junge Welt
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02.06.2012

Tod als Teil des Geschäfts

Auf den Gensojafeldern Argentiniens werden Giftstoffe versprüht, die in
ähnlicher Form im Vietnamkrieg eingesetzt wurden. Fehlgeburten,
Missbildungen und erhöhte Krebsraten sind die Folge. Doch es gibt Widerstand

Romano Paganini

Die junge Frau sitzt am Bahnsteig des stillgelegten Dorfbahnhofs und wartet,
bis die beiden Studenten ihre Kamera in Position gebracht haben. Es geht ein
fieser Regen an diesem Sonntagvormittag durch Ibarlucea, ein kleines Dorf,
eingeklemmt zwischen Sojafeldern und den Vorstadtslums der argentinischen
Provinzhauptstadt Rosario. Doch Luciana Algrain ist nicht des Wetters wegen
gekommen, sondern wegen ihres fünfjährigen Sohns: »Ich lebe seit sechs
Jahren gegenüber einem Sojafeld und wusste, dass die dort eingesetzten
Chemikalien schädlich für die Umwelt sind«, beginnt die 35jährige. »Aber es
war mir nicht klar, welche Folgen sie für die Menschen haben können.« Die
beiden Studenten nicken, kommen jedoch nicht dazu, Fragen zu stellen.
Luciana Algrain erzählt nicht zum ersten Mal, dass sie Mitte 2007 Juani zur
Welt brachte, der wegen eines Hirnfehlers im Rollstuhl sitzt. Gründe dafür
konnte auch der Arzt ihr nicht nennen. »Nur eine Erbkrankheit«, sagt die
Frau, »das schloss er definitiv aus.«

Erst durch die Gespräche mit den Nachbarn erfuhren die Algrains, dass Juani
nicht der einzige im Dorf ist, der gesundheitliche Probleme hat. »Es
meldeten sich Frauen, die keine Kinder bekommen können, Nachbarn mit Krebs
oder das 12jährige Mädchen, das an Leukämie erkrankt war. Wir informierten
uns, diskutierten und kamen zum Schluss, dass dies alles kein Zufall sein
kann.« Schließlich gingen die Nachbarn zur Gemeinde und verlangten, einen
Mindestabstand von 100 Meter zwischen Sojafeldern und Wohngebiet. »Ich bin
ziemlich sicher«, sagt die Hochschullehrerin zum Schluss, »dass Juani wegen
der Chemikalien einen Hirnfehler hat. Aber Beweise habe ich keine«. Dann
steht sie auf, fragt, ob das so OK gewesen ist und betont nochmal, dass sie
keine Beweis hat. Die Studenten nicken erneut. Sie drehen an einer
Dokumentation über die Folgen des Sojabooms in ihrer Provinz Santa Fe, dem
Zentrum des argentinischen Sojaanbaus. Es sind Folgen, über die die
argentinische Öffentlichkeit kaum Bescheid weiß.

Auch deshalb startet die Betroffenenvereinigung Pueblo Fumigado (Versprühtes
Volk) etwas später an diesem Vormittag ihre Informationskampagne. Auf den
stillgelegten Bahnsteig des kleinen Städtchens sind 25 Bewohner gekommen,
darunter Luciana Algrain, die ihre Hände nun an einem Matetee wärmt. Trotz
Kälte herrscht angeregte Stimmung. In den Gesprächspausen macht
selbstgemachte Pizza die Runde - und immer wieder die Frage: Was tun?
»Wichtig ist, dass ihr euch zusammenschließt«, sagt Fernando Albrecht von
Pueblo Fumigado. »Nur so könnt ihr etwas erreichen.«

Albrecht fordert in Ibarlucea, was ein Großteil von Pueblo Fumigado seit
Jahren fordert: dass bei der Bewirtschaftung von Agrarflächen keine
Chemikalien eingesetzt werden. Die Bevölkerung sei schließlich nie gefragt
worden, ob sie das wolle. »Das war«, sagt Albrecht, »kein demokratischer,
sondern ein autoritärer Entscheid.« Auf dem stillgelegten Bahnsteig von
Ibarlucea geht es nicht nur um eine Plattform für die Betroffenen, sondern
auch um Grundrechte in einer Demokratie. »Die Bürger sollen wieder
Selbstvertrauen entwickeln und ihre Meinung äußern«, sagt Albrecht. Er weiß,
dass es bei Gensoja um mehr geht als Chemikalien und Zusatzstoffe.

Eine Bohne wird zum Kapital

Gensoja ist in Argentinien, was Kupfer in Chile oder Erdöl in Nigeria: ein
riesiges Geschäft. 2011 wurden rund 11,6 Milliarden Dollar mit dem Verkauf
der Hülsenfrucht erzielt - so viel wie noch nie. Ein Großteil der jährlich
inzwischen 60 Millionen Tonnen Soja von argentinischen Äckern landet in den
Futtertrögen chinesischer und europäischer Mastbetriebe - auch in
Deutschland. Gensoja war in Argentinien, dem weltweit drittgrößten
Sojaproduzenten, von Anfang an kein Nahrungsmittel. Es war Kapital -
Kapital, das heute über die Hälfte des fruchtbaren Bodens des Landes
besetzt.

Dabei spielte Soja bis vor fünfzehn Jahren kaum eine Rolle. Angebaut wurde
Weizen, Mais oder Sonnenblumen. Erst ab 1996, also im selben Jahr, in dem
gentechnisch verändertes Soja auch in den USA auf den Markt kam, begannen
sich argentinische Bauern für die Nutzpflanze zu interessieren. Auslöser war
wie in Nordamerika der US-Chemiekonzern Monsanto. Er brachte nicht nur
gentechnisch veränderte Organismen an den Río de la Plata, sondern reiste
gleich mit einer ganzen Ideologie an. Sein Gensoja verkaufte er nur zusammen
mit dem Glyphosat der Marke Roundup - einem seit Mitte 70er Jahre
eingesetzten Herbizid zur Unkrautbekämpfung; es wird heute in Millionen von
Gärten weltweit verwendet.

Gleichzeitig kamen neue Technologien auf den Markt, mit denen noch schneller
mehr gesät, geerntet und letztlich verdient werden sollte. Monsanto ging
sowohl zu den Produzenten als auch zu den Agrarstudenten des Landes. Diesen
wurde in eigenfinanzierten Laboratorien und Studien beigebracht, dass
Glyphosat keinerlei negative Folgen habe, im Gegenteil: Es erhöhe die Ernte.
Schließlich war die von den Chemikern in St. Louis entworfene Gensojabohne
resistent gegen das Glyphosat. Und so machte Monsanto aus der einstigen
Getreidekammer der Welt ein Versuchslabor für Gensoja. Die Konsequenzen
dieses Produktionsmodells werden sechzehn Jahre danach langsam sichtbar.
Durch die Verharmlosung des Herbizids Glyphosat benutzten die Bauern es wie
Wasser - und rutschten dabei in einen Teufelskreis. Denn das Unkraut wurde
im Laufe der Jahre immer resistenter gegen das Herbizid Roundup. Es
entstanden sogenannte supermalesas, Super-Unkräuter - worauf die Bauern
entweder die Dosis erhöhten oder das Glyphosat mit anderen, noch stärkeren
Agrarchemikalien mischten. Die giftigsten dieser Chemiecocktails setzen sich
zusammen aus Glyphosat, Paraquat, Endosulfan oder der Essigsäure 2,4-D.
Letztere wird nicht nur gegen Unkraut verwendet, es sorgt auch dafür, dass
die Ernte schneller trocknet.

Dabei hat 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure, wie die Chemikalie mit ganzem Namen
heißt, eine dunkle Vergangenheit. Sie war in leicht modifizierter Form
Bestandteil des Entlaubungsgifts Agent Orange, das die US-Armee während des
Vietnamkriegs über den Wäldern versprühte. So sahen die Scharfschützen
besser, wo sich ihre Gegner versteckten. Der Krieg in Vietnam ist offiziell
seit knapp vierzig Jahren zu Ende. Doch die Folgen von Agent Orange sind
geblieben: verseuchte Böden, erhöhte Krebsraten und Kinder, die mit
Missbildungen zur Welt kommen.

Es sind die gleichen Merkmale, die heute bei Menschen beobachtet werden, die
in der Nähe von Agrarflächen mit gentechnisch veränderte Organismen Gensoja
wohnen.

Lähmungserscheinungen

Eine von ihnen ist Viviana Peralta. Die 44jährige ist wie Luciana Algrain
Nachbarin eines Sojabauern, sie wohnt in San Jorge, eine Stadt knapp 200
Kilometer nördlich von Ibarlucea. Die Reise dorthin führt durch endlose
Soja- und Maisplantagen, vorbei an Lagerhallen und Fabriken und an
Werbeschildern mit Aufschriften wie »AgrosSoluciones« oder »Turboalimento«
(Turboernährung).

San Jorge ist ein Städtchen mit 25000 Einwohner, unzähligen Silos und
Lagerhallen und natürlich großen Fuhrparks. Ohne diese würde das Soja nicht
an den Rio Paraná und damit nicht in die Welt gelangen.

Viviana Peralta bietet ihren Gästen Matetee an und deutet auf die andere
Straßenseite. Zehn Meter von ihrem Haus entfernt hatte der Nachbar jahrelang
seine Herbizide ausgebracht - mit Sprühmaschinen oder Flugzeugen. Vivianas
Lippen lähmten sich, und sie konnte kaum sprechen, als das Gift in der Luft
lag. Sie schloss jeweils Fenster und Türen, damit das komische Gefühl
aufhört.

Ailen konnte das nicht. Die jüngste Tochter von Viviana Peralta hatte schon
bald Atemprobleme und immer wieder Hustenanfälle. Ein Immunologe aus Rosario
bestätigte ihr, dass die Probleme mit den Chemikalien ihres Nachbarn zu tun
haben; dieser sprühte nur wenige Meter von dort, wo Ailen spielte und
schlief.

Viviana Peralta wandte sich an den Bürgermeister von San Joge. Doch der habe
nur mit den Schultern gezuckt und ihr dann ein Haus in der Stadt angeboten,
erzählt sie. Auch Autos, Hotelaufenthalte und Medikamente sollen der Familie
Peralta offeriert worden sein - ein beliebtes Mittel in er Region, um
Nachbarn mundtot zu machen.

Über Pueblo Fumigado gelangte Viviana Peralta schließlich an eine junge
Anwältin. Die erwirkte 2009 einen Gerichtsentscheid, der landesweit für
Aufsehen sorgte. Der Bauer darf seine Chemikalien nur noch bis zu einer
gewissen Distanz zur Nachbarschaft ausbringen, konkret: 800 Meter, wenn er
mit der Maschine sprüht, und 1500 Meter, wenn die Aplikation aus dem
Flugzeug erfolgt. Es war das erste Mal, dass in Argentinien eine staatliche
Instanz ein Reglement dazu aufstellte. Seither kam es in verschiedenen
Dörfern und Städten zu ähnlichen Urteilen.

Zudem veröffentlichte das Gesundheitsministerium der Provinz Santa Fe erst
kürzlich eine Untersuchung, wonach die Arztbesuche seit dem neuen Reglement
um 16 Prozent zurückgegangen sind. Viviana Peralta hingegen, die jahrelang
den Chemikalien ausgesetzt war, wurde von der Ärztin geraten, keine Kinder
mehr zu bekommen. Das Glyphosat habe sich schon zu sehr in ihrer Plazenta
abgelagert.

2,4D auch für Kartoffeln

San Jorge wäre wohl längst von der Landkarte verschwunden, wenn es nicht vor
den Genpflanzen dagewesen wäre. Es wirkt wie eine menschliche Ausnahme
inmitten eines horizontlosen Pflanzenmeers.

Nahe des Zentrums, mitten in einem Wohnquartier, werden Traktoranhänger mit
Soja gefüllt. Ein älterer Mann stempelt gerade Lieferscheine und blickt
erstaunt auf, als er hört, dass ein Journalist aus Europa da sei. Er kommt
aus dem Büro, während er die Tür der Lagerhalle neben den Silos aufstößt,
flüstert er: »Aber nur für ein paar Minuten.« Eigentlich darf er nicht mit
der Presse sprechen, scheint jedoch hin und her gerissen zwischen den
Interessen seines Brötchengebers und jenen seiner kranken Nachbarn.
»Normalerweise ist der Schuppen voll mit Samen und Chemikalien«, sagt er und
deutet auf die leere Fläche in der Mitte. Zwei Straßenhunde sind in die
Halle geschlichen und verrichten ihr Geschäft an einem Wulst aus leeren
Säcken, Plastikplanen und Staub. Es riecht wie im Chemiezimmer, das der
Lehrer in der Pause zu lüften versuchte. Beim Eingang stapeln sich leere
Kanister mit verschiedenen Markierungen, auch solche mit der Aufschrift
2,4D. Auf deren Etikette steht die empfohlene Dosis pro Hektar - nebst Soja
und Weizen auch für Kartoffeln, Reis und Zuckerrohr.

Ob die Chemikalien gefährlich sind? Der Mann zögert zunächst und antwortet
dann: »Der Produzent sagt, sie richten keine Schäden an.« Die Kanister seien
mit roten, gelben und grünen Streifen gekennzeichnet, so dass man immer
genau wisse, welche Produkte gefährlich seien und welche weniger.

Es waren diese Kennzeichnungen, die den Agraringenieur Claudio Lowy vor
einem Jahr in einen mehrtägigen Hungerstreik vor dem
Landwirtschaftsministerium in Buenos Aires treten ließ. Er warnte, dass die
enthaltenen Produkte wesentlich giftiger seien, als auf der Etikette
behauptet wird.

»Hier im Dorf«, sagt der Mann und schiebt die Tür der Lagerhalle wieder zu,
wisse man schon, dass die Chemikalien schädlich seien. »Aber wenn du
zwischen einem Job wählen kannst, der dir monatlich 2500 Pesos bringt, oder
einem mit Chemikalien, bei dem sie dir das Doppelte zahlen«, sei die
Entscheidung klar.

Kritiker werden bedroht

Für Fernando Albrecht von Pueblo Fumigado hat sich in Argentinien ein
Produktionssystem etabliert habe, bei dem alle irgendwie mitverdienen - und
dadurch davon abhängig geworden seien. Er nannte es auch die Diktatur des
Marktes. Andere Meinungen haben darin keinen Platz. Erst kürzlich wurde dem
Direktor eines lokalen Radiosenders per Telefon mit Prügel gedroht, wenn er
die kritische Berichterstattung zu den Genpflanzen nicht einstellt.
Mitglieder von Pueblo Fumigado erhielten auch Morddrohungen, anderen wurde
das Auto angezündet oder Scheiben eingeschlagen. Hinzu kam, dass die
Behörden einzelner Provinzen, darunter Santa Fe, Schulmaterial
zurückbehielt, in dem sich kritisch mit gentechnisch veränderten Organismen
beschäftigt wurde. »Und um die geht es letztlich«, sagt Albrecht. Sie sei
die Basis eines Produktionsmodells, das Monsanto zusammen mit der
neoliberalen Regierung Carlos Menems Ende 90er Jahren installiert habe. »Die
Chemikalien dienen lediglich dazu, es aufrechtzuerhalten.«

Es überrascht deshalb nicht, dass Studien wie jene des Embrionenforschers
Andrés Carassco von der Universität Buenos Aires kaum beachtet werden.
Dieser hatte vor drei Jahren nachgewiesen, dass Glyphosat schon bei geringer
Anwendung zu Missbildungen bei Embrionen führen könne. Monsanto sagte
darauf, ihre Untersuchungen wären zu einem anderen Ergebnis gekommen. Und
die Regierung um Cristina Fernández de Kirchner versteckt sich schon länger
hinter den Exporteinnahmen, die durch den hohen Sojapreis von Jahr zu Jahr
wachsen.

Widerstand hat sich hingegen an der medizinischen Fakultät Rosario gebildet.
Studenten und Professoren arbeiten dort an einer großangelegten Studie, in
der seit 2010 über 40000 Nachbarn von Agrarflächen mit gentechnisch
veränderten Organismen zu ihrer Gesundheit befragt wurden. Erste Ergebnisse
zeigen, dass die Menschen in den betroffenen Gebieten vermehrt an einer
Schilddrüsenüberfunktion leiden - einer Krankheit, die im Resten des Landes
praktisch nicht auftritt.

Schlafen neben Chemikalien

Eine Autoraststätte, wenige Kilometer vor der Grenze zur Provinz Santiago
del Estero. Auf den Bildschirmen an der Wand werden die Zusammenfassungen
der Fußballspiele des Vortages gezeigt, am Fenster sitzt Roberto Ríos, der
gerade von einer Untersuchung im Spital zurückgekommen ist. Rios hat
zwischen 2001 und 2009 für eine lokale Agrarfirma Chemikalien gemischt und
sie auf den Feldern ausgebracht. Tag für Tag. Mit Rucksackkanistern oder
Maschinen, aber ohne Handschuhe, Anzug oder Schutzmasken. »Uns wurde weder
gesagt, dass wir uns schützen müssen noch das die Mittel gesundheitliche
Schäden verursachen«, erzählt der 35jährige.

Argentinien steckte Anfang Nullerjahre mitten in einer Wirtschaftskrise,
Bauern und Produzenten achteten weniger auf die Dosis der Chemikalien als
vielmehr darauf, was die Ernte einbringt. »Das Ziel«, erinnert sich Ríos,
»war von Jahr zu Jahr das Gleiche: Noch mehr Ertrag pro Hektar.« Roberto
schlief zusammen mit anderen Mitarbeitern während zwei Jahren in derselben
Lagerhalle, in der er tagsüber die Cocktails mischte - neben Kanistern mit
Glyphosat, 2,4D und Endosulfan. »Die Firma stellte uns keine andere
Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung.« Über Nacht nach Hause zu fahren,
habe sich nicht gelohnt.

Ríos stammt aus ärmlichen Verhältnissen und lebt seit seiner Jugend von der
Landwirtschaft. Zunächst gab er den immer stärker werdenden Kopfschmerzen
und Muskelkrämpfen während der Arbeit keine Bedeutung. Als er aber immer
weniger aß, sich im Spiegel nicht mehr wiedererkannte und eines Tages nicht
mehr Gehen konnte, begab er sich in ärztliche Behandlung. Er musste sich an
Speiseröhre und Niere operieren lassen, zudem wurde ihm die Galle entfernt.
»Was ich genau habe, können die Ärzte nicht sagen.« Was sie dem Mann aber
sagten, ist, dass er keinen Kontakt mehr mit Agrarchemikalien haben dürfe.

Viele der in Argentinien angewendeten Düngermittel sind in Europa verboten -
obwohl sie aus den dortigen Laboratorien stammen: von Syngenta aus Basel,
von BASF aus Ludwigshafen am Rhein oder von Bayer aus Leverkusen. Die
Chemie- und Pharmaindustrie verdient ihr Geld aber nicht nur mit dem Verkauf
ihrer Chemikalien. Sie verdient auch dann, wenn die Nachbarn von
Ackerflächen mit gentechnisch veränderten Organismen krank werden und in
Behandlung müssen.




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