hi Jörg,

ich habe Deine Ausführungen aufmerksam und Interesse gelesen.

Aus Deinen Ausführungen geht deutlich hervor, dass Du sehr an der Sache motiviert bist.

Ich schreibe hier mit, nicht um nieder zu reissen, sondern um zur Vorsicht zu mahnen. Es ist bei Gott nicht notwendig, dass Ihr die gleichen Erfahrungen machen müsst, die mir in meinem Leben mitunter begegnet sind.

Ich begrüsse jede Initiative, die das Ganze voran bringt. Auch abwegige Ideen sollten da Platz haben; mitunter ist gerade ein falscher Ansatz der Wegbereiter für ein grundsätzliches in Frage stellen des Bisherigen und so Antreiber für bessere Wege.

Jörg Schmidt schrieb:

ja, wenn man es nüchtern, und mit etwas 'Unterton', sagen will, trift das dem 
GRunde nach zu was hier steht

Leider ist es offensichtlich, dass eben nicht alle, auch hier
im Forum
nicht, nur aus eitler Freude mit tun.
Ich nehme an, dass an die 80...90% wirklich dadurch motiviert
sind, dass
das Ziel, die beste Office-Software zu erarbeiten, im
Vordergrund steht.
Aber was ist mit den Anderen? Welche Ziele verfolgen diese? Wie viele
Softwarefirmen, sind durch ihre Mitarbeiter (im Auftrag ihres
Arbeitgebers) hier vertreten?
Oh, ich glaube mit solchen Dingen wurde hier immer sehr offen umgegangen, es 
ist hier also z.B. bekannt wer für welche Fa. arbeitet.

Ich denk mir bei den Meisten trifft das zu. Nur ich war selber, auf eine etwas anderen Ebene, einmal genötigt den Hut zu nehmen, weil ich mich weigerte nach dem Willen des Geschäftsinhabers Konkurrenzwissen für unsere (Firma) Zwecke zu manipulieren. Interessant ist im Grunde nicht, wer für wen arbeitet, sonder wer im Auftrage wessen zu welchem Zwecke Einfluss nimmt!

Ich bin in solchen Sachen ohnehin Pragmatiker, so das ich Dir als 
Extrembeispiel sagen darf das wenn Microsoft seinen eigenen OOo-Fork eröffnen 
würde und diesen zu 60% Marktanteil führen würde UND dabei die Regeln achten 
würde die die OpenSource-Lizenz von OOo setzt (im juristischen wie in 
allgemeiner Zielrichtungsaussage) hätte ich nichts dagegen einzuwenden (außer 
das mir vielleicht 60%-Marktanteil problematisch erschienen weil sie so hoch 
sein könnten den Wettbewerb zu schwächen).

Dann wäre es evtl. sinnvoll, wenn Oracle daran mitarbeitet, eine
Rechtslage herbeizuführen, die auch für Oracle günstig ist.
Genau das
tut Oracle aber erklärtermaßen nicht.

Was erwartest Du?

Soll sich Oracle durch eigenes Mitwirken die Butter vom Brot klauen
lassen?
Also hierauf will ich Dir ganz eindeutig antworten.

Wir leben in Zeiten des Umbruchs und zwar nicht nur des des Umbruchs von OOo/LO 
den wir hier im Konkreten erleben, sondern die Softwarelandschaft insgesamt 
wandelt sich.

Dein Optimismus in Ehren!
Als in Frankreich die Revolution ausgerufen wurde, liberté - egalité - fraternité, war auch alles im Umbruch / hat das die Geier ferngehalten? -> Robes Pierre... die Revolution frisst ihre Kinder

Was ich aus der Geschichte sicher weiss ist die Tatsache, dass "die Menschheit nichts aus der Geschichte lernt".
So wenig wie vergleichsweise noch vor wenigen Jahren internationale 
Energiekonzerne den Versuch unternommen hätten zu glauben das die Zukunft in 
regenerativen Energien liegen könnte, so sehr erahnt auch heute jeder Öl-, 
Kohle- oder Atom-Anhänger, das genau das zukünftig der Fall sein wird. Und 
jeder der jetzt weitsichtig ist wird sich aufmachen um sich neue 'Territorien' 
zu sichern.

Ich bin in der Energieerzeugung beschäftigt, und enthalte mich deshalb als Partei diesem Thema.

Gleiches gilt für mich für OpenSource. OpenSource ist kein mildtätiges Almosen 
einiger Idealisten an den Rest der Welt, sondern eine Art Software zu machen, 
die zukünftig den Markt bestimmen wird.
Sich hier als Fa. zu engagieren ist also mitnichten eine Frage von Idealismus 
oder edlen Gefühlen, sondern zuallererst auch eine FRage des nüchternen 
Verstandes und Oracle täte deshalb gut daran sich zu engagieren.

Das ist das Stichwort - *den Markt bestimmen! *

In der Konkurrenz gibt es ein paar ganz einfache Regeln. Edle und Unedle.

A.    Besser als der Konkurrent
B.    Nicht so gut aber billiger
    B1    Reduzierung auf das Notwendige
C. Marktanteil durch Kundenmanipulation (Dazu gehört auch das Verpackungs- gebaren)
    C1.    Diffamierung des Konkurrenten
C2. Verbale Hervorhebung der eigenen Vorzüge (wahr oder unwahr je nach Kontrollinstanz) D. Bestechung von Grossanwender (Firmen, Detailverteiler, Politische Entscheidungsträger)
E.    Einflussnahme in Konkurrenzfirma
   E1    Sabotieren der Konkurrenz
        z.B. Abwürgen von Entwicklungen durch langwierige Gerichtsverfahren
F.    Aufkauf der Konkurrenz
.
Ich habe im Laufe der Jahre viele Betriebssysteme kennen gelernt. Gute und weniger gute. Es ist doch unbestritten, das MS nicht Marktlieder ist, weil ihr Produkt das beste ist, sondern indirekte Zwänge dazu geführt haben. Es ist doch nicht Bill Gates vorzuwerfen, dass die Konkurrenz geschlafen hat! Allen voran müsste hier IBM mit ihren Fehlentscheidungen genannt werden.

Nicht das beste Produkt überlebt, sonder das best vermarktete! -leider!
Andrés obiger Satz ist für mich deswegen doppelt richtig, denn genau die 
Aussage das Oracle durch sein Mitwirken eine für sich selbst günstige Position 
in der Foundation schaffen könnte ist schlicht richtig und nach Lage der Dinge 
ist nun zu erwarten das andere Firmen die Lücke füllen werden.

So viel Idealismus wird es in der Geschäftsführung nicht mal
ansatzweise geben. Dafür sind viel zu grosse Beträge geflossen! Die
Juristen von Oracle werden sich hüten auch nur einen Finger in diese
Richtung zu bewegen, sonst dürften die gleich den Hut nehmen müssen.
Das ist der Ansatz die Dinge nach Maßstäben der Vergangenheit zu beurteilen, 
vielleicht noch nach Maßstäben der unmittelbaren Gegenwart, die Zukunft wird 
andeers aussehen und die Zukunft wird, wie eigentlich immer, den Visionären und 
nicht kleinmütigen Krämern oder Juristen, oder von durch diese dominierten 
Firmen, gehören.

Die Massstäbe der Vergangenheit - ??? Na ja siehe oben.
Glaubst Du wirklich, dass die Geschäftswelt nach moralischen Erwägungen handelt. Die noch im überwinden begriffenen Bankenkrise lehrt mich hier etwas ganz anderes. Da wurden durch Manipulationen im grössten Stiele Tausende geschädigt und die Steuerzahler der betroffenen Länder bezahlen die Zeche via Staatliche Bankenrettungen! Wäre es die erste Krise dieser Art, wäre vielleicht Nachsicht geboten - nur die 30er Jahre haben das gleiche Schauspiel geboten.... und Schlagworte wie /eine solche Krise kann so nicht mehr auftreten/, da Vorkehrungen getroffen wurden, sind eben nichts anderes als Schall und Rauch.

Der Sinn meiner Rede ist:

Wie Ihr alle es auch anpackt - sichert Euch ab.

Ob Ihr eine Stiftung benutzt oder einen Verein, ob Ihr einen Verband anstrebt mit Landesvereinen.. was auch immer.

Vergewissert Euch, dass das Ganze in vertrauenswürdigen Händen liegt. Schlussendlich wird es auch hier um Geld gehen - Geld jedoch trägt in sich üble Früchte. Diese sollten wir nicht zu spriessen bringen. Die Rechtsform ist daher schon relevant!

Gruss Marino

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