Ich mache auch gleich mal den Anfang: Bei den JuPis halte ich eine Quote aufgrund unserer Ausgangslage nicht für sinnvoll. Sie würde dazu führen, dass so ziemlich alle auch nur annähernd aktiven Frauen zu einer Vorstandsposition gedrängt würden. Gleichzeitig müssten sich die Frauen, die sich aus freien Stücken um ein Amt bewerben, vorwerfen lassen, nur wegen der Quote gewählt worden zu sein.
In der Wirtschaft stellt sich die Situation für mich ganz anders dar. Was mit Frauenquote in einem Unternehmen meistens gemeint ist: So lange nicht ein bestimmter Prozentsatz der Positionen von Frauen bekleidet wird (das können 50%, aber auch deutlich weniger, sein) muss bei gleicher Qualifikation (also wenn die betreffende Bewerberin und der Bewerber die Anforderungen an die Stelle in vergleichbarem Maße erfüllen - bezogen auf Bildungsabschluss, Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen usw.) die Frau eingestellt werden. Wenn sich nur Männer bewerben oder wenn einer der Männer objektiv höher qualifiziert ist, kann der Mann trotzdem eingestellt werden. Dieses Modell finde ich sinnvoll, weil die Qualifikationen von Frauen selbst bei objektiver Gleichwertigkeit leider nachgewiesenermaßen niedriger bewertet werden. Bzgl. der Argumente für dieses Modell schließe ich mich Lena Rohrbach an, die das in ihrem Blog einmal gut erklärt hat, aber leider versäumt zu differenzieren, dass viele Piraten mit ihrer Ablehnung der Quote gar nicht die Wirtschaft meinen, sondern politische Ämter. Immer da, wo nicht eingestellt, sondern gewählt wird, gibt es ohnehin keine objektive Qualifikation und das System kann nicht analog angewandt werden. http://www.wider-die-windmuehlen.de/2011/06/3-piraten-missverstandnisse-zur-frauenquote/ Gruß, Julia -- /"\ Junge Piraten aktive Mailingliste \ / Globale Themen der Jungen Piraten X / \ http://lists.junge-piraten.de/listinfo/aktive
