzul�sen. Am 2. Juli 1998 gegen
                  16.30 Uhr wurden folgende Sicherheitskr�fte eingesetzt:
                  ein Peleton der Antiterroreinheit der Polizei, ein
                  Peleton der Kompi C und ein Peleton der Marine. Dabei
                  gab es Auseinandersetzungen, bei denen 13 Personen der
                  Sicherheitskr�fte verletzt wurden, zwei von ihnen
                  schwer. Sie wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus
                  au�erhalb Irians geflogen.

                  Daraufhin entwickelte die lokale Regierung von Biak
                  eine neue Strategie. Man sammelte etwa 200 Personen aus
                  11 D�rfern und befahl ihnen, die Demonstration
                  aufzul�sen. Aber auch dieser Versuch scheiterte. Am 3.
                  Juli erkl�rten sich einige Pfarrer bereit, mit dem
                  F�hrer der Demonstration, Philip Yopy Karma, zu
                  verhandeln und ihn zu bewegen, die Flagge einzuholen.
                  Danach seien die Demonstranten eingeladen, mit dem
                  Vorsitzenden des Regionalparlaments des
                  Regierungsbezirks Biak Numfor einen Dialog zu f�hren.
                  Aber die Antwort von Yopy Karma und den Demonstranten,
                  die sich um ihn geschart hatten, war: "Wir bewachen und
                  verteidigen die Morgensternflagge bis zum letzten
                  Blutstropfen." So scheiterte auch dieser Versuch
                  einiger f�hrender Leute der Kirche, die Demonstranten
                  zur Aufgabe zu bewegen. (. . .)

                  Ausf�hrlicher Bericht �ber die gewaltsame Aufl�sung der
                  Demonstration in Biak am 6. Juli 1998 (IHRSTAD)

                  A. Berichte der Zeugen

                  Die Einheiten des indonesischen Milit�rs begannen um
                  5.10 Uhr in der Fr�he, die Demonstranten an der
                  Morgensternflagge anzugreifen. Von vier Seiten begann
                  der Angriff. Die Einheiten bildeten ein U und griffen
                  dann die Demonstranten an. Auch auf eine Reihe von
                  H�usern in der Umgebung wurde von den Soldaten
                  geschossen. Es wird berichtet, dass vor dem Angriff auf
                  die Demonstranten die H�user in der Umgebung auf
                  brutale Weise beschossen wurden und dass auf jeden
                  geschossen wurde, der sich auf der Stra�e zeigte. Es
                  wurden vier Menschen etwa 300 Meter von der Flagge
                  entfernt durch Sch�sse getroffen, und ein Mann wurde
                  einen ganzen Kilometer weit von den Soldaten in
                  Richtung Flagge getrieben und etwa 50 Meter von der
                  Flagge entfernt von Kugeln getroffen.

                  Einige Zeugen und auch Verwundete erz�hlten, was sie
                  gesehen haben. Sie sagten, dass viele Menschen
                  verwundet und get�tet wurden. Sie erz�hlten, dass die
                  Soldaten mit gro�er Brutalit�t und mit Unmenschlichkeit
                  sowohl gegen die Demonstranten wie auch gegen die
                  unbeteiligte Bev�lkerung vorgegangen seien. (. . .)

                  Der Zeuge MB berichtet:

                  Am 6. Juli von etwa 5.30 Uhr an wurden einige H�user im
                  Komplex Pnas und Waupnor beschossen. Zu der Zeit
                  schlief er noch im Haus. Pl�tzlich sei sein Haus im
                  Komplex Pnas und Waupnor beschossen worden. Die
                  Soldaten schrien: "Ayo, wer leben will, muss rauskommen
                  und sich ergeben, wer nicht rauskommt, den erschie�en
                  wir." Dabei wurde geschossen. Als er das h�rte, sei er
                  sofort aufgestanden. Er wollte sich umdrehen und seine
                  Geldb�rse einstecken, da h�rte er einen Schuss, der die
                  Wand durchschlug und ihn am rechten Ohr traf. Die Kugel
                  durchschlug sein Ohr von hinten nach vorn. Er
                  berichtete, dass alle, die im Haus waren, nach drau�en
                  kommen und die H�nde hochheben mussten und dann in
                  Richtung Hafen getrieben wurden. (. . .)

                  Ein anderer Zeuge berichtet:

                  Am 6. Juli 1998 um drei Uhr morgens in der Fr�he
                  verlie� ich mein Haus auf dem Komplex Boyabo im Dorf
                  Yenures Mandala und ging dorthin, wo die Flagge gehisst
                  worden war. Ich kam dort gegen f�nf Uhr in der Fr�he
                  an. Zu der Zeit wurden dort von den Soldaten
                  Warnsch�sse abgegeben. Unter dem Wasserturm, auf dem
                  die Flagge gehisst war, sah ich meinen Freund Nikson
                  Yawan liegen. Er war von einem Schuss in die rechte
                  Brusth�lfte getroffen worden. Au�erdem hatte er
                  Bajonettstiche im K�rper. Danach hatte man ihn an der
                  Poliklinik niedergelegt und mit einem Plastiksack
                  abgedeckt.

                  Gegen 5.30 Uhr bin ich zum Haus der Eltern meines
                  Freundes gegangen und habe ihnen berichtet, was
                  geschehen war. Die Mutter von Nikson kam mit mir, um
                  ihren Sohn zu sehen. Die Mutter bat mich, den
                  Plastiksack zu �ffnen. Dann hat sie ihren Sohn nach
                  Haus getragen. Zu der Zeit wurde am Wasserturm schon
                  geschossen, und ich bin mit meinem Freund Frits Kirihyo
                  zum Haus von Nikson Yawan gegangen. Von dort bin ich
                  dann zur�ckgekehrt zum Wasserturm.

                  Gegen 6.30 Uhr kam ich dort an. Ich wurde gleich von
                  einem Polizisten namens Dullah ins Gesicht geschlagen,
                  so dass mein rechtes Auge dick anschwoll. Daraufhin
                  wurde ich mit vielen anderen zum Hafen getrieben. Dort
                  am Hafen wurden wir in verschiedene Gruppen aufgeteilt.
                  Jede Gruppe waren etwa 10 Personen. Am Hafen lag schon
                  ein Schiff der indonesischen Marine, das bereit war,
                  die Menschen aufzunehmen, die zum Hafen getrieben
                  wurden. Wir waren etwa 26 Personen, die auf das Schiff
                  getrieben wurden. W�hrend wir auf das Schiff gedr�ngt
                  wurden, riefen die Soldaten: "Los, vorw�rts aufs
                  Schiff. Wer nicht aufs Schiff geht, wird erschossen."
                  Unter den Leuten, die aufs Schiff getrieben wurden,
                  waren 5 Frauen, die etwa zwischen 18 und 27 Jahre alt
                  waren. Dann waren darunter 10 Jugendliche zwischen 13
                  und 17 Jahren. Der Rest waren Frauen im Alter von etwa
                  30 Jahren und �lter, mit einigen Kindern zwischen 5 und
                  8 Jahren. Zwei Kinder trugen die Schuluniform der
                  Grundschule.

                  Auf dem Schiff mussten die Frauen sich nackt ausziehen,
                  dann wurden sie aufgefordert, �ber den Boden zu
                  kriechen. Die Soldaten schauten zu und riefen: "Unsere
                  jungen Geschwister haben sch�ne Mangofr�chte!"
                  (Br�ste). Kurz danach kam der Kommandant des Schiffes.
                  Er sagte zu seinen Soldaten: "Los, jeder kann sich eine
                  in die Kabine nehmen." Dann h�rte ich das Schreien der
                  Frauen aus den Kabinen: "Hilfe, Hilfe, lasst uns doch
                  frei. Wir Papuafrauen haben euch doch nichts getan."
                  W�hrend die Soldaten mit den Frauen besch�ftigt waren,
                  habe ich mit 6 Freunden versucht, mich vom Schiff zu
                  retten. Wir sind �ber eine Treppe in den hinteren Teil
                  des Schiffes geklettert. Dort haben wir ein Fenster
                  ge�ffnet und konnten aus dem Raum nach drau�en
                  klettern. Dort haben wir uns unter einem Helikopter
                  versteckt, der hinten auf dem Schiff stand. Von dort
                  sind wir vom Schiff heruntergesprungen ins Wasser. Dann
                  sahen wir noch, dass einer unserer Freunde in einen
                  M�lleimer gesteckt wurde. Er wollte einer der Frauen,
                  die nackt waren, sein Hemd geben.

                  Wir sind zun�chst geschwommen und konnten uns dann an
                  einem Holz festhalten, bis wir schlie�lich an die K�ste
                  kamen, an einen Ort namens Water Basis. Doch dort
                  wurden wir von einem indonesischen Marinesoldaten und
                  zwei Soldaten der Armee festgehalten. Sie haben uns zum
                  Marineposten gebracht und uns dort in ein Gef�ngnis
                  gesperrt. In dem Gef�ngnis war ein gro�es, tiefes Loch,
                  und in dem Loch sa�en eine Reihe von Menschen, die
                  schon gefangen genommen waren.

                  Ich wurde von einem Soldaten aufgefordert, auch in das
                  Loch hineinzuklettern, und ich sah dort eine Frau, die
                  ihr kleines Kind im Arm hatte. Sie weinte und bat um
                  Hilfe. Es waren auch junge und auch alte Leute in dem
                  Loch. Dann habe ich dem Soldaten gesagt, dass ich
                  unbedingt zur Schule m�sse, da morgen eine Pr�fung sei.
                  Sie haben mich drei Tage festgehalten (vom 6. bis 8.
                  Juli). Gegen 10 Uhr haben sie mich freigelassen, und
                  als ich am Pasar Lama ankam, da wurde ich wieder von
                  der Polizei festgehalten, denn auf meinem T-Shirt war
                  noch ein Bild der Papuaflagge. Die Polizei hielt mich
                  einen Tag gefangen. Am 9. Juli haben sie mich
                  freigelassen. (. . .)

                  Einige Fakten aus verschiedenen Zeugenaussagen:

                  Einige der Demonstranten wurden mit Hunderten von
                  unbeteiligten Zivilpersonen, die sich in der Gegend
                  aufgehalten hatten, in das Hafengel�nde getrieben und
                  dort von den Milit�rs gepr�gelt und gedem�tigt. Sie
                  mussten 300 Meter laufen und wurden auf dieser Strecke
                  von den Soldaten getreten und mit Gewehrkolben
                  geschlagen. Einer der Zeugen (BG) wurde mit einem
                  Bajonett am Kopf getroffen und hatte eine schwere
                  Verwundung. Man sch�tzt, dass etwa 500 Personen hier
                  zusammengetrieben wurden. Gegen 6 Uhr morgens wurden
                  sie in drei Gruppen eingeteilt:

                  1. Jugendliche

                  2. M�nner

                  3. Frauen und Kinder.

                  Von den Frauen und M�nnern wurden Fingerabdr�cke
                  genommen, dann wurden sie nach Hause geschickt.

                  Am 8. Juli 1998 um 8 Uhr morgens gab der
                  Regionalbefehlshaber Agus Edyono (DANREM A3/PVB Kol.
                  Inf. FX) in den Nachrichten des australischen Rundfunks
                  eine Erkl�rung ab. Er gab zu, dass bei der gewaltsamen
                  Aufl�sung der Demonstration und bei der Schie�erei von
                  der indonesischen Armee scharfe Munition benutzt wurde,
                  um den Demonstranten gezielt in die Beine zu schie�en
                  und sie zu l�hmen. Am gleichen Tag ging eine Gruppe der
                  �rtlichen Regierung, bestehend aus dem
                  Regierungspr�sidenten (Bupati), dem Vorsitzenden der
                  �rtlichen Volksvertretung (Ketua DPRD) und den
                  �rtlichen Milit�rkommandanten (Danrem und Dandim), in
                  einige Gemeinden im Kreis Warsa in Nordbiak, und zwar
                  (1) in die Gemeinde der GKI Immanuel Warsa (2) in die
                  Gemeinde der GKI Komboy (3) in die Gemeinde der GKI
                  Paulus Dwar Marur mit der Absicht, den dort
                  versammelten Menschen die Situation zu erl�utern und
                  den Hergang der Niederschlagung der Demonstration am 6.
                  Juli zu berichten. In allen drei Kirchen haben der
                  Regierungspr�sident und der Vorsitzende des Parlaments
                  behauptet, dass bei der Aktion kein Mensch ums Leben
                  gekommen sei, und zwar wurden folgende Behauptungen
                  aufgestellt: 1. Es gab keine Verletzten. 2. Es gab
                  keine Toten. 3. Es gab niemand, der verschwunden ist.

                  B. Festnahmen und Folter

                  Die Gruppe der Jugendlichen, die im Hafen von Biak
                  festgehalten wurde, mussten ihre Hemden ausziehen und
                  auf dem Bauch dorthin kriechen, wo die Fingerabdr�cke
                  genommen wurden. Dann mussten sie sich auf den R�cken
                  legen und in die Sonne schauen, w�hrend die Polizisten
                  und Soldaten von Brimob, Kodim 1708, Korem und Marine
                  mit ihren Stiefeln �ber sie hinwegliefen, mit
                  Gewehrkolben und Kn�ppeln auf sie einschlugen und ihnen
                  auf die B�uche trampelten.

                  Der Zeuge PK berichtete, dass w�hrend dieser Folter
                  niemand auch nur seinen Kopf heben und nach rechts oder
                  links schauen durfte. Die Folter dauerte von 8 Uhr bis
                  16 Uhr. Dann wurden die etwa 200 Jugendlichen auf
                  Lastwagen der Polizei geladen und zur Polizeikaserne
                  Biak transportiert. Dort wurden sie festgehalten und
                  von 21 Uhr bis 24 Uhr nachts weiter gefoltert. Sie
                  wurden mit Kn�ppeln, die 5 mal 5 cm dick waren, und mit
                  Aluminiumstangen geschlagen und sie wurden von den
                  Polizisten mit F��en getreten.

                  Drei Personen erlitten besonders schwere Verletzungen,
                  und zwar Neles Sroyer, Augustinus Sada und Selsius
                  Raweyai. Sie konnten nicht essen, weil Mund und Gesicht
                  so angeschwollen waren von den Fu�tritten der Stiefel.
                  (. . .)

                  C. Die Get�teten

                  1. Ruben Orboy (27 Jahre)

                  Ruben Orboy wurde erschossen, als die Armee die
                  Demonstranten am Wasserturm unterhalb der
                  Morgensternflagge angriff. Gegen 9 Uhr wurde er schon
                  bewusstlos ins Krankenhaus Biak gebracht. Er blutete
                  schwer aus einer Kopfwunde, und auch die Gehirnmasse
                  trat schon am Hinterkopf aus, wo er getroffen war. Die
                 �rzte konnten ihm nicht mehr helfen. Gegen 10 Uhr tat
                  er seinen letzten Atemzug in Gegenwart von einigen
                  �rzten und Pflegern. Der Leichnam von Ruben Orboy wurde
                  mit einem Krankenwagen der Marine ins Marinekrankenhaus
                  gefahren. Er wurde den Angeh�rigen nicht herausgegeben.
                  Am 11. August 1998 gab es eine Begegnung der
                  Bezirksregierung mit einigen f�hrenden Pers�nlichkeiten
                 von Kirche und Gesellschaft. Bei diesem Anlass erw�hnte
                  der Regierungspr�sident von Biak Numfor, Amandas
                  Mansnembra, dass Ruben Orboy w�hrend der Operation
                  gestorben sei. Sein Leichnam sei ins Meer geworfen
                  worden. Diese Information habe er vom Kommandanten der
                  Marineeinheit Biak erhalten. (. . .)

                  D. Verschwundene

                  4. Franciscus Delton Gerson Gawe (29 Jahre)

                  Das Opfer wurde hinter dem Haus der Familie H. Doom
                  gegen 5.30 Uhr von drei bewaffneten Milit�rs in
                  Tarnanz�gen festgenommen. Der Zeuge stand in der K�che
                  und sah, wie die drei Soldaten das Opfer etwa 50 Meter
                  weit mit sich zerrten und sagten: "Los, mitkommen zum
                  Hafen!" Das Opfer habe geantwortet: "Ja, ich komme
                  mit." Der Zeuge versuchte, in einiger Entfernung
                  hinterherzugehen, aber er hatte Angst, weil �berall
                  geschossen wurde. Und so blieb er im Haus. Ein anderer
                  Zeuge hat das Opfer noch gesehen und berichtet, dass es
                  eine schwarze Jacke und blaue Jeans trug.

                  5. Wehelmus Rumpaisum (50 Jahre)

                  Zuletzt haben seine Angeh�rigen ihn bei den Menschen
                  gesehen, die sich unter der Fahne versammelt hatten. Er
                  trug ein rotes T-Shirt und eine lange schwarze Hose.
                  Nach der Aufl�sung der Demonstration wurde er nicht
                  mehr gesehen. Niemand wei�, wo er geblieben ist.

                  6. Yuslin Sroyer (20 Jahre)

                  Bei der gewaltsamen Aufl�sung der Demonstration befand
                  sich das Opfer zusammen mit seiner �lteren Schwester in
                  der N�he der Flagge. Als die Streitkr�fte angriffen,
                  verlor die Schwester ihren j�ngeren Bruder aus den
                  Augen. Sie konnte entkommen und ist zu Hause. Aber ihr
                  Bruder ist bis Ende Oktober nicht wieder aufgetaucht.
                  (. . .)

                  Schlussfolgerungen und Empfehlungen:

                  Wir k�nnen folgende Schlussfolgerung ziehen: Bis zur
                  Erstellung dieses Berichtes haben Milit�r und Regierung
                  zugegeben, dass eine Person get�tet wurde. Es wird
                  gesch�tzt, dass auf Grund der Zeugenaussagen, soweit
                  sie bisher vorliegen, mindestens weitere 26 Personen
                  get�tet wurden. Doch wir m�ssen annehmen, dass diese
                  Zahl sich erh�ht, sobald die Angeh�rigen der
                  Verschwundenen die Garantie haben, dass sie keiner
                  Repression seites des Milit�rs und der Regierung
                  ausgesetzt sein werden. Es ist auch noch nicht bekannt,
                  wo die Get�teten begraben wurden. Eine Reihe von Opfern
                  sind ins Meer geworfen worden und sie sind in den
                  Gew�ssern um Biak herum von den Fischern gesehen
                 worden.

                  Die Verwundeten haben bisher noch keine angemessene
                  medizinische Behandlung bekommen. Einige Verwundete
                  liegen noch zu Hause und werden mit den geringen
                  Mitteln behandelt, die dort vorhanden sind. Von Tag zu
                  Tag melden sich mehr Menschen und nennen
                  Familienmitglieder, die seit dem 6. Juli verschwunden
                  sind. Unserem Team wurden neun Personen genannt, und in
                  den letzten beiden Tagen wurden weitere zwei Personen
                  genannt, so dass bisher mit Sicherheit elf weitere
                  Personen verschwunden sind. Erst wenn die
                  Einsch�chterung seitens des Milit�rs aufh�rt, werden
                  weitere Namen von Verschwundenen genannt werden. In
                  Ost- und Nord-Biak wurden vom 27. bis 31. Juli 1998 27
                  Leichen gefunden, die vom Meer angesp�lt wurden. Von
                  Ost-Biak wurden weitere sechs Leichen genannt (zwei
                  Frauen und vier M�nner). Auf der Insel Yapen sind 17
                  Leichen angesp�lt worden und auf der Insel Numfor zwei.
                  Diese Leichen k�nnen noch nicht identifiziert werden,
                  da keine detaillierten Angaben vorliegen.

                  Empfehlungen:

                  1. Regierung und Milit�r werden aufgefordert, die
                  Einsch�chterung gegen�ber den Opfern und den Familien
                  der Opfer einzustellen, damit die Menschen ohne Angst
                  leben k�nnen.

                  2. Regierung und Milit�r sollen sich nicht str�uben,
                  eine unabh�ngige Kommission zu empfangen, die versucht,
                  die Leichen zu identifizieren, die in Biak und Numfor
                  angesp�lt wurden. Es wird ja immer noch behauptet, dass
                  dies die Leichen des Seebebens von Papua New Guinea
                  seien. Die Ergebnisse der Untersuchung durch ein
                  unabh�ngiges Team sollten dann offen bekannt gegeben
                  werden.

                  3. Es sollte unter der Aufsicht der Kirchen eine
                  Meldestelle eingerichtet werden, damit die Familien und
                  die Zeugen �ber ihre Erlebnisse und auch �ber die
                  verschwundenen Opfer berichten k�nnen.

                  4. Es wird dringend ein medizinisches Team ben�tigt,
                  das unter der Aufsicht der Kirche arbeiten sollte, um
                  den Verwundeten Hilfe zu geben, und zwar sowohl denen,
                  die noch in den H�usern sind wie auch denen, die noch
                  im Gef�ngnis durch die Sicherheitsbeh�rden festgehalten
                  werden.

                  5. Es wird ein Seelsorgerteam ben�tigt, das den
                  Menschen seelsorgerlich beisteht und ihnen hilft, die
                  Furcht und das Trauma zu �berwinden, unter dem sie noch
                  leiden.

                  6. Es muss ein unabh�ngiges Team eingesetzt werden, um
                  weiter nachzuforschen nach Verschwundenen und den
                  Leichen, die gefunden wurden. Dieses Team sollte von
                  den Kirchen und den NGO's gebildet werden und es
                  sollten auch Fachleute von Papua New Guinea
                  eingeschaltet werden. Das Team sollte mit Wissen beider
                  Regierungen arbeiten, damit genau festgestellt werden
                  kann, woher die angeschwemmten Leichen kommen.

                  (�bersetzung aus dem Indonesischen: Siegfried Z�llner,
                  Irian Jaya/West Papua Netzwerk)

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Didistribusikan tgl. 15 Feb 2000 jam 09:41:01 GMT+1
oleh: Indonesia Daily News Online <[EMAIL PROTECTED]>
http://www.Indo-News.com/
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Kirim email ke