---------------------------------------------------------- Visit Indonesia Daily News Online HomePage: http://www.indo-news.com/ Please Visit Our Sponsor http://www.indo-news.com/cgi-bin/ads1 -0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0 Free Email @KotakPos.com visit: http://my.kotakpos.com/ ---------------------------------------------------------- Das Papua-Volk ist in Aufruhr �ber die Unabh�ngigkeitsbewegung in Irian Jaya und Menschenrechtsverletzungen der indonesischen Beh�rden Am Wochenende besuchte der erste frei gew�hlte indonesische Staatspr�sident Abdurrahman Wahid Deutschland. Zwei Wochen wird er in Europa um wirtschaftliche und politische Unterst�tzung werben. Doch das Land der 15 000 Inseln ist in Aufruhr; es halten sich hartn�ckig Putschger�chte. Zu den unruhigen Provinzen geh�rt auch Irian Jaya (West-Papua). Allerdings erf�hrt die �ffentlichkeit selten Einzelheiten. Aus Jayapura, der Provinz-Hauptstadt, brachte Dietrich Weinbrenner, Pfarrer der westf�lischen Landeskirche, jetzt zwei besondere Dokumente der Menschenrechtsinstitute ELSHAM und IHRSTAD mit, die diese am 19. November der Presse �bergaben. Wir dokumentieren die Texte (zum Teil mit Anmerkungen von D. W.) gek�rzt. Die Wurzeln des Problems (ELSHAM) Die Hauptforderung der Papuas betrifft ihr Recht auf Selbstbestimmung. Sie wird durch drei grundlegende Faktoren begr�ndet: 1. Die internationale Gemeinschaft hat aus �konomischen und politischen Gr�nden das Recht auf Selbstbestimmung des Papua-Volkes missachtet. Die "freie Wahl" (im Jahr 1969, D. W.) war undemokratisch und ungerecht, sie hat grundlegende Menschrechte verletzt. Der damalige UN-Botschafter Ghanas, Herr Akwei, hat diesen Volksentscheid in West-Papua eine "Vorspiegelung von Demokratie und Gerechtigkeit" genannt. 2. Mehr als 30 Jahre Integration in Indonesien bedeuten vielf�ltige Verst��e gegen Menschenrechte (Mord, Vergewaltigungen, Folterungen) und soziale Umw�lzungen (Enteignung von Land, Umweltzerst�rung, Vernichtung der einheimischen Kulturen). Dies ist das Ergebnis des Militarismus und der Entwicklungsstrategie, die Transmigration, Abbau von Bodensch�tzen und Tropenholz sowie den Tourismus einschlie�t. 3. Die Melanesier (als Nicht-Asiaten, D. W.) sind im eigenen Land in eine Identit�tskrise geraten. Dies ist das Ergebnis einer Regierungsstrategie, die Elemente von V�lkermord beinhaltet, die rassistisch ist, die die Kulturen missachtet. Herausforderungen f�r den Kampf des Volkes 1. Der Graben zwischen Papuas und Nicht-Papuas ist das Ergebnis der ungerechten Strategie der Regierung. Sie f�hrt zu einer Identit�tskrise der Papuas als Melanesier, die sich zu einer kritischen Situation entwickeln kann, n�mlich zu einem horizontalen Konflikt entlang ethnischer oder religi�ser Linien. Diese Feindseligkeiten werden (international, D. W.) wenig Sympathie und Unterst�tzung finden. 2. Der Kampf des Volkes f�r die L�sung dieser grunds�tzlichen Probleme geschieht spontan, was fehlt, ist eine Organisation, eine Vision, eine Strategie, eine Formulierung von Zielen, eine Koordination der verschiedenen Gruppen. Deshalb kann dieser Kampf leicht manipuliert und anderen Interessen dienstbar gemacht werden. 3. Es gibt auch eine F�hrungskrise. Es gibt keine klare Struktur, die Vision ist undeutlich, ein strategisches Ziel fehlt. Es gibt Einzelne, die f�r sich in Anspruch nehmen, F�hrer oder Vertreter im Kampf des Papua-Volkes zu sein, ohne in irgendeiner Weise demokratisch legitimiert zu sein. Es gibt zwischen ihnen keine Zusammenarbeit, lediglich immer wieder nichtssagende pers�nliche Verlautbarungen ohne jede Vision, ohne den Entwurf einer Idee, ohne die Entwicklung von Schritten oder Zielen. (. . .) Demgegen�ber ist bekannt, dass "Interventionen" der Vereinten Nationen �berall auf der Welt (einschlie�lich des Falles West-Papua) immer durch den Anspruch der Staatssouver�nit�t zunichte gemacht worden sind oder durch das (�konomische und politische) Interesse von Staaten, die das Vetorecht aus�ben k�nnen oder bei den Vereinten Nationen Einfluss haben. Die Arroganz der Macht Trotz der offensichtlichen schweren Probleme, die West-Papua im Moment hat, bleibt die Regierung unt�tig. Die Machthaber sind arrogant und wollen die Situation nicht verstehen. Nach dem Treffen der 100 Repr�sentanten West-Papuas mit dem ehemaligen Pr�sidenten B. J. Habibie am 26. Februar 1999 hat die Regierung keinen einzigen Versuch unternommen, die Gr�nde der Unabh�ngigkeitsforderung der Papuas zu verstehen. Ganz im Gegenteil wurde am 17. April 1999 vom Polizeipr�sidenten ein Erlass ver�ffentlicht, der die Verbreitung der Ergebnisse des Treffens mit dem Pr�sidenten verbot. Gleichzeitig wurden viele friedliche Demonstranten verhaftet oder beschossen. Dass die Regierung die Problematik nicht ernst nimmt, zeigt sich auch an ihrer Entscheidung, West-Papua in drei Provinzen aufzuteilen oder auch an ihrer Entscheidung, West-Papua eine "spezielle Autonomie" zu gew�hren - und dies, ohne einen Dialog mit dem Volk zu f�hren, ohne die Ursachen der Probleme zu untersuchen, ohne einen friedlichen, gerechten und demokratischen Weg zu suchen. Im Blick auf die politische und soziale Entwicklung in der Provinz West-Papua, die in der �ra nach Habibie immer dr�ngender wird, halten wir es f�r n�tig, alle Seiten nachdr�cklich aufzufordern, die Situation und die Entwicklung aufmerksam zu beobachten, damit die Menschenrechte garantiert werden, die im Leben des Volkes und des Staates einen so hohen Stellenwert haben. Unsere Organisation tritt f�r die Menschenrechte ein, insbesondere f�r das grundlegende Recht auf Selbstbestimmung f�r alle Nationen der Erde, das international anerkannt wird. Als solche treten wir f�r einen demokratischen und gerechten Prozess einer friedlichen L�sung ein, bei dem alle Seiten zu ihrem Recht kommen. - Wir rufen das ganze Volk, Papuas und Nicht-Papuas, und die, die an der Macht sind, dazu auf, Gewaltaktionen zu vermeiden, die allen Seiten schaden. - Die Menschen sollen alle Informationen kritisch beurteilen und sich nicht durch Ger�chte oder leere Versprechungen verf�hren lassen, die behaupten, die internationale Gemeinschaft (Vereinte Nationen oder westliche Staaten) werde sofort eingreifen, wenn die Flagge West-Papuas weht. - Es sollen alle Aktionen vermieden werden, die Opfer kosten, ebenso alle anarchistischen Aktivit�ten, die horizontale Konflikte ausl�sen k�nnen (zwischen Religionen, St�mmen, V�lkern oder Interessengruppen). Alle Parteien, Pers�nlichkeiten, Kirchen, Stammesgemeinschaften, (Nichtregierungs)organisationen, Frauen, Jugendliche und die intellektuellen Papuas, sie sollen eine gemeinsame Vision entwickeln und die unterschiedlichen Interessen des Volkes in einer weisen, ehrlichen und demokratischen Art zusammenf�hren. - Wir fordern alle Seiten dazu auf, sich nicht zu gewaltsamen Aktionen verleiten zu lassen, die zu Menschenrechtsverletzungen f�hren k�nnen. So kann ein Klima entstehen, das eine umfassende L�sung des West-Papua-Problems erm�glicht, die sich am Willen des Volkes orientiert. - Wir fordern die Regierung von Abdurrahman Wahid auf, ihre arrogante Haltung abzulegen, die die Probleme West-Papuas ignoriert. Die Regierung soll sich offen zeigen, sie soll die verschiedenen Gruppen des Papua-Volkes einladen, um zusammen mit der internationalen Gemeinschaft eine friedliche, gerechte und demokratische L�sung f�r West-Papua zu suchen. Als in Biak am 2. Juli 1998 in einer friedlichen Demonstration unter der F�hrung von Drs. Filep Jacob Semuel Karma (Yopy Karma) die Flagge von West-Papua (Morgensternflagge) gehisst wurde, wurde die Welt�ffentlichkeit aufmerksam auf das, was in Irian Jaya seit 35 Jahren geschieht. Die Demonstration war eine von mehreren geplanten Aktionen in verschiedenen St�dten Irians und sollte ein Zeichen sein f�r die Forderung nach voller Unabh�ngigkeit f�r das Volk von Westpapua. Alle Aktionen wurden in einem besonderen Informationsblatt vom 25. Juni 1998 beschrieben, das vom Polizeipr�sidenten Irian Jayas und dem Direktorat des geheimen Sicherheitsdienstes herausgegeben ist. In dem Informationsblatt sind verschiedene Aktionen aufgef�hrt. Ein Bericht befasst sich mit dem Hissen der Morgensternflagge in allen Regierungsbezirken von Irian Jaya. Doch die Morgensternflagge wurde nur in Biak, in Wamena und am 2. Oktober 1998 in Manokwari gehisst. Friedliche Demonstrationen, in denen die Unabh�ngigkeit gefordert wurde, sind die Folge von mehr als 32 Jahren Regierung des Regimes Soeharto in Irian Jaya. W�hrend dieser Zeit des so genannten Aufbaus wurden die nat�rlichen Reicht�mer des Landes gepl�ndert und Tausende von Menschen um nationaler Belange willen erschossen und ermordet. Die Demonstrationen vom 1. bis 7. Juli 1998 forderten viele Opfer. Demonstranten wurden willk�rlich festgehalten, gefesselt, gefoltert, einige sind v�llig verschwunden und eine Anzahl von Opfern kam ums Leben. Von der indonesischen Armee wurde scharfe Munition eingesetzt, um die demonstrierenden Massen auseinander zu treiben. Bei der Aufl�sung der Demonstration in Sorong am 2. Juli, bei der Schie�erei auf dem Campus der Universit�t von Jayapura am 3. Juli und bei der Aufl�sung der Demonstration am 6. Juli in Biak durch die indonesische Armee hat es Tote gegeben. Nicht nur eine Person ist in Biak ums Leben gekommen, wie immer behauptet wird. Bei der Schie�erei wurde der Jugendliche Paulus Mamoribo in den rechten Arm getroffen und starb am 9. August 1998 im Dorf Sabar Myokre in Nord-Supiori. Au�erdem trauern wir um ein Folteropfer, n�mlich Nico Smas. Er wurde am 6. Juli 1998 im Hafen von Biak zusammengeschlagen. Gegen ihn war Strafantrag gestellt worden. Daher hatte er Hausarrest. Er starb am 12. August 1998 im Dorf Smas in Nord Biak. Die Demonstration und das Hissen der Flagge von West-Papua am 2. Juli 1998 lockte sehr viele Sympathisanten aus der Stadt und aus den umliegenden D�rfern der Insel Biak an. Da sich so viele Menschen versammelt hatten, konnten die Armee und die lokale Regierung nicht unt�tig bleiben, sondern versuchten, die Demonstration aufzul�sen. Am 2. Juli 1998 gegen 16.30 Uhr wurden folgende Sicherheitskr�fte eingesetzt: ein Peleton der Antiterroreinheit der Polizei, ein Peleton der Kompi C und ein Peleton der Marine. Dabei gab es Auseinandersetzungen, bei denen 13 Personen der Sicherheitskr�fte verletzt wurden, zwei von ihnen schwer. Sie wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus au�erhalb Irians geflogen. Daraufhin entwickelte die lokale Regierung von Biak eine neue Strategie. Man sammelte etwa 200 Personen aus 11 D�rfern und befahl ihnen, die Demonstration aufzul�sen. Aber auch dieser Versuch scheiterte. Am 3. Juli erkl�rten sich einige Pfarrer bereit, mit dem F�hrer der Demonstration, Philip Yopy Karma, zu verhandeln und ihn zu bewegen, die Flagge einzuholen. Danach seien die Demonstranten eingeladen, mit dem Vorsitzenden des Regionalparlaments des Regierungsbezirks Biak Numfor einen Dialog zu f�hren. Aber die Antwort von Yopy Karma und den Demonstranten, die sich um ihn geschart hatten, war: "Wir bewachen und verteidigen die Morgensternflagge bis zum letzten Blutstropfen." So scheiterte auch dieser Versuch einiger f�hrender Leute der Kirche, die Demonstranten zur Aufgabe zu bewegen. (. . .) Ausf�hrlicher Bericht �ber die gewaltsame Aufl�sung der Demonstration in Biak am 6. Juli 1998 (IHRSTAD) A. Berichte der Zeugen Die Einheiten des indonesischen Milit�rs begannen um 5.10 Uhr in der Fr�he, die Demonstranten an der Morgensternflagge anzugreifen. Von vier Seiten begann der Angriff. Die Einheiten bildeten ein U und griffen dann die Demonstranten an. Auch auf eine Reihe von H�usern in der Umgebung wurde von den Soldaten geschossen. Es wird berichtet, dass vor dem Angriff auf die Demonstranten die H�user in der Umgebung auf brutale Weise beschossen wurden und dass auf jeden geschossen wurde, der sich auf der Stra�e zeigte. Es wurden vier Menschen etwa 300 Meter von der Flagge entfernt durch Sch�sse getroffen, und ein Mann wurde einen ganzen Kilometer weit von den Soldaten in Richtung Flagge getrieben und etwa 50 Meter von der Flagge entfernt von Kugeln getroffen. Einige Zeugen und auch Verwundete erz�hlten, was sie gesehen haben. Sie sagten, dass viele Menschen verwundet und get�tet wurden. Sie erz�hlten, dass die Soldaten mit gro�er Brutalit�t und mit Unmenschlichkeit sowohl gegen die Demonstranten wie auch gegen die unbeteiligte Bev�lkerung vorgegangen seien. (. . .) Der Zeuge MB berichtet: Am 6. Juli von etwa 5.30 Uhr an wurden einige H�user im Komplex Pnas und Waupnor beschossen. Zu der Zeit schlief er noch im Haus. Pl�tzlich sei sein Haus im Komplex Pnas und Waupnor beschossen worden. Die Soldaten schrien: "Ayo, wer leben will, muss rauskommen und sich ergeben, wer nicht rauskommt, den erschie�en wir." Dabei wurde geschossen. Als er das h�rte, sei er sofort aufgestanden. Er wollte sich umdrehen und seine Geldb�rse einstecken, da h�rte er einen Schuss, der die Wand durchschlug und ihn am rechten Ohr traf. Die Kugel durchschlug sein Ohr von hinten nach vorn. Er berichtete, dass alle, die im Haus waren, nach drau�en kommen und die H�nde hochheben mussten und dann in Richtung Hafen getrieben wurden. (. . .) Ein anderer Zeuge berichtet: Am 6. Juli 1998 um drei Uhr morgens in der Fr�he verlie� ich mein Haus auf dem Komplex Boyabo im Dorf Yenures Mandala und ging dorthin, wo die Flagge gehisst worden war. Ich kam dort gegen f�nf Uhr in der Fr�he an. Zu der Zeit wurden dort von den Soldaten Warnsch�sse abgegeben. Unter dem Wasserturm, auf dem die Flagge gehisst war, sah ich meinen Freund Nikson Yawan liegen. Er war von einem Schuss in die rechte Brusth�lfte getroffen worden. Au�erdem hatte er Bajonettstiche im K�rper. Danach hatte man ihn an der Poliklinik niedergelegt und mit einem Plastiksack abgedeckt. Gegen 5.30 Uhr bin ich zum Haus der Eltern meines Freundes gegangen und habe ihnen berichtet, was geschehen war. Die Mutter von Nikson kam mit mir, um ihren Sohn zu sehen. Die Mutter bat mich, den Plastiksack zu �ffnen. Dann hat sie ihren Sohn nach Haus getragen. Zu der Zeit wurde am Wasserturm schon geschossen, und ich bin mit meinem Freund Frits Kirihyo zum Haus von Nikson Yawan gegangen. Von dort bin ich dann zur�ckgekehrt zum Wasserturm. Gegen 6.30 Uhr kam ich dort an. Ich wurde gleich von einem Polizisten namens Dullah ins Gesicht geschlagen, so dass mein rechtes Auge dick anschwoll. Daraufhin wurde ich mit vielen anderen zum Hafen getrieben. Dort am Hafen wurden wir in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe waren etwa 10 Personen. Am Hafen lag schon ein Schiff der indonesischen Marine, das bereit war, die Menschen aufzunehmen, die zum Hafen getrieben wurden. Wir waren etwa 26 Personen, die auf das Schiff getrieben wurden. W�hrend wir auf das Schiff gedr�ngt wurden, riefen die Soldaten: "Los, vorw�rts aufs Schiff. Wer nicht aufs Schiff geht, wird erschossen." Unter den Leuten, die aufs Schiff getrieben wurden, waren 5 Frauen, die etwa zwischen 18 und 27 Jahre alt waren. Dann waren darunter 10 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren. Der Rest waren Frauen im Alter von etwa 30 Jahren und �lter, mit einigen Kindern zwischen 5 und 8 Jahren. Zwei Kinder trugen die Schuluniform der Grundschule. Auf dem Schiff mussten die Frauen sich nackt ausziehen, dann wurden sie aufgefordert, �ber den Boden zu kriechen. Die Soldaten schauten zu und riefen: "Unsere jungen Geschwister haben sch�ne Mangofr�chte!" (Br�ste). Kurz danach kam der Kommandant des Schiffes. Er sagte zu seinen Soldaten: "Los, jeder kann sich eine in die Kabine nehmen." Dann h�rte ich das Schreien der Frauen aus den Kabinen: "Hilfe, Hilfe, lasst uns doch frei. Wir Papuafrauen haben euch doch nichts getan." W�hrend die Soldaten mit den Frauen besch�ftigt waren, habe ich mit 6 Freunden versucht, mich vom Schiff zu retten. Wir sind �ber eine Treppe in den hinteren Teil des Schiffes geklettert. Dort haben wir ein Fenster ge�ffnet und konnten aus dem Raum nach drau�en klettern. Dort haben wir uns unter einem Helikopter versteckt, der hinten auf dem Schiff stand. Von dort sind wir vom Schiff heruntergesprungen ins Wasser. Dann sahen wir noch, dass einer unserer Freunde in einen M�lleimer gesteckt wurde. Er wollte einer der Frauen, die nackt waren, sein Hemd geben. Wir sind zun�chst geschwommen und konnten uns dann an einem Holz festhalten, bis wir schlie�lich an die K�ste kamen, an einen Ort namens Water Basis. Doch dort wurden wir von einem indonesischen Marinesoldaten und zwei Soldaten der Armee festgehalten. Sie haben uns zum Marineposten gebracht und uns dort in ein Gef�ngnis gesperrt. In dem Gef�ngnis war ein gro�es, tiefes Loch, und in dem Loch sa�en eine Reihe von Menschen, die schon gefangen genommen waren. Ich wurde von einem Soldaten aufgefordert, auch in das Loch hineinzuklettern, und ich sah dort eine Frau, die ihr kleines Kind im Arm hatte. Sie weinte und bat um Hilfe. Es waren auch junge und auch alte Leute in dem Loch. Dann habe ich dem Soldaten gesagt, dass ich unbedingt zur Schule m�sse, da morgen eine Pr�fung sei. Sie haben mich drei Tage festgehalten (vom 6. bis 8. Juli). Gegen 10 Uhr haben sie mich freigelassen, und als ich am Pasar Lama ankam, da wurde ich wieder von der Polizei festgehalten, denn auf meinem T-Shirt war noch ein Bild der Papuaflagge. Die Polizei hielt mich einen Tag gefangen. Am 9. Juli haben sie mich freigelassen. (. . .) Einige Fakten aus verschiedenen Zeugenaussagen: Einige der Demonstranten wurden mit Hunderten von unbeteiligten Zivilpersonen, die sich in der Gegend aufgehalten hatten, in das Hafengel�nde getrieben und dort von den Milit�rs gepr�gelt und gedem�tigt. Sie mussten 300 Meter laufen und wurden auf dieser Strecke von den Soldaten getreten und mit Gewehrkolben geschlagen. Einer der Zeugen (BG) wurde mit einem Bajonett am Kopf getroffen und hatte eine schwere Verwundung. Man sch�tzt, dass etwa 500 Personen hier zusammengetrieben wurden. Gegen 6 Uhr morgens wurden sie in drei Gruppen eingeteilt: 1. Jugendliche 2. M�nner 3. Frauen und Kinder. Von den Frauen und M�nnern wurden Fingerabdr�cke genommen, dann wurden sie nach Hause geschickt. Am 8. Juli 1998 um 8 Uhr morgens gab der Regionalbefehlshaber Agus Edyono (DANREM A3/PVB Kol. Inf. FX) in den Nachrichten des australischen Rundfunks eine Erkl�rung ab. Er gab zu, dass bei der gewaltsamen Aufl�sung der Demonstration und bei der Schie�erei von der indonesischen Armee scharfe Munition benutzt wurde, um den Demonstranten gezielt in die Beine zu schie�en und sie zu l�hmen. Am gleichen Tag ging eine Gruppe der �rtlichen Regierung, bestehend aus dem Regierungspr�sidenten (Bupati), dem Vorsitzenden der �rtlichen Volksvertretung (Ketua DPRD) und den �rtlichen Milit�rkommandanten (Danrem und Dandim), in einige Gemeinden im Kreis Warsa in Nordbiak, und zwar (1) in die Gemeinde der GKI Immanuel Warsa (2) in die Gemeinde der GKI Komboy (3) in die Gemeinde der GKI Paulus Dwar Marur mit der Absicht, den dort versammelten Menschen die Situation zu erl�utern und den Hergang der Niederschlagung der Demonstration am 6. Juli zu berichten. In allen drei Kirchen haben der Regierungspr�sident und der Vorsitzende des Parlaments behauptet, dass bei der Aktion kein Mensch ums Leben gekommen sei, und zwar wurden folgende Behauptungen aufgestellt: 1. Es gab keine Verletzten. 2. Es gab keine Toten. 3. Es gab niemand, der verschwunden ist. B. Festnahmen und Folter Die Gruppe der Jugendlichen, die im Hafen von Biak festgehalten wurde, mussten ihre Hemden ausziehen und auf dem Bauch dorthin kriechen, wo die Fingerabdr�cke genommen wurden. Dann mussten sie sich auf den R�cken legen und in die Sonne schauen, w�hrend die Polizisten und Soldaten von Brimob, Kodim 1708, Korem und Marine mit ihren Stiefeln �ber sie hinwegliefen, mit Gewehrkolben und Kn�ppeln auf sie einschlugen und ihnen auf die B�uche trampelten. Der Zeuge PK berichtete, dass w�hrend dieser Folter niemand auch nur seinen Kopf heben und nach rechts oder links schauen durfte. Die Folter dauerte von 8 Uhr bis 16 Uhr. Dann wurden die etwa 200 Jugendlichen auf Lastwagen der Polizei geladen und zur Polizeikaserne Biak transportiert. Dort wurden sie festgehalten und von 21 Uhr bis 24 Uhr nachts weiter gefoltert. Sie wurden mit Kn�ppeln, die 5 mal 5 cm dick waren, und mit Aluminiumstangen geschlagen und sie wurden von den Polizisten mit F��en getreten. Drei Personen erlitten besonders schwere Verletzungen, und zwar Neles Sroyer, Augustinus Sada und Selsius Raweyai. Sie konnten nicht essen, weil Mund und Gesicht so angeschwollen waren von den Fu�tritten der Stiefel. (. . .) C. Die Get�teten 1. Ruben Orboy (27 Jahre) Ruben Orboy wurde erschossen, als die Armee die Demonstranten am Wasserturm unterhalb der Morgensternflagge angriff. Gegen 9 Uhr wurde er schon bewusstlos ins Krankenhaus Biak gebracht. Er blutete schwer aus einer Kopfwunde, und auch die Gehirnmasse trat schon am Hinterkopf aus, wo er getroffen war. Die �rzte konnten ihm nicht mehr helfen. Gegen 10 Uhr tat er seinen letzten Atemzug in Gegenwart von einigen �rzten und Pflegern. Der Leichnam von Ruben Orboy wurde mit einem Krankenwagen der Marine ins Marinekrankenhaus gefahren. Er wurde den Angeh�rigen nicht herausgegeben. Am 11. August 1998 gab es eine Begegnung der Bezirksregierung mit einigen f�hrenden Pers�nlichkeiten von Kirche und Gesellschaft. Bei diesem Anlass erw�hnte der Regierungspr�sident von Biak Numfor, Amandas Mansnembra, dass Ruben Orboy w�hrend der Operation gestorben sei. Sein Leichnam sei ins Meer geworfen worden. Diese Information habe er vom Kommandanten der Marineeinheit Biak erhalten. (. . .) D. Verschwundene 4. Franciscus Delton Gerson Gawe (29 Jahre) Das Opfer wurde hinter dem Haus der Familie H. Doom gegen 5.30 Uhr von drei bewaffneten Milit�rs in Tarnanz�gen festgenommen. Der Zeuge stand in der K�che und sah, wie die drei Soldaten das Opfer etwa 50 Meter weit mit sich zerrten und sagten: "Los, mitkommen zum Hafen!" Das Opfer habe geantwortet: "Ja, ich komme mit." Der Zeuge versuchte, in einiger Entfernung hinterherzugehen, aber er hatte Angst, weil �berall geschossen wurde. Und so blieb er im Haus. Ein anderer Zeuge hat das Opfer noch gesehen und berichtet, dass es eine schwarze Jacke und blaue Jeans trug. 5. Wehelmus Rumpaisum (50 Jahre) Zuletzt haben seine Angeh�rigen ihn bei den Menschen gesehen, die sich unter der Fahne versammelt hatten. Er trug ein rotes T-Shirt und eine lange schwarze Hose. Nach der Aufl�sung der Demonstration wurde er nicht mehr gesehen. Niemand wei�, wo er geblieben ist. 6. Yuslin Sroyer (20 Jahre) Bei der gewaltsamen Aufl�sung der Demonstration befand sich das Opfer zusammen mit seiner �lteren Schwester in der N�he der Flagge. Als die Streitkr�fte angriffen, verlor die Schwester ihren j�ngeren Bruder aus den Augen. Sie konnte entkommen und ist zu Hause. Aber ihr Bruder ist bis Ende Oktober nicht wieder aufgetaucht. (. . .) Schlussfolgerungen und Empfehlungen: Wir k�nnen folgende Schlussfolgerung ziehen: Bis zur Erstellung dieses Berichtes haben Milit�r und Regierung zugegeben, dass eine Person get�tet wurde. Es wird gesch�tzt, dass auf Grund der Zeugenaussagen, soweit sie bisher vorliegen, mindestens weitere 26 Personen get�tet wurden. Doch wir m�ssen annehmen, dass diese Zahl sich erh�ht, sobald die Angeh�rigen der Verschwundenen die Garantie haben, dass sie keiner Repression seites des Milit�rs und der Regierung ausgesetzt sein werden. Es ist auch noch nicht bekannt, wo die Get�teten begraben wurden. Eine Reihe von Opfern sind ins Meer geworfen worden und sie sind in den Gew�ssern um Biak herum von den Fischern gesehen worden. Die Verwundeten haben bisher noch keine angemessene medizinische Behandlung bekommen. Einige Verwundete liegen noch zu Hause und werden mit den geringen Mitteln behandelt, die dort vorhanden sind. Von Tag zu Tag melden sich mehr Menschen und nennen Familienmitglieder, die seit dem 6. Juli verschwunden sind. Unserem Team wurden neun Personen genannt, und in den letzten beiden Tagen wurden weitere zwei Personen genannt, so dass bisher mit Sicherheit elf weitere Personen verschwunden sind. Erst wenn die Einsch�chterung seitens des Milit�rs aufh�rt, werden weitere Namen von Verschwundenen genannt werden. In Ost- und Nord-Biak wurden vom 27. bis 31. Juli 1998 27 Leichen gefunden, die vom Meer angesp�lt wurden. Von Ost-Biak wurden weitere sechs Leichen genannt (zwei Frauen und vier M�nner). Auf der Insel Yapen sind 17 Leichen angesp�lt worden und auf der Insel Numfor zwei. Diese Leichen k�nnen noch nicht identifiziert werden, da keine detaillierten Angaben vorliegen. Empfehlungen: 1. Regierung und Milit�r werden aufgefordert, die Einsch�chterung gegen�ber den Opfern und den Familien der Opfer einzustellen, damit die Menschen ohne Angst leben k�nnen. 2. Regierung und Milit�r sollen sich nicht str�uben, eine unabh�ngige Kommission zu empfangen, die versucht, die Leichen zu identifizieren, die in Biak und Numfor angesp�lt wurden. Es wird ja immer noch behauptet, dass dies die Leichen des Seebebens von Papua New Guinea seien. Die Ergebnisse der Untersuchung durch ein unabh�ngiges Team sollten dann offen bekannt gegeben werden. 3. Es sollte unter der Aufsicht der Kirchen eine Meldestelle eingerichtet werden, damit die Familien und die Zeugen �ber ihre Erlebnisse und auch �ber die verschwundenen Opfer berichten k�nnen. 4. Es wird dringend ein medizinisches Team ben�tigt, das unter der Aufsicht der Kirche arbeiten sollte, um den Verwundeten Hilfe zu geben, und zwar sowohl denen, die noch in den H�usern sind wie auch denen, die noch im Gef�ngnis durch die Sicherheitsbeh�rden festgehalten werden. 5. Es wird ein Seelsorgerteam ben�tigt, das den Menschen seelsorgerlich beisteht und ihnen hilft, die Furcht und das Trauma zu �berwinden, unter dem sie noch leiden. 6. Es muss ein unabh�ngiges Team eingesetzt werden, um weiter nachzuforschen nach Verschwundenen und den Leichen, die gefunden wurden. Dieses Team sollte von den Kirchen und den NGO's gebildet werden und es sollten auch Fachleute von Papua New Guinea eingeschaltet werden. Das Team sollte mit Wissen beider Regierungen arbeiten, damit genau festgestellt werden kann, woher die angeschwemmten Leichen kommen. (�bersetzung aus dem Indonesischen: Siegfried Z�llner, Irian Jaya/West Papua Netzwerk) ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Didistribusikan tgl. 15 Feb 2000 jam 09:41:01 GMT+1 oleh: Indonesia Daily News Online <[EMAIL PROTECTED]> http://www.Indo-News.com/ ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
