Hallo Andreas,
ich denke, Du solltest Dich nicht stellvertretend f�r ALLE
Konsumenten sehen. Die Beduerfnisse am Markt sind sehr
vielschichtig und nur durch Variation des einen oder anderen
Produktes gelingt es ueberhaupt, neue Zielgruppen zu erschliessen,
von denen vorher keiner etwas geahnt haette.
Beispiel Mikrowelle: Anfangs als Herd fuer faule Hausfrauen
verschrien, ist sie heute weit verbreitet, ohne dass jemand meckert.
Beispiel Arbeitsspeicher: Bill Gates sagte mal irgedwann: 4 MB
reichen bis ins naechste Jahrtausend oder so aehnlich. Heute laeuft
damit gerade noch eine Laserdrucker.
Beispiel Mode von Tommy Hilfiger usw.: Nur durch die
Markenmuedigkeit der Kids konnte dieser Mensch (?) erfolgreich
werden. Dass er heute selber eine Marke ist, ist Ironie des
Schicksals.
Was ich sagen will ist, wenn man nichts weiterentwickelt und Mut zu
Experimenten hat, auch wenn die Ergebnisse scheinbar (noch)
keiner braucht, hei�t dass nicht, dass sie in Zukunft keiner haben
will. Wenn der Mensch immer nur vorhandene Beduerfnisse
befriedigt haette, wuerden wir die IMAFDI heute auf Steintafeln und
mit 3 Wochen Verspaetung verteilen.
Viele Gruesse
Robert
From: "Andreas Frenko" <[EMAIL PROTECTED]>
To: [EMAIL PROTECTED]
Date sent: Tue, 22 Jun 1999 19:16:03 +0200
Subject: Re: [IMAFDI] Zukunftsprognose (war:Marketingkommunikation
viaForen/ VC etc.+ Cycosmos)
Send reply to: [EMAIL PROTECTED]
>
> Hallo Klaus und Liste,
>
> > Niemand
> > behauptet, dass sich irgendwer auf einem Handy einen Spiel-
> > film anschaut und ich weiss nicht, was Dich dazu verleitet,
> > zu glauben, dass es ueberhaupt einen Sinn machen wuerde,
> > Spielfime via Internet anzuschauen.
>
> Soweit mir erinnerlich, hattest Du im Ausgangsposting dies
> zumindest so aehnlich dargestellt. Von Spielfilmen sprachst
> Du nicht, aber von Websites betrachten mit "handy-
> aehnlichen Kleingeraeten". Und dies ist doch genau das
> Szenario, welches immer gemalt wird: Ein einziges Geraet
> von der Groesse eines Handys oder Palm Pilot, mit dem
> man ALLES macht: Fernseh gucken, Websites betrachten,
> Online-Banking, usw. Dies scheint mir jedoch weit her-
> geholt, da es der Konsument SO nicht braucht, bzw
> keinen Bedarf sieht.
>
> > Als ich mir vor 25 Jahren - damals fuer schweineteures Geld -
> > einen Anrufbeantworter gekauft habe, hat jeder gesagt, "Wat
> > willste denn damit". Ausserdem war das ein halber Schrank,
> > weil er aus einem Tonbandgeraet und einem separaten Schaltteil
> > bestand.
>
> Nicht vergleichbar. Ein Anrufbeantworter bietet fuer jeden einen
> erkennbaren Zusatznutzen. Deshalb hat sich diese Technik auch
> in fast jeden Haushalt verbreitet.
>
> > Die Akzeptanz kommt nicht dadurch, dass Leute etwas bewusst
> > kaufen sondern weil es einfach in Geraeten drin ist, die sie
> > sowieso erwerben (wollen). Geht natuerlich nicht von heute auf
> > morgen und manchmal muss auch nachgeholfen werden.
>
> Ja, aber es ist fraglich, ob sich die im Thread angesprochene
> Szenarien durchsetzen werden. Sehr fraglich. Ich bleibe dabei:
> Zum grossen Teil Fantastereien von Technikern und Markt-
> Strategen. Da wir in einer beduerfnisgesaettigten Gesellschaft
> (bzw. Markt) leben, muss man sich etwas neues einfallen lassen
> und vorhandenes mit fraglichen Nutzen "aufwerten".
>
>
> > 1957 waren
> > sowohl Autos wie auch Autoradios Luxus bzw. Luxuszubehoer. Heute
> > ist weder das Autor Luxusartikel sondern Gebrauchsgegenstand
> > und ein Auto OHNE Autoradio haette heute einen Mangel.
>
> Auch dieser Vergleich hinkt. S.o. zum Anrufbeantworter. Ein
> Autoradion bietet sehr wohl einen fuer breite Kreise wahr-
> nehmbaren Zusatznutzen.
>
> > > > Und wo ist eigentlich das Problem, so ein Kameramodul noch
> > > > zusaetzlich in einem Handy unterzubringen, das Handy per
> > > > Infrarot mit einem "Abspielgeraet" zu koppeln usw.
>
> Im fehlenden Konsumentenwunsch. Nochmals: Technische
> Machbarkeit impliziert nicht automatisch einen Wunsch
> der breiten Massen fuer derartige Produkte!
>
> > > Das will ich Dir sagen: in der ERGONOMIE!
> > > Nochmals: Technik hat nur dann Erfolg, wenn Sie dem Menschen
> > > entgegenkommt, nicht wenn Sie den Menschen zwingt, seine
> > > Gewohnheiten zu aendern ...
> >
> > wieso muss irgendwer was aendern? Solche Zusatzfunktionen
> > sind auf einmal in solchen Geraeten drin und dann werden
> > sie auch benutzt.
>
> Meiner Meinung nach werden Sie dies NICHT.
> Wer nutzt heute noch alle Funktionen seines Handys?
> Wer benutzt z.B. im Supermarkt den Taschenrechner,
> den einige Handy haben? Wer die Weckerfunktion?
>
> > Technisch ist das alles kein Problem mehr.
>
> Ja, TECHNISCH. Aber man darf nicht alles nur von der
> technischen Machbarkeit sehen. Der Markt entscheidet!
>
> Gruss,
> Andreas Frenko
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