Guten Abend,
ganz schön spät, aber ich werde mich trotzdem um eine Antwort bemühen.
Ersteinmal: Herzlich Willkommen hier im Forum (und bei den Jungen
Piraten?). In deiner Mail, Jan, sprichst du mehrere Punkte an, die ich
nacheinander thematisieren möchte.
Die Reaktion auf die Frage deiner Deutschlehrerin mag zwar schockierend
sein, ist aber leider nicht überraschend. Rein rechnerisch sind es ja über
16% die sich für Politik interessieren. Übertrage ich das auf meine Stufe
(12. Klasse/~120 Leute), merke ich, dass ich an offenkundlich politisch
Interessierten Mitschülern nicht über 13% komme. Das mag zwar
unrepräsentativ sein, aber ich vermute, dass es nicht allzu realitätsfern
ist. Dass eine wesentlich größere Anzahl Wählen ginge, ist auch nicht
überraschend, denn was ist einfacher: Sich täglich mit Politik zu
beschäftigen oder einmal ein(ggf. mehrere) Kreuzchen zu machen? Vernünftig
ist diese Frage selbstverständlich nicht, aber nicht alles im Leben ist
Vernünftig.
Der nächste Punkt, auf den Leonard auch antwortete, ist die Generierung
von Politikinteresse bei Jugendlichen durch die Jungen Piraten. Ein extra
Konzept oder einen Masterplan gibt es (noch?) nicht. Dabei handelt es sich
um einen vielschichtigen Prozess und ich denke, dass die Jungen Piraten,
wie jede andere politische Jugendorganisation, ein Interesse hat
begleitend ein Interesse an der Politik zu mehren. Nun muss man eine Frage
betrachten, die ich schonmal vor ein paar Wochen kurz Ansprach: Ob man
Jugendliche durch Aktionen zu den Jungen Piraten und von den Jungen
Piraten zur Politik bringt oder ob die Jungen Piraten Jugendliche nur
durch Politik anziehen und man dann weiterschaut wie man Poltik gestalten
kann. Im Moment ist es es letzteres und daher auch eher das "Ziel" der
Jungen Piraten dieses Interesse am Leben zu erhalten und zu fördern. Ein
Einstieg in die Politik kann oft über Peers geschehen. Eventuell tauchen
in einem Gepsräch interessante Fragestellungen auf die politischer Natur
sind oder man hat neugier zu schauen, was die Freunde politisch so machen
und schaut es sich an und findet vielleicht sogar gefallen daran. Was mir
spontan als wichtigster Punkt einfällt ist eine ständige Diskussion über
politische Inhalte, anfangend mit denen, die den Personen nahe stehen und
nicht als politische Inhalte wahrgenommen werden.
Eine andere Sache, die sich ebenfalls mit jungen Menschen beschäftigt ist
die Vermittlung politischer Inhalte. Diese Sache ist nicht nur bei
Jugendlichen ein Knackpunkt, sondern alle Parteien beschäftigen sich in
jedem Wahlkampf (und hoffentlich auch dazwischen), wie sie ihre Positionen
und Ideen dem Bürger näher bringen können. Ich denke nicht, dass es
zwingend notwendig ist die Inhalte an Jugendliche anders zu kommunizieren,
da ab einem gewissen Alter die Inhalte auf die gleiche Weise wie
Erwachsene aufgegriffen werden. Eine anrgendere Darstellung könnte
allerdings eher das Interesse wecken. Worauf ich hinaus will ist, dass die
Inhalte und Zusammenhänge die gleichen sind, aber die Form variiren kann.
Über ein Wahlrecht für jüngere Mag man gerne streiten, besonders an dem
Punkt, an dem es um die Altersgrenze geht, aber den Antrag zu lesen
empfehle ich. Wenn dich das Thema interessiert kannst du dir ja gerne die
Quellen und Verweise anschauen. Ich habe auch noch ein paar weitere Texte
dazu gefunden allerdings geht das dann schon auf die 1000 Seiten-Text zu.
Aber b2t: Ein Wahlrecht kann man nicht davon abhängig machen, ob sich die
Leute informiert haben.
Viele Grüße
Alex
--
Alexander Schilling
Beisitzer Junge Piraten e.V.
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