NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 84/15 | 29. JUNI 2015
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Naturschutz International
NABU: „Schutzarbeit für russische Weltnaturerbe darf nicht unter
politischen Spannungen leiden“
Zahlreiche russische UNESCO-Weltnaturstätten durch Großbauprojekte und
Bergbau bedroht
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Berlin – Vom 28. Juni bis zum 8. Juli tagt in Bonn das
UNESCO-Welterbekomitee. Für den NABU verfolgt Vitalij Kovalev, Leiter
des Kaukasusprogrammes, die Konferenz. Der NABU hat bereits maßgeblich
an Weltnaturerbeprogrammen in Mittelasien, Russland und im Kaukasus
mitgearbeitet.
 
In diesem Jahr entscheidet die UNESCO über die Nominierung von 36
Welterbestätten, darunter zwei Erweiterungen von Naturerbestätten in
Südafrika und Vietnam sowie drei neue Naturerbestätten in Thailand,
im Sudan und, länderübergreifend, in Russland sowie der Mongolei. Bei
der russisch-mongolischen Naturlandschaft handelt es sich um die
Daurische Steppenlandschaft. „Die Ernennung der Daurischen
Steppenlandschaft zum UNESCO-Weltnaturerbe würde ein großer Erfolg für
die mehrjährige deutsch-russische Zusammenarbeit zum Schutz der
Weltnaturerbe bedeuten“, sagte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt und
betont, diese dürfe trotz der derzeitigen politischen Spannungen nicht
leiden. Da Russland zudem ein wichtiger Partner für den globalen
Klimaschutz sei, könnten ohne dessen Zusammenarbeit die von Deutschland
gestellten Klimaschutzziele nicht erreicht werden.
 
Russland verfügt über den weltweit bedeutendsten Anteil der Naturerbe.
Aktuell sind zehn russische Stätten als Weltnaturerbe und eines als
Kulturlandschaft von der UNESCO anerkannt. Einige davon sind trotz ihrer
herausragenden Bedeutung durch unterschiedliche menschliche Einflüsse
wie Großbauprojekte, Bergbau oder den Tourismus bedroht. Der NABU sowie
russische NGOs fordern daher die Aufnahme des Baikalsees, des Komi
Forests, des Golden Altai Mountains, der Wrangel Insel in der russischen
Arktis sowie der Vulkane Kamtschatkas in die Liste der gefährdeten
Weltnaturerbegebiete. 
 
Ebenfalls auf die Liste der bedrohten Weltnaturerbe gehöre laut NABU
das Weltnaturerbegebiet Westkaukasus, das durch den Ausbau zu einem
Skigebiet bedroht ist. Der NABU war maßgeblich für die Aufnahme des
Westkaukasus´ in die Liste der UNESCO-Weltnaturerbegebiete beteiligt.
Der 300.000 Hektar große Naturraum ist der einzige weitestgehend
unbeeinflusst gebliebene Hochgebirgskomplex dieser Größe in Europa und
Westasien und in seiner Ursprünglichkeit und Einzigartigkeit von
unschätzbarem Wert. Eine Erweiterung des Weltnaturerbe Westkaukaus um
70.000 Hektar hat Russland in diesem Jahr bei der UNESCO beantragt
 
Das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“
wurde 1972 verabschiedet. Es ist das international bedeutendste
Instrument, das von der Völkergemeinschaft zum Schutz ihres kulturellen
und natürlichen Erbes beschlossen wurde. Bis heute haben 191 Staaten das
Übereinkommen unterzeichnet. Auf der UNESCO-Liste des Welterbes stehen
aktuell 1.007 Kultur- und Naturerbestätten in 161 Ländern. Deutschland
ist mit 37 Kulturerbestätten und zwei Naturerbestätten auf der
Welterbeliste vertreten.
 
 
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Für Rückfragen:
Vitalij Kovalev, NABU-Leiter Kaukasusprogramm, Mobil +49
(0)172.9170878, E-Mail: [email protected]
 

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