Hallo Jörg,

ich kann nicht verstehen, dass Du Dich über die Machtfülle der
Entwickler beschwerst. Nur von ihrer Arbeit hängt doch fast alles andere ab.

Wenn nichts entwickelt wird, gibt es auch nichts zu testen, bzw. Testen
wird sinnlos, wenn die Entwickler nicht die Bugs fixen.

Wenn nichts entwickelt wird, gibt es auch nichts zu vermarkten.

Wenn nichts weiter entwickelt wird, kommt auch die Dokumentation
irgendwann an ihr Ende und braucht auch nichts mehr übersetzt zu werden.

Was bleibt, sind Support und Schulung, aber auch das wird dann mit dem
Laufe der Zeit merklich weniger und bedeutungsloser.

Also ist die Arbeit der Entwickler unentbehrlich, Basis der Arbeit der
Anderen und ihnen kommt daher das größte Verdienst zu. Ohne Entwickler
sind die meisten anderen schlicht überflüssig. Nur die Arbeit der
Entwickler ist fundamental.

Das gilt auch und erst recht für einen Fork,der seine
Daseinsberechtigung ja aus der Entwicklungsleistung bezieht, die ihn
anders als die Software des Ursprungsprojektes macht.

Entwicklern kommt somit das entscheidende Verdienst zu.

In einer Meritokratie haben sie daher auch über die Richtung des
Projektes entscheidend zu bestimmen. Es kann doch nicht hingenommen
werden, dass Leute, die weniger grundlegende Beiträge leisten,
grundlegende Entscheidungen gegen ihren Willen treffen können.

Also entscheiden letztlich die Entwickler, denn ohne sie ist das Projekt
nichts. Sie gilt es "bei Laune zu halten", denn ohne sie läuft nichts.

Dies gilt dann selbst für die Freigabe von Versionen. Sie bestimmen,
wann diese veröffentlichungsreif ist, denn bei Nichtveröffentlichung
könnten sie ja den Spaß an ihrer Arbeit verlieren, weil es am
Erfolgserlebnis mangelt.

Es kann daher keine Entscheidung gegen sie gefällt werden, denn
ansonsten könnten sie ja die Lust an der Arbeit verlieren und das würde
das Projekt existentiell gefährden.

Klar können die Marketingleute immer noch bestimmen, wie sie die
Leistungen der Entwickler der Öffentlichkeit nahe bringen. Auch in
Einzelheiten der Übersetzung müssen sie sich nicht einmischen, und das
Schreiben der Dokumentation ist schon gar nicht ihre Sache. Aber in
grundlegenden Fragen haben sie das Sagen.

Das gilt natürlich nur für die professionellen Entwickler, denn nur
diese sind wirklich unersetzbar. Für jemanden, der nur die
niedrighängenden Früchte erntet, findet man doch schnell Ersatz.

Also hat man die "Entwicklercommunity", von der wohl manche schon länger
geträumt haben. Die Entwickler brauchen dort nur noch auf ihre Kollegen
Rücksicht zu nehmen, denn als Kollektiv sind sie existentiell notwendig
und unersetzbar.

Klar müssen auch die bei Laune gehalten werden, die die weniger
grundlegenden Arbeiten erledigen. Das müssen aber nicht einmal die
Entwickler persönlich machen.

Rücksicht zu nehmen braucht man auf die anderen auch allenfalls nach dem
Grade ihrer Ersetzbarkeit.

Wer meint, dieser Text sei zynisch, der hat Recht.

Gruß
Michael


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