Hallo Andreas, liebe Freunde
ich muss mich schon ein wenig wundern -
seid Ihr wirklich so Blauäugig oder ist es Euch einerlei was mit Eurer
Hände Arbeit geschieht?
Wie kommt Ihr bloss dazu zu glauben, dass die Initianten dieser "Fork"
oder was immer das ist, nur edle Ziele verfolgen. Sind alle diese
vertrauenswürdig, ich denke die Meisten sind es - aber alle (leider)
bestimmt nicht. Denkt daran, einer, am richtigen (falschen) Ort tätig,
kann genügen, um das ganze zum scheitern zu bringen.
Ich will hier niemandem irgend etwas unterstellen, ist auch schlicht
nicht möglich! Ich frage mich nur, welches Motiv den Einzelnen für sein
Tun antreibt. Aus meiner Lebenserfahrung weiss ich, dass es nicht mal
ausreicht eine Person persönlich zu kennen, um sicher zu sein nicht
betrogen zu werden. Die meisten Betrüger leben meist gleich nebenan,
nennen sich gute Freunde und sind dabei dich über den Tisch zu ziehen.
Leider ist es offensichtlich, dass eben nicht alle, auch hier im Forum
nicht, nur aus eitler Freude mit tun.
Ich nehme an, dass an die 80...90% wirklich dadurch motiviert sind, dass
das Ziel, die beste Office-Software zu erarbeiten, im Vordergrund steht.
Aber was ist mit den Anderen? Welche Ziele verfolgen diese? Wie viele
Softwarefirmen, sind durch ihre Mitarbeiter (im Auftrag ihres
Arbeitgebers) hier vertreten?
Nehmen wir mal an, dass das Ziel zu erreichen so weit fortgeschritten
ist, dass ooo - oder LibO oder noch anders, die meist angewendete
Office-Software ist. Glaub Ihr wirklich, dass die Geier ausbleiben und
von Ferne zusehen? So leid mir das Ganze tut - so wird es bestimmt nicht
kommen.
Als James Watt seine Dampfmaschine in die Welt setzte, hat er
anschliessend den Rest seines Lebens damit verbracht, die Urheberrechte
zu erstreiten. Historisch ist es noch heute ungewiss ob zu Recht oder
nicht. Als Otto den Verbrennungsmotor erfunden hatte, ist für ihn nicht
sehr viel übrig geblieben. Oder kennt Ihr ein Motorenwerk seines Namens?
Warum sitzen den in allen grossen Gesellschaften jene, die keine Skrupel
haben aus dem Wirken Anderer, Millionengehälter zu kassieren. Seid Ihr
wirklich überzeugt, dass die Menschheitsgeschichte in unserem Fall eine
Ausnahme macht?
Ich kann diese Hoffnung, so schön es auch wäre, leider nicht teilen.
André Schnabel schrieb:
In OpenSource Projekten wird dafür in der Regel der Begriff
"Meritokratie" benutzt (wird dabei aber etwas anders verstanden als
der klassische Begriff für Regierungsformen).
Meritokratie im Sinne Freier Software projekte meint, dass denjenigen
mehr Gewicht bei Entscheidungen gegeben wird, die bereits viel zum
Projekt beigetragen haben. Wie das konkret bei TDF aussehen soll, ist
gerade in Diskussion - wer das mitgestalten will, sollte sich am
Besten auf [email protected] einschreiben.
Klingt wirklich wunderschön - Meritokratie! Verdiente Herrschaft - nur
wann, wo und wie wird die Messlatte für diese Herrschaft(en) festgelegt?
Wer bestimmt welche Kriterien gewichtet werden? Sind das die
"verdienten" Gründer der Stiftung, die "verdienten" Finanziers der
Stiftung, die "verdienten" Programmierer des Forums? - ich weiss halt
nicht so recht...
Im Ansatz der Meritokratie stand einst der Gedanke, dass via
Intelligenz-Quotient gemessen werden könnte - als wenn die Intelligenz
für Ehrlichkeit ein Massstab wäre.... na ja - lassen wir das.
(Zu "[email protected]" möchte ich nur bemerken, dass es
mich unsympathisch erreicht, dass mich, bevor ich weiss mit wem ich es
zu tun habe, eine Spendenaufforderung auf der ersten Seite begrüsst! Es
ist mir schon klar, dass es ohne Finanzen nicht geht aber bitte nicht
gar so aggressiv! - /stört mich übrigens bei den meisten solche Seiten/)
Das auch OOo ist weitgehend meritokratisch organisiert (wobei
Teilprojekte sich auch anders organisieren können .. warum auch nicht).
Dann wäre es evtl. sinnvoll, wenn Oracle daran mitarbeitet, eine
Rechtslage herbeizuführen, die auch für Oracle günstig ist. Genau das
tut Oracle aber erklärtermaßen nicht.
Was erwartest Du?
Soll sich Oracle durch eigenes Mitwirken die Butter vom Brot klauen
lassen? So viel Idealismus wird es in der Geschäftsführung nicht mal
ansatzweise geben. Dafür sind viel zu grosse Beträge geflossen! Die
Juristen von Oracle werden sich hüten auch nur einen Finger in diese
Richtung zu bewegen, sonst dürften die gleich den Hut nehmen müssen.
Das Günstigste für Oracle ist doch sicher, dass Abspalt- oder Autonomie
-bestrebungen, in irgendwelche Richtung auch immer, versanden! So ist
gewährleistet, dass die Idealisten weiter gratis mitarbeiten.
mit desillusionierendem Gruss
Marino
---------------------------------------------------------------------
To unsubscribe, e-mail: [email protected]
For additional commands, e-mail: [email protected]