Live and Let Live
http://www.youtube.com/watch?v=CP_mjaYZHOA

Reformieren Sie den WWF!

Für echten Umweltschutz statt Greenwashing

19 Apr 2012

Wir möchten den WWF unter Druck setzen und einige fundamentale Aspekte
seiner Politik ändern. Der WWF muss als Lobby für Mensch und Natur agieren,
nicht für Unternehmen. Wir verlagen daher höhere Transparenz, klare
Prinzipien und vertrauenswürdige Funktionäre!

Bitte helfen Sie mit, indem Sie unterschreiben und teilen!
http://www.thepetitionsite.com/345/718/694/

--------------------------------------------------------------------------

animalright.org
http://animalright.org/de/wwf

2. Mai 2012

WWF - echter Umweltschutz oder Greenwashing?

Der WWF ist wohl die größte Umweltschutzorganisation der Welt. Mit einem
Umsatz von 525 Mio. Euro im Jahr 2010 (Quelle: WWF-Jahresbericht 2010 [1])
hat sie großes Potenzial, um Projekte verschiedenster Art durchzuführen. Ob
die Spendengelder aber auch tatsächlich dort ankommen, wo sie dringend
gebraucht werden, ist fraglich. Der folgende Artikel soll einen genaueren
Überblick über diese Thematik geben.

Die Hintergründe

Spätestens nach der Ausstrahlung der Dokumentation "Der Pakt mit dem Panda"
[2] (Regie: Wilfried Huismann) am 22. Juni 2011 in der ARD geriet die
Organisation international in die Kritik. Vorgeworfen wird dem WWF unter
anderem Greenwashing, Korruption und verantwortungsloser Umgang mit
Spendengeldern. Der WWF reagierte prompt mit einem ausführlichen
'Faktencheck' [3], welcher jedes Statement aus dem Film relativieren soll.
Offensichtlich aber war der Sturm der Entrüstung nicht mehr aufzuhalten:
Wochenlang wurden die Facebook-Seiten des WWF mit Links zur Doku
bombardiert, Stellungnahmen auf Youtube wurden mit bösen Kommentaren
abgestraft, die Telefone liefen heiß. Noch immer wird gerne auf jenen Film
verwiesen, wenn der WWF über vermeintliche Erfolge berichtet. Welche Seite
aber am richtigsten - oder besser gesagt am wenigsten falsch - argumentiert,
bleibt offen, denn viele Statements können von Außenstehenden gar nicht
überprüft werden.

Ich möchte mich als Ersteller der Petition 'For real environmental care:
Reform the WWF!' [4] demnach nicht auf einzelne Zahlen fixieren, sondern die
Strukturen dahinter aus einer neutralen Sicht näher beleuchten.

Zunächst aber muss mit einem Missverständnis aufgeräumt werden: Tierschutz
und Artenschutz [5] verfolgen unterschiedliche Ziele. Während Tierschutz die
Tiere als Individuuen schützen möchte, steht für Artenschützer der Erhalt
der Spezies im Zentrum. Auch wenn die beiden Themen sicherlich miteinander
verwandt sind, kann der WWF beispielsweise nicht dafür verantwortlich
gemacht werden, dass der Fleischkonsum noch immer stetig wächst oder dass im
nächsten Wald eine Treibjagd stattfindet.

Personalfragen

Wenn aber Jagden auf Tiere gefährdeter Arten stattfinden, sollte sich der
WWF sehr wohl einschalten. So geschehen Mitte April 2012: Juan Carlos, König
von Spanien und WWF-Ehrenpräsident, brach sich in Botswana auf
Elefanten-Jagd die Hüfte. Nicht genug, dass Elefanten [6] höchst
intelligente und vielerorts gefährdete Säuger sind, ein Abschuss eines
Exemplars kostet mindestens 20.000 Dollar, während die Arbeitslosigkeit in
Spanien so hoch ist wie noch nie und das Land wie kaum ein anderes von der
Rezession betroffen ist. Diese Geldverschwendung hat großen Unmut ausgelöst,
nicht nur unter umweltbewussten Menschen, sondern sogar bei einigen
nationalen WWF-Büros. Auf der Facebook-Seite "WWF Austria" wurde wörtlich
angekündigt: "Wir haben es jetzt satt: Der Generalsekretär des WWF Spanien,
Juan Carlos del Olmo, hat heute den spanischen König Juan Carlos in einem
offenen Brief dazu aufgerufen, von seiner Funktion als Ehrenpräsident des
WWF Spanien zurückzutreten." Eine löbliche Initiative, die aber bis dato
noch keine Ergebnisse gebracht hat.

Diese Tatsache wirft natürlich die Frage auf, warum der WWF überhaupt
jemandem, der die Prinzipien der Organisation offensichtlich missachtet,
eine solche Position anbietet. Juan Carlos ist jedoch nicht der einzige
Fall, wegen dem man sich diese Frage stellen kann. In "Der Pakt mit dem
Panda" wurde Dr. Hector Laurence vom WWF Argentinien zu gentechnisch
veränderten Lebensmitteln befragt. Dieser sagte dazu: "Ich glaube,
Gentechnik und Artenvielfalt lassen sich perfekt miteinander vereinbaren."
Prinz Philip, ebenfalls WWF-Ehrenpräsident, meint in Bezug auf Trophäenjagd:
"Indem man die Raubtiere dezimiert, schützt man andere Tiere." Wir haben
also drei Beispiele für Leute, die im WWF wichtige Ämter innehaben und
offensichtlich ihre eigenen Süppchen kochen. Zwar ist es normal, dass in
einer weltweit aktiven Organisation Meinungen verschiedener Personen leicht
voneinander abweichen, doch man sollte sich zumindest auf einen gemeinsamen
Kurs in Bezug auf fundamentale Themen wie Trophäenjagd oder gentechnisch
veränderte Lebensmittel einigen können.

Lobbying oder Greenwashing?

Hierfür sind dem WWF die Beziehungen mit Wirtschaftsvertretern aber
offensichtlich zu wichtig. Als Lobby für die Natur muss sich der WWF
selbstverständlich mit Unternehmen an einen Tisch setzen, um Kompromisse
auszuverhandeln, doch die Ergebnisse sind oftmals mehr als fragwürdig.
Organisationen wie der MSC (Marine Stewardship Council), der FSC (Forest
Stewardship Council), der RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) und der
RTRS (Round Table on Responsible Soy) sind in Zusammenarbeit aus Vertretern
der Wirtschaft und NGOs entstanden und werden auch heute noch zum Teil von
einem Rat bestehend aus diesen Parteien geführt. Diese Struktur mag
demokratisch scheinen, bringt jedoch auch Probleme mit sich: Dem
entsprechenden Wikipedia-Artikel [7] zufolge werden beim RSPO beispielsweise
nur knapp 7% der Vollmitglieder von Umweltschutzorganisationen und sozialen
Verbänden gestellt. Andere Kritikpunkte betreffen zu lasche Richtlinen. So
unterstützt Greenpeace den MSC zum Beispiel nicht mehr, weil das Siegel auch
für Fisch aus überfischten Gegenden vergeben wird. Erfahren Sie mehr zum
Thema Fischerei [8].

Tourismus als Naturschutzmaßnahme?

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass der WWF Reisen bewirbt, auf denen man die
letzten Tiger der Erde beobachten kann. Solche Fahrten, angeboten vom
Reisebüro und WWF-Partner "Natural Habitat" [9], fallen für die Anbieter
unter die Kategore "Ökotourismus" und sollen demnach so geringe Auswirkungen
wie möglich auf die Flora und Fauna der Parks haben. In der Doku "Der Pakt
mit dem Panda" ist jedoch zu sehen, dass in den Schutzgebieten ganze
Jeep-Konvois die Wälder auf der Jagd nach den Raubkatzen durchfahren. Es
wird also eher intensiver als nachhaltiger Tourismus betrieben.
Fremdenverkehr ist für den Schutz eines Gebietes mit Sicherheit von
Bedeutung: Auch in vielen Ländern Afrikas würde man gewiss weniger Wert auf
den Erhalt natürlicher Lebensräume legen, wenn in deren Schutz kein
wirtschaftlicher Vorteil involviert wäre. Wir sind jedoch der Meinung, dass
Wirtschaft beim Schutz einer vom Aussterben bedrohten Art keine zentrale
Rolle spielen darf, und treten daher dafür ein, dass sich der WWF verstärkt
für die Gründung und den Erhalt von Schutzgebieten der IUCN-Kategorien Ia
und Ib (Erklärungen zu den verschiedenen Arten von Schutzgebieten finden Sie
u.a. im englischsprachigen Essay [10] zum Thema "gefährdete Arten")
einsetzt, um die Habitate dadurch vollkommen von menschlichem Einfluss zu
schützen, damit die Tiger ein sicheres Rückzugsgebiet bekommen.

Was wir fordern...

Die Reformen, die wir vom WWF einfordern, betreffen im Grunde die Punkte
Transparenz und Verantwortungsbewusstsein. Wir sind der Meinung, dass auch
private Spender das Recht haben zu erfahren, in welche Projekte ihre Gelder
fließen, mit welchen Parteien der WWF verhandelt und welche Entscheidungen
schlussendlich getroffen werden. Als größte Umweltschutzorganisation der
Welt muss sich der WWF ferner seiner Verantwortung der Natur und den
Menschen gegenüber bewusst sein und sich verstärkt für die Errichtung
strenger Schutzgebiete auf dem Land und im Meer einsetzen, um den dort
heimischen Arten ein sicheres Refugium anzubieten. Wir bitten Sie daher,
unsere Initiative zu unterstützen, indem Sie unsere Petition "For real
environmental care: Reform the WWF!" [11] unterschreiben. Wir danken für
jede Unterstützung und werden Sie laufend über den weiteren Verlauf der
Kampagne informieren!

[1] http://awsassets.panda.org/downloads/int_ar_2010.pdf
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Pakt_mit_dem_Panda
[3] http://www.wwf.de/wwfinformiert/
[4] http://www.thepetitionsite.com/345/718/694/
[5] http://animalright.org/de/artenschutz
[6] http://animalright.org/lexikon/elefant
[7] http://de.wikipedia.org/wiki/RSPO#Organisation
[8] http://animalright.org/de/fischerei
[9] http://www.nathab.com/
[10] http://animalright.org/downloads/endangered_species_research_paper.pdf
[11] http://www.thepetitionsite.com/345/718/694/

--
Lorenz Hummer
Salzweg 34
5082 Grödig
Österreich
[email protected]




° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
Ende der weitergeleiteten Nachricht ° Alle Rechte bei den AutorInnen
Unverlangte und doppelte Zusendungen bitten wir zu entschuldigen
Abbestellen: mailto:[email protected]?subject=unsubscribe

° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
Greenhouse Infopool Berlin
[email protected]
www.twitter.com/greenhouse_info
www.freie-radios.net
www.coforum.de


° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
"Klimaschutz muss als Bewegung von unten kommen."
http://energiewende.wordpress.com
http://klima-der-gerechtigkeit.de





_______________________________________________
Pressemeldungen mailing list
[email protected]
https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/pressemeldungen

Antwort per Email an