Gemeinsame Pressemitteilung | 14. OKTOBER 2015
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Natur/Umwelt 
Naturschutzoffensive für Deutschland – Umweltministerium stellt
Initiative für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland
vor
Umweltverbände: Zeit der Sonntagsreden ist vorbei 
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Berlin – Anlässlich der Bekanntgabe einer neuen Initiative zum Schutz
der biologischen Vielfalt durch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks
fordert eine Allianz der großen deutschen Umweltverbände ein
konsequentes Handeln der gesamten Bundesregierung. Nach Einschätzung von
BUND, DNR, DUH, NABU und WWF können die selbstgesteckten Ziele der
Bundesregierung zum Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland bis
2020 nur noch erreicht werden, wenn massiv umgesteuert werde. Ziele, die
bis spätestens 2015 hätten erreicht werden sollen, wurden zudem klar
verfehlt. Die „Zeit der wohlklingenden Sonntagsreden“ sei vorbei. 
 
Zahlreiche Schutzgebiete, so die Kritik der Verbände, seien in einem
schlechten Zustand, es gebe keine ausreichende Vernetzung und der
Artenschwund in Deutschland sei weiterhin ungebremst dramatisch. Die
angekündigte Umsetzungsinitiative wurde in einer gemeinsamen Erklärung
der Umweltschutzorganisationen als „dringend notwendiges Zeichen zur
rechten Zeit“ bewertet. Bundesregierung und Länder müssten jetzt endlich
dafür sorgen, dass die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt
(NBS) mit Leben gefüllt und umgesetzt werde. Ausdrücklich begrüßt wurde,
dass Hendricks mit der Forderung nach einer grundlegenden Neuausrichtung
der Agrarsubventionen eine längst überfällige Diskussion angestoßen
habe. 
 
Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger forderte vor allem Verbesserungen
beim Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000: „Die Natura 2000-Schutzgebiete
sind größtenteils in einem schlechten Zustand. Bei einer Vielzahl von
ihnen fehlen festgeschriebene Schutzziele und ausreichende
Managementpläne. Es mangelt außerdem an Wanderkorridoren, damit ein
Austausch von Arten zwischen den Gebieten möglich ist. Erforderlich ist
außerdem eine bundesweite Biotopverbundplanung, für deren Umsetzung alle
zuständigen Bundesministerien gemeinsam verantwortlich sein müssen.“ 
 
DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner ergänzt: „Die NBS ist
eine Regierungsstrategie, zu deren Umsetzung alle Bundesministerien
beitragen müssen. Alle Planungen und Gesetze der Bundesregierung müssen
auf ihre Verträglichkeit für die biologische Vielfalt als Grundlage
allen Lebens hin überprüft werden, wie wir bereits zum Beginn der
UN-Dekade zur Biologischen Vielfalt 2010 gefordert haben. Jetzt zu deren
Halbzeit nach fünf Jahren und Fortschritten nur in wenigen Bereichen ist
es höchste Zeit, dass die gesamte Bundesregierung ihre Verantwortung für
die Umsetzung wahrnimmt.“
 
DNR-Vizepräsident Leif Miller hebt die internationale Verantwortung
Deutschlands hervor, die es ebenso zu berücksichtigen gelte: „Als
Mitunterzeichner der 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung ist
Deutschland aufgefordert, den Schutz der biologischen Vielfalt zu
gewährleisten. Wir können es uns nicht leisten, im eigenen Land zu
versagen, wenn wir gleichzeitig den Erhalt der globalen Ökosysteme
einfordern.“
 
NABU-Präsident Olaf Tschimpke betont die entscheidende Bedeutung einer
verantwortlichen Landnutzungspolitik: „Die nicht-nachhaltige Landnutzung
ist das Hauptproblem im Natur- und Umweltschutz. Ich bin froh, dass
Ministerin Hendricks mit der Abschaffung der Agrarsubventionen klar Ross
und Reiter benennt. Das Bundeslandwirtschaftsministerium ist nun
gefordert, eine Neuausrichtung der Agrarförderung nach dem Prinzip ‚Geld
gegen Leistung‘ aktiv zu unterstützen.“
 
WWF-Vorstand Christoph Heinrich fordert einen massiven Ausbau der
Investitionen für biologische Vielfalt seitens des Bundes und der
Länder. Schließlich belegt eine vom Bundesumweltministerium selbst in
Auftrag gegebene Studie, dass zur Wiederherstellung und zum Erhalt
wichtiger Ökosysteme in Deutschland jährlich rund drei Milliarden Euro
notwendig wären. „Investitionen in unsere Biodiversität lohnen sich
letztlich für alle Bürger, denn sie sichern uns Leistungen der Natur,
die umgerechnet einen Mehrwert von neun Milliarden Euro haben. Dazu
zählen etwa die Bereitstellung von sauberem Wasser, positive
Klimawirkungen und vielfältige Erholungslandschaften.“
 
 
Für Rückfragen:
 
Magnus J. K. Wessel, Leiter Naturschutzpolitik BUND e.V. (Telefon:
030/27586-543, E-Mail: [email protected])
 
Helga Inden-Heinrich, Geschäftsführerin DNR (Telefon: 030/ 6781775-98,
E-Mail: [email protected]) 
 
Ulrich Stöcker, Abteilungsleiter Naturschutz und Biodiversität der DUH
(Telefon 030/2400867-13, Mobil: 0160/8950556, E-Mail: [email protected])
 
Till Hopf, NABU-Naturschutzreferent (Telefon: 030/284984-1618, Mobil:
0172/9422694, E-Mail: [email protected])
 
Albert Wotke, Referent Naturschutz Deutschland WWF (Telefon:
030/311777-279, Mobil: 0160/5321050, E-Mail: [email protected])
 
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