Hallo Allerseits, nachdem die Liste jetzt wieder zum Leben erwacht ist kann mir vielleicht einer bei einem Problem helfen. In meiner Jugend habe ich es für eine sinnvolle Idee gehalten Netzsegmente, in denen zwar IPv6-fähige Rechner (Server) angebunden sind aber nicht alle IPv6-Adressen erhalten sollen (und wenn dann statisch konfigurierte, kein stateless autoconfig) mit
interface Vlan123 ipv6 nd prefix default no-autoconfig zu konfigurieren (das setzt das Auto-Flag in der Prefix-Information auf 0). Die Systeme erhalten damit zwar eine Default-Route, aber keine Adresse. Wer IPv6 benutzen will holt sich eine Adresse und kann sofort loslegen. Nun mehren sich die Zeichen dass das doch keine so gute Idee war. Die von RA gelernte Default-Route "überstimmt" die vom Linux-Kernel standardmäßig angelegte unreachable default dev lo proto none metric -1 error -101 fragtimeout 255 Route, die bisher dafür gesorgt hat dass versehentliche Verbindungsversuche zu IPv6 sofort mit ENETUNREACH beendet und ein Fallback auf IPv4 durchgeführt wurde. Die dafür zuständige Reihenfolge der Adressen in einem getaddrinfo() scheint abhängig zu sein von der Kernelversion und/oder der glibc. Ich habe leider nicht allzu viele IPv6-fähige nicht produktiv IPv6-benutzende Rechner in der Umgebung. Bisher konnte ich feststellen SLES10 2.6.16.27-0.6-default glibc-2.4-31.2 IPv6 Ubuntu Edgy 2.6.19.1 libc6 2.4-1ubuntu12.3 IPv4 weiss einer genau von was das abhängt? Mein Problem liesse sich nun (mit etwas Arbeit) durch ipv6 nd suppress-ra beheben (die Default-Route müsste dann eben von Hand konfiguriert werden). Nun habe ich mich die letzten Tage ein wenig mit DHCPv6 beschäftigt. Wenn ich alles richtig verstanden habe hat DHCPv6 keine Möglichkeit ein Default-Gateway zu übertragen, die Routinginformation (im Gegensatz zur Adresskonfiguration) muss über andere Wege konfiguriert werden (eben stateless RA). D.h. ich komme nicht umhin diesen no-autoconfig Stunt auf allen Netzen zu benutzen auf denen ich IPv6-Adressen ausschließlich über DHCPv6 vergeben will, was je nach Mondstand Linux-Maschinen vor Probleme stellt. Ideen? Bernhard -- Bernhard Schmidt Netzplanung / IPv6 Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Boltzmannstr. 1 D-85748 Garching bei Muenchen Tel: +49 89 35831-7885 Raum I.2.071 [EMAIL PROTECTED]
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