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25.09.2013 Versenkte Steuermillionen Umweltverbände fordern Kooperation deutscher Seehäfen statt Elbvertiefung Die Kontroverse um die Vertiefung von Elbe und Weser gehen weiter: Umweltverbände fordern den Verzicht und stattdessen eine stärkere Auslastung des Tiefwasserhafens JadeWeserPort. Wirtschaft und Politik warnen vor Verlust von Arbeitsplätzen Von Reinhard Schwarz, Hamburg Kürzlich konnten verdutzte Hamburger vom Ufer der Elbe aus beobachten, wie Unbekannte von einer Barkasse aus 591 Millionen Euro im trüben Wasser versenkten. Die symbolische Aktion richtete sich gegen die geplanten Vertiefungen von Elbe und Weser. Diese würden nämlich mit jener Summe zu Buche schlagen, für die letztendlich die Steuerzahler aufkommen müssten. Das errechnete das Aktionsbündnis »Lebendige Tideelbe«, ein Zusammenschluss der Umweltverbände NABU, BUND und WWF. Deren Botschaft: Die sündhaft teuren »Fahrrinnenanpassungen« könne man sich sparen, wenn die norddeutschen Häfen besser kooperierten, statt sich einen ruinösen Wettbewerb zu leisten. »Deutschland kann sich den unkoordinierten Ausbau von drei konkurrierenden Hafenstandorten nicht leisten - weder ökologisch noch ökonomisch«, erklärte das Aktionsbündnis. Die Verbände untermauern ihre Position mit einer Logistikstudie des in Berlin ansässigen Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Dessen These lautet: Millionen Euro würden verschwendet, weil Hamburg, Bremen und Niedersachsen nicht miteinander, sondern gegeneinander arbeiteten. »So ist im Rahmen der Bundesverkehrswegeplanung vorgesehen, dass sowohl die Weser als auch die Elbe vertieft werden sollen, um dem Größenwachstum der Containerschiffe zu entsprechen«, heißt es in der Studie. Gleichzeitig sei aber »der mit immensen Mitteln« fertig gestellte Tiefwasserhafen JadeWeserPort (JWP) »bei Weitem unterausgelastet«. Der mit 1,2 Milliarden Euro gebaute und 2012 in Betrieb genommene JadeWeserPort mit 18 Metern Tiefe kann zwar die größten Pötte abfertigen, schwächelt aber: Statt der erwarteten 650 000 Container wurden von Januar bis Juni 2013 laut NDR nur 33 000 umgeschlagen. Das Tideelbe-Bündnis stößt mit seiner Kritik auf reflexartige Ablehnung in der Hansestadt Hamburg. So erklärte Hafenexperte Olaf Ohlsen (CDU): »Mit ihrer verbohrten Ideologie gefährden die Umweltverbände Tausende Arbeitsplätze und nehmen damit einen massiven Schaden für unsere Stadt in Kauf. Offensichtlich ist den Verbänden die Zukunft unserer Stadt völlig egal. Sie sollten sich schämen.« Jan Balcke, SPD-Fachsprecher für Wirtschaft, sagte: »Ein Verzicht auf die Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe hilft nur den ausländischen Häfen in Antwerpen und Rotterdam.« Der Gütertransport per Schiff auf den Flüssen sei ökologisch »weit sinnvoller« als »Lkw-Lawinen an den Küsten«. Der Unternehmensverband Hafen Hamburg e.V. warnte ebenfalls vor dem Verlust von Arbeitsplätzen. Die Wirtschaftsbehörde erklärte, man müsse nicht auf jede Stellungnahme der Elbvertiefungsgegner reagieren. Unerwarteter Zuspruch für die so gescholtenen »Ökos« kommt von jenseits der Elbe. So erklärten Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) und Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne): »Ausdrücklich zu begrüßen ist die Anregung (des WWF, d. Red.) zu einer stärkeren Kooperation der drei norddeutschen Häfen JadeWeserPort, Bremerhaven und Hamburg.« Und: »Weitere Vertiefungen der Elbe sind nicht notwendig, weil der JadeWeserPort auch für größte Containerschiffe zur Verfügung steht und entsprechende Maßnahmen somit weder aus ökologischen noch aus volkswirtschaftlichen Gründen sinnvoll sind.« -------------------------------------------------------------------------- Bis zu 17,1 Meter Der Bund und Hamburg wollen die Fahrrinne der Elbe von der Mündung bis zur Hanse-Stadt deutlich vertiefen, um größeren Frachtschiffen die Einfahrt in den rund 130 Kilometer von der Nordsee entfernten Hafen zu ermöglichen. Die Kläger befürchten weitere Schäden an der Elbe durch Wattverlust, Strömungszunahme, Sauerstoffmangel und Lebensraumverlust für bedrohte Pflanzen und Tiere. Die Elbe wurde auf dieser Strecke schon acht Mal vertieft. Anfang des 19. Jahrhunderts war der Fluss bei Hamburg drei bis vier Meter tief, derzeit liegt die Sohle der Fahrrinne 14,9 Meter unter Seekartennull (SKN). Seit 2002 ist eine erneute Vertiefung auf 15,9 bis 17,1 Meter unter SKN geplant. (dpa/nd) ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° Ende der weitergeleiteten Nachricht ° Alle Rechte bei den AutorInnen Unverlangte und doppelte Zusendungen bitten wir zu entschuldigen Abbestellen: mailto:[email protected]?subject=unsubscribe ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° Greenhouse Infopool baut um! Wir sind jetzt vor allem hier: Twitter: http://twitter.com/greenhouse_info RSS-Feed: http://tinyurl.com/greenhouse-feed Facebook (Beta): http://www.facebook.com/mika.latuschek Twitter-News per E-Mail erhalten: https://listen.jpberlin.de/mailman/listinfo/greenhouse-info _______________________________________________ Pressemeldungen mailing list [email protected] https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/pressemeldungen
