Leonard schrieb:
> Hallo Jan,
Morgen,
bevor ich auf eure Antworten eingehe, möchte ich erst mal erwähnen, dass ich
nicht prinzipiell gegen ein Wahlrecht ab Geburt bin. Aber ich denke, dass das
Wecken von Politikinteresse bei Jugendlichen (vorallem auch bei Mädchen) höhere
Priorität haben sollte, als das Umsetzen einer Absenkung des Wahlalters. Wenn
sich erstmal mehr Jugendlich für Politik interessieren, würde es sicherlich
auch leichter werden, so etwas umzusetzen.
> ich selber bin derzeit in der 9. Klasse eines Gymnasiums und kann dort
> ein recht ähnliches Politikinteresse meiner Mitschüler wahrnehmen.
> Wenn ich mich nicht täusche haben die Jupis derzeit kein genaues
> Konzept um das Politikinteresse von Jugendlichen zu stärken. Meine
> Versuche gehen meistens in die Richtung die Leute dazu zu bringen, sich
> selber darüber zu informieren was die verschiedenen Parteien für
> Programme haben und was sie so machen, um sich nicht ständig von der
> Presse blenden zu lassen, sondern die Informationen aus der Presse mit
> denen die man selber „recherchiert“ hat zusammenzuführen.
Wie versuchst du, die Leute dazu zu bringen, sich selber zu informieren? Wäre
so etwas nicht irgendwie auch auf überregionale Ebene übertragbar?
> Woran sollte man festmachen, ab
> welchem Zustand jemand das Recht haben sollte zu wählen? Wie du ja
> selber siehst gibt es durchaus jugendliche, die sich für Politik
> interessieren. Warum sollte man diese daran hindern mitzubestimmen?
> Warum sollte man überhaupt Bürger innerhalb einer Demokratie vom wählen
> ausschließen?
Wie gesagt bin ich ja ebenfalls der Meinung, dass man das Wahlalter senken
sollte. Dazu haben ich mir auch 2 der von die verlinkten Anträge durchgelesen.
Vielen Dank dafür. Sie waren sehr interessant.
Alex.ge schrieb:
> ganz schön spät, aber ich werde mich trotzdem um eine Antwort bemühen.
> Ersteinmal: Herzlich Willkommen hier im Forum (und bei den Jungen
> Piraten?).
Danke. Vorerst nur im Forum. Später eventuell auch bei den Jungen Piraten. (:
> Die Reaktion auf die Frage deiner Deutschlehrerin mag zwar schockierend
> sein, ist aber leider nicht überraschend. Rein rechnerisch sind es ja über
> 16% die sich für Politik interessieren. Übertrage ich das auf meine Stufe
> (12. Klasse/~120 Leute), merke ich, dass ich an offenkundlich politisch
> Interessierten Mitschülern nicht über 13% komme. Das mag zwar
> unrepräsentativ sein, aber ich vermute, dass es nicht allzu realitätsfern
> ist. Dass eine wesentlich größere Anzahl Wählen ginge, ist auch nicht
> überraschend, denn was ist einfacher: Sich täglich mit Politik zu
> beschäftigen oder einmal ein(ggf. mehrere) Kreuzchen zu machen? Vernünftig
> ist diese Frage selbstverständlich nicht, aber nicht alles im Leben ist
> Vernünftig.
Stimme dir voll und ganz zu.
> Der nächste Punkt, auf den Leonard auch antwortete, ist die Generierung
> von Politikinteresse bei Jugendlichen durch die Jungen Piraten. Ein extra
> Konzept oder einen Masterplan gibt es (noch?) nicht. Dabei handelt es sich
> um einen vielschichtigen Prozess und ich denke, dass die Jungen Piraten,
> wie jede andere politische Jugendorganisation, ein Interesse hat
> begleitend ein Interesse an der Politik zu mehren. Nun muss man eine Frage
> betrachten, die ich schonmal vor ein paar Wochen kurz Ansprach: Ob man
> Jugendliche durch Aktionen zu den Jungen Piraten und von den Jungen
> Piraten zur Politik bringt oder ob die Jungen Piraten Jugendliche nur
> durch Politik anziehen und man dann weiterschaut wie man Poltik gestalten
> kann. Im Moment ist es es letzteres und daher auch eher das "Ziel" der
> Jungen Piraten dieses Interesse am Leben zu erhalten und zu fördern. Ein
> Einstieg in die Politik kann oft über Peers geschehen. Eventuell tauchen
> in einem Gepsräch interessante Fragestellungen auf die politischer Natur
> sind oder man hat neugier zu schauen, was die Freunde politisch so machen
> und schaut es sich an und findet vielleicht sogar gefallen daran. Was mir
> spontan als wichtigster Punkt einfällt ist eine ständige Diskussion über
> politische Inhalte, anfangend mit denen, die den Personen nahe stehen und
> nicht als politische Inhalte wahrgenommen werden.
Hast du eventuell noch einen Link dazu, wo du das in den letzten Wochen schon
mal angesprochen hast?
Gibt es nicht noch andere Möglichkeiten Jugendlich auf Politik aufmerksam zu
machen?
> Eine andere Sache, die sich ebenfalls mit jungen Menschen beschäftigt ist
> die Vermittlung politischer Inhalte. Diese Sache ist nicht nur bei
> Jugendlichen ein Knackpunkt, sondern alle Parteien beschäftigen sich in
> jedem Wahlkampf (und hoffentlich auch dazwischen), wie sie ihre Positionen
> und Ideen dem Bürger näher bringen können. Ich denke nicht, dass es
> zwingend notwendig ist die Inhalte an Jugendliche anders zu kommunizieren,
> da ab einem gewissen Alter die Inhalte auf die gleiche Weise wie
> Erwachsene aufgegriffen werden. Eine anrgendere Darstellung könnte
> allerdings eher das Interesse wecken. Worauf ich hinaus will ist, dass die
> Inhalte und Zusammenhänge die gleichen sind, aber die Form variiren kann.
Ich denke schon, dass man politische Inhalte an Jugendliche anders vermitteln
sollte. Wenn wir Jugendlich uns "normale" politische Texte durchlesen, brummt
uns danach der Schädel. Sollte es doch verständlichere Texte geben, könnte es
ja sogar passieren, dass sich Jugendliche diese Texte freiwillig durchlesen. (:
> Über ein Wahlrecht für jüngere Mag man gerne streiten, besonders an dem
> Punkt, an dem es um die Altersgrenze geht, aber den Antrag zu lesen
> empfehle ich. Wenn dich das Thema interessiert kannst du dir ja gerne die
> Quellen und Verweise anschauen. Ich habe auch noch ein paar weitere Texte
> dazu gefunden allerdings geht das dann schon auf die 1000 Seiten-Text zu.
> Aber b2t: Ein Wahlrecht kann man nicht davon abhängig machen, ob sich die
> Leute informiert haben.
Hast du eventuell auch noch 2-3 "kürzere" Texte. 1000 Seiten sind mir dann doch
ein bssl. viel. :-D
> Viele Grüße
> Alex
VG Jan
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