Hallo! Es geht mal wieder um das Praxis-Problem "Scribus und Offset", diesmal um die Schrifteneinbindung:
Dazu schrieb Peter Dietrich: > ich bin selbst in einer Druckerei in der Vorstufe besch?ftigt und habe > tagt?glich mit PDFs aller Arten zu tun. > (...) > Andererseits: falls Scribus die Schriften nicht einbettet, wird dies im > Acrobat Reader erkennbar. > (...) > Ich selbst bin bei dem Versuch, eine Scribus-Datei zum Test f?r eine > Belichtung zu erstellen, noch nicht erfolgreich gewesen. Falls > gew?nscht, bin ich gerne bereit, einen Test mit einer gestellten PDF > durchzuf?hren. Allerdings er wieder Montag. :-) Und Franz Schmid meinte: > Da hat Deine Druckerei im Prinzip recht, aber bei der kompletten > Einbettung sollte es eigentlich keine Probleme geben. Kannst Du > nicht ersatzweise Type1 Schriften nehmen? Letzteres habe ich jetzt gemacht, naemlich das ganze Dokument nochmal umgebaut und die TT-Fonts durch Type1 ersetzt. Nach wie vor habe ich aber auch noch die TT-Version, so dass ich gerne Peter Dietrich das Dokument testweise ueberlassen moechte, wenn er sein Angebot ernst meint. Ich habe mich in der vergangenen Woche wirklich intensiv mit dem Thema "Scribus und Offset" auseinandergesetzt. Ich bin weder Linux-Profi (nutze das OS erst seit zwei Monaten und versuche gerade, den DAU-Status zu verlassen), noch ein DTP-Spezialist. Doch gerade bei letzterem besitze ich zumindest Praxiserfahrung, weil ich bereits desoefteren Drucksachen erstellt und in Auftrag gegeben habe - vom A5-Flyer im digitalen Offsetdruck bis hin zur 28-seitigen Zeitung Rollendruck. Meine Erfahrung - auch wenn mein Druckauftrag erst am Montag rausgeht und ich dann natuerlich abwarten muss, was der Drucker sagt - in Bezug auf Scribus und Offset zeigt: Ja, es ist moeglich - auch fuer einen Normal-User. Ja, aber... Das 'aber' resultiert aus der gewissen 'Grundarroganz' der Druckereien, die sich auf mit dem Acrobat Distiller erzeugte PDF's eingeschossen haben. Entweder man distilliert mit den joboptions der Druckerei, oder man laesst es eben bleiben und druckt gar nicht. Aus diesem Grund laeuft es deshalb in der Praxis derzeit auf eine Koexistenz von Scribus und Adobe Acrobat hinaus. Will heissen: Man erstellt in Scribus ein hochwertiges (hohe Aufloesung, eingebettete Schriften, CMYK-Farben) PDF, ?ffnet dieses mit Acrobat und druckt es in ein .ps-File (idealerweise mit Adobes PS-Drucker). Danach jagt man das .ps mit den vorgegebenen oder idealerweise als File zur Verfuegung gestellten Joboptions durch den Distiller. Das daraus resultierende PDF sollte dann eigentlich den Anforderungen der Druckerei entsprechen. Ich habe es mit "Pitstop" gepr?ft und habe diverse Preflights gemacht. Aus Sicht der Druckvorstufe muesste nun alles im reinen sein. Ist das jetzt eine Enttaeuschung und eine "Niederlage" fuer Scribus? Nein! Scribus hat in meinem Fall die Arbeit erledigt, die ansonsten PageMaker, InDesign oder Quark bei mir erledigt haette - ein Satzdokument zu erstellen, welches ich fuer die Druckvorstufe ohnehin an Acrobat haette uebergeben muessen. Und dass ich bei der Druckvorstufe auf Acrobat angewiesen bin, haengt wohl eher mit den Anforderungen der Druckereien zusammen, die sich natuerlich auch irgendwie auf einen gemeinsamen Standard einigen muessen. Vielleicht bietet der PDF/X-3-Standard demnaechst einen Ausweg aus dieser Situation? Nur zur Klarstellung fuer alle, die noch keine Erfahrungen mit dem Offset-Druck haben: Fuer Heimausdrucke - egal ob auf dem eigenen Tintenstrahler oder Laser - sowie fuer Digitaldrucke auf gro?en Farblaserdruckeren, wie sie mittlerweile in jedem zweiten Copy-Shop herumstehen, ist Scribus bereits jetzt ein absolut den Anforderungen genuegendes Programm, dessen Staerken aber auch Launen ich mittlerweile sehr zu schaetzen gelernt habe. Leider spielen beim Offset-Druck eben noch andere Faktoren als die korrekte Darstellung auf dem Bildschirm und ein schoener Ausdruck zuhause eine Rolle. Schoenes Wochenende Matthias
