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-----Original Message-----
From: MdB Hans-Josef-Fell [mailto:[email protected]] 
Sent: Friday, March 23, 2012 2:21 PM
Subject: Infobrief 7/12

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Inhalt:
- Schwarz-Gelb weiter gegen Photovoltaik
- Euratom gehört abgeschafft
- Marktanreizprogramm für Erneuerbare-Energien (MAP) & Energieforschung
- 20.000 MW-Marke für Marktprämie überschritten
- Bundesnetzagentur legt endlich Zahlen auf den Tisch

Schwarz-Gelb weiter gegen Photovoltaik

Schwarz-Gelb zieht das Anti-Solar-Gesetz durch. Soweit uns Meldungen vorliegen, 
soll es keine Veränderungen an den überzogenen Kürzungen geben. Auch die 
überproportionalen Kürzungen von bis zu über 30 Prozent bei einzelnen 
Anlagenklassen sollen somit erhalten bleiben.

Trotz des Widerspruchs der gesamten Fachwelt aus Solar- und Umweltgruppen, 
Banken, Analysten und Firmen soll auch das Markt-Integrationsmodell eingeführt 
werden, das insbesondere bei Kleinstanlagen Anwendung finden soll, was getrost 
als Schildbürgerstreich verstanden werden kann. Dieses so genannte 
Marktintegrationsmodell führt nur zu versteckten Vergütungskürzungen, steigende 
Bürokratie und unnötig hohen Kosten vor allem bei den Kleinanlagenbetreibern 
aber auch auf Seiten der Netzbetreiber. Noch schwerer wiegt aber das Risiko, 
dass dieses Modell dazu missbraucht wird, weitere Angriffe gegen die 
Photovoltaik aber auch die anderen erneuerbaren Energien im EEG durchzuführen. 
Kleinere Korrekturen sind noch bei den Übergangsfristen vorgesehen, Details 
hierzu werden wohl noch diskutiert.

Statt monatlich lineare Absenkungen soll es jetzt prozentuale Absenkungen von 
voraussichtlich mindestens ein Prozent geben. Abhängig vom Zubau soll die 
Gesamtabsenkung innerhalb eines Jahres zukünftig sehr deutlich über den bislang 
im Gesetz stehenden 24 Prozent betragen (genaue Höhe ist zu diesem Zeitpunkt 
noch nicht bekannt). Dies könnte sich je nach Höhe zu einem KO-Kriterium für 
die Photovoltaik entwickeln.

Die beiden im Gesetzentwurf vorgesehenen Verordnungsermächtigungen sollen 
offenbar doch nicht kommen. Wenigstens hier hätte sich der Widerstand gelohnt. 
Aber das Einfallstor zum Abschaffen der Vergütungsstruktur ist über das so 
genannte Marktintegrationsmodell geöffnet und man muss jetzt jederzeit damit 
rechnen, dass das EEG über diesen Ansatz nach und nach ausgehebelt werden soll. 
Die nächste Novelle wird sehr gefährlich sein und nach bereits vier 
EEG-Novellen in dieser Legislaturperiode wäre es fast ein Wunder, wenn die 
nächste nicht bereits vorbereitet würde.

Zum weiteren Verfahren: Um einen Tag vorgezogen wird die zweite und dritte 
Lesung des Gesetzes im Plenum des Bundestages. Diese soll jetzt bereits am 29. 
März stattfinden, einen Tag nach der Sitzung des federführenden 
Umweltausschusses. Der Umweltausschuss wird über den Gesetzentwurf und die 
diversen bis dahin vorliegenden Anträge beraten und beschließen. Die 
beschlossenen Änderungsanträge werden in Kombination mit dem Gesetzentwurf dann 
das neue Gesetz darstellen.

Ob es im Bundesrat am 11. Mai einen breiten Widerstand geben wird, kann 
mittlerweile bezweifelt werden, weil die Bundesländer mit schwarzer und gelber 
Regierungsbeteiligung bereits ihre Zustimmung signalisiert haben.

All den konservativen Ministerpräsidenten, die in den letzten Wochen die Backen 
aufgeblasen haben, ist in Berlin die Puste ausgegangen, seien es die 
Ost-Ministerpräsidenten, die saarländische Ministerpräsidentin und natürlich 
auch wieder der bayerische Ministerpräsident.

Nach dem künstlichen Solarhype in den letzten Wochen, wird auf viele 
Solarunternehmen schon bald eine sehr schwierige Zeit zu kommen.

Am 29. März werden hingegen wiedermal bei E.ON und RWE die Sektkorken knallen. 
Die Energiekonzerne haben sehr gut verstanden, welche Probleme ihnen die 
Photovoltaik bereitet. Jürgen Großmann hatte kürzlich auf seiner 
Bilanzpressekonferenz am darauf hingewiesen, dass einer wesentlichen Gründe für 
die aus seiner Sicht „wenig erfreuliche Geschäftsentwicklung“ folgender Punkt 
gewesen sei: 

 „Rückläufige Margen in der Stromerzeugung, weil die Strompreise nicht in dem 
Maße gestiegen sind wie die Preise für Kohle und Öl. Ein wesentlicher Grund 
dafür ist der massive Ausbau der Photovoltaikanlagen, die meistens nur mittags 
einspeisen. Steinkohle- und Gaskraftwerke müssen dann zurückstecken. Das klingt 
erst einmal gut, nicht wahr? Ist aber ein echtes Dilemma: Denn genau diese 
Kraftwerke sollen immer bereitstehen, um die Versorgung zu sichern – auch wenn 
sie nichts verdienen. Wer soll sich das auf die Dauer leisten?“

Den Zusammenhang mit der Strompreissenkung der Photovoltaik nannte er übrigens 
noch vor dem Atomausstieg, der ebenfalls die RWE-Rendite abschmelzen lässt!

Link zu der Rede von Herrn Großmann (RWE) (Rede Großmann, Text zur Photovoltaik 
S.5): 
http://www.rwe.com/web/cms/de/1299214/rwe/investor-relations/

Wer sich die Anhörung im Umweltausschuss vom Mittwoch, den 21. März anschauen 
möchte, kann dies jetzt tun: 
http://www.bundestag.de/Mediathek/?instance=m187&action=search&mask=search&contentArea=common&categorie=Ausschusssitzungen&committee=Umwelt%2C+Naturschutz+und+Reaktorsicherheit
 

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Euratom gehört abgeschafft

Am Mittwoch fand im Europaausschuss des Bundestages eine Experten-Anhörung zum 
Euratom-Vertrag statt.

Der Ausbau der Atomenergie mit Hilfe von Wissenstransfer, finanzieller 
Forschungsunterstützung und Kreditfazilitäten ist eine der Hauptaufgaben von 
Euratom. Damit passt Euratom nicht in die Energiepolitik einer Bundesregierung, 
die das Abschalten aller Atommeiler vorsieht, und es ist widersinnig, Euratom 
auch noch mit Beitragen in Höhe von über 100 Millionen Euro pro Jahr für den 
Ausbau der Atomkraft in Europa zu unterstützen.

Die Sachverständigen Dr. Dörte Fouquet und Patricia Lorenz, die in der Anhörung 
ausgesagt haben, konnten bestätigen, dass eine einseitige Kündigung auf Grund 
des Völkerrechts möglich sei. Die im Euratom-Vertrag notwendigen Inhalte wie 
die Verhinderung der Proliferation, der Schutz vor Radioaktivität oder die 
Atommüllentsorgung könnten auch über das allgemeine EU-Recht organisiert werden.

Die Diskussion in Österreich, die Auflösung des Euratom-Vertrages mit einer 
Petition an die Europäische Kommission zu erreichen, sollte auch in Deutschland 
aufgegriffen werden.

Hier geht es zu den Stellungnahmen der Sachverständigen der Anhörung des 
Europaausschusses: 
http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a21/anhoerungen/62__Sitzung/index.html

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Marktanreizprogramm für Erneuerbare-Energien (MAP) & Energieforschung

Wie befürchtet, hat Schwarz-Gelb am Mittwoch im Haushaltsausschuss die 
Mittelkürzungen beim Marktanreizprogramm (MAP) abgenickt und Kürzungen in der 
Höhe von 100 Millionen Euro im Bereich der Erneuerbaren Energien bestätigt. Im 
Bereich der Forschungsmittel für Erneuerbare Energien und die Energieeffizienz 
bleibt es ebenfalls bei den vorgeschlagenen Kürzungen von rund 20 Millionen 
Euro.

Interessanterweise loben Energiepolitiker wie Thomas Bareiß MdB von der CDU 
Fraktion die Kürzungen noch in einer Pressemitteilung. 

Die Frage wie genau die Energiewende mit Mittelkürzungen statt mit Erhöhungen 
gelingen soll, lassen die Schwarz-Gelben aber offen.

Ebenfalls offen bleibt die Frage, inwiefern auch die Mittel für die 
Photovoltaikforschung von den Kürzungen betroffen sind. Bei der letzten großen 
Vergütungskürzung vor zwei Jahren wurde im Gegenzug eine Aufstockung der 
Forschungsmittel für die Photovoltaik zugesagt (Stichwort: Innovationsallianz 
Photovoltaik). Bei meiner letztwöchigen Antwort war die Bundesregierung hier 
ausgewichen, daher habe ich heute eine neue Anfrage eingereicht.

Hier geht es zu meiner Stellungnahme zu den Mittelkürzungen vom 07.03.2012: 
http://www.hans-josef-fell.de/content/?option=com_content&view=article&id=467&catid=24&Itemid=73

Hier geht es zur Pressemitteilung von Thomas Bareiß MdB zu den Mittelkürzungen: 
http://www.presseportal.de/pm/7846/2221227/bareiss-c02-gebaeudesanierungsprogramm-und-marktanreizprogramm-bleiben-auch-2012-garant-fuer-mehr/rss

Hier geht es zu meiner Folie mit der Darstellung der Entwicklung der 
MAP-Mittel: 
http://www.hans-josef-fell.de/content/?option=com_docman&task=doc_download&gid=640&Itemid=77

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20.000 MW-Marke für Marktprämie überschritten

Die Kosten der Marktprämie steigen und steigen. Die Bundesregierung schaut 
weiter zu. Die Kosten zahlen die Stromkunden. Die Bundesregierung nimmt damit 
sehenden Auges in Kauf, dass die EEG-Umlage nächstes Jahr ansteigen wird. Das 
ist grob fahrlässig.

Die Minister Röttgen und Rösler werfen jeden Tag eine Million Euro der 
Stromkunden aus dem Fenster. Noch schlimmer ist, dass es so sicher wie das Amen 
in der Kirche sein wird, dass die Gegner des EEGs und der Solarenergie bei der 
Verkündung der EEG-Umlage am 15. Oktober weitere Einschnitte bei den 
Erneuerbaren Energien verlangen werden.

Da dieses Problem den Herren Röttgen und Rösler seit Monaten bekannt ist, muss 
davon ausgegangen werden, dass der Karren bewusst gegen den Baum gefahren wird.

Link zu der Entwicklung der gemeldeten Leistung, die die Marktprämie in 
Anspruch nehmen: 
http://www.eeg-kwk.net/de/file/Direktvermarktung2012_Stand_20120321.pdf

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Bundesnetzagentur legt endlich Zahlen auf den Tisch

Nachdem die Bundesnetzagentur monatelang keine aktuellen Zahlen zum Zubau der 
Photovoltaik vorlegen konnte, haben wir den Druck mit einer schriftlichen 
Anfrage erhöht. Zeitgleich mit der Beantwortung der Schriftlichen Anfrage sind 
die Zahlen für November bis Dezember 2011 nun auch bei der Bundesnetzagentur 
einsehbar. Die Summe der installierten Leistung in MWp lag im Dezember 2011 bei 
2.983,129.

Die aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur gibt es hier: 
http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1931/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetGas/ErneuerbareEnergienGesetz/VerguetungssaetzePVAnlagen/VerguetungssaetzePhotovoltaik_node.html

Die Antwort der Bundesregierung gibt es hier: 
http://www.hans-josef-fell.de/content/?option=com_docman&task=doc_download&gid=684&Itemid=77

Berlin, den 23.03.2012

--
Hans-Josef Fell MdB
Sprecher für Energie der Bundestagsfraktion
Bündnis 90/ Die Grünen
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon: 030 - 227 72 158
Fax: 030 - 227 76 369
http://www.hans-josef-fell.de
Bei mir werden Erneuerbare Energien groß geschrieben!

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