"Limbo" würde nur noch eine Baustelle aufmachen, das ändert nichts am Grundproblem.
Lässt man den ganzen Unfug beiseite, der zurecht gleich gelöscht wird, bleiben mehr oder weniger gelungene Artikelversuche von mehr oder minder großer Relevanz. Guter Wille dar also vorausgesetzt werden, es kann auch Arbeit und Herzblut dahinterstecken. Bekanntlich ist das mit dem ersten Artikel inzwischen nicht mehr so leicht, wie es zu der Zeit war, als die heutigen Veteranen der Wikipedia loslegten. Wir sollten uns daran erinnern. Auch an die Entstehungsgeschichte als Gegenmodell zur Nupedia. Wer heute als (unerfahrene) IP leichtsinnig einfach mal einen Artikel schreibt, dürfte kein Erfolgserlebnis haben. "Sei mutig" geht da schnell nach hinten los. Die vorsichtige IP klickt vielleicht auf "Hilfe" und befindet sich unversehens im Dschungel von Borneo. Fasst sie sich ein Herz, verlässt sie ihn unverzüglich wieder und geht ans Werk. Am nächsten Morgen ist das Werk weg. Was ist passiert? Sie wird es nicht herausfinden. Vielleicht hat der Rechner gesponnen, vielleicht hat sie auf den falschen Knopf gedrückt? Wenn sie sich im Dschungel auf die Spurensuche macht und fündig wird, findet sie vielleicht einen blöden Kommentar, aber keine echte Begründung, geschweige denn echte Hilfe. Und wer ist dieser arrogante Sack mit dem komischen Namen, der den Artikel gelöscht hat? Dumm gelaufen. Ich kann verstehen, wenn man nach so einer Erfahrung die Finger von der Wikipedia lässt. Beiträge zu schreiben scheint nicht zu funktionieren oder es kommt irgendeiner, den man nicht kennt, und löscht meinen Beitrag kurzerhand. Es ist unpopulär, aber inzwischen würde eine Anmeldepflicht für die Erstellung und Bearbeitung von Artikeln ein Segen sein. Nicht weil IPs verdächtige Gestalten sind, sondern weil man sie nicht ansprechen kann! Man kann ihren Artikel auch nicht auf eine Benutzerunterseite verschieben und diskutieren. Man kann ihr keine Ratschläge geben oder Unterstützung anbieten. Ist halt nur ne Nummer, die Unsinn geschrieben hat. Es wird immer wieder angeführt, dass IPs mehrheitlich gute Arbeit leisten. Das glaube ich gerne. Was ich nicht glaube, ist, dass eine Anmeldepflicht Leute, die gute Arbeit leisten wollen, von der Mitarbeit abhält. Das ist so ein gern gepflegter Mythos der Offenheit. Aber was nutzt der einer IP, wenn ihr in Unkenntnis ganz anderer Hürden ihre Beiträge unterm Hintern weggelöscht werden? Wir sollten uns da ehrlich machen: Wer mitmachen will, soll sich anmelden und bekommt eine taugliche (!) Kurzeinführung. Seine Arbeit wird gegebenenfalls nicht einfach gelöscht, sondern mit freundlicher Begründung in den Benutzerraum verschoben. Es wird Unterstützung angeboten im Dschungel. Dann kann das ja was werden. Bei IPs geht das alles nicht. Gruß, Rainer _______________________________________________ WikiDE-l mailing list [email protected] https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/wikide-l
