Hi,
Am 30.10.2010 10:38, schrieb Salvalaggio Marino:
OpenOffice.org ist war nie demokratisch. Soweit ich es empfangen
habe, war das auch nie ein Anspruch.
Aha - wie den sonst.
In OpenSource Projekten wird dafür in der Regel der Begriff
"Meritokratie" benutzt (wird dabei aber etwas anders verstanden als der
klassische Begriff für Regierungsformen).
Meritokratie im Sinne Freier Software projekte meint, dass denjenigen
mehr Gewicht bei Entscheidungen gegeben wird, die bereits viel zum
Projekt beigetragen haben. Wie das konkret bei TDF aussehen soll, ist
gerade in Diskussion - wer das mitgestalten will, sollte sich am Besten
auf [email protected] einschreiben.
Das auch OOo ist weitgehend meritokratisch organisiert (wobei
Teilprojekte sich auch anders organisieren können .. warum auch nicht).
Allerdings hat Sun / Oracle an diversen stellen eine exclusivstellung,
die nicht allein auf geleisteten Beiträgen basiert (die anerkanntermaßen
sehr groß sind) sondern darauf, dass Oracle z.B. allein über
weiterverwendung von Codebeiträgen außerhalb der Lizenzen oder über den
Verwendung des Namens oder des Logos entscheiden kann (und Oracle hat in
letzter Zeit auch belegt, dass diesbezügliche Entscheidungen auch gegen
den Willen bzw. ohne Rückfrage eines Großteils der Community getroffen
werden).
Soviel mir bekannt ist, ist jede eingetragene Gesellschaft oder Stiftung
gehalten die Gesetzte des jeweiligen Landes anzuwenden. Im
deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) sind das
durchwegs Demokratien bez. Republiken. So unterliegen diese, im
jeweiligen Land eingetragenen Gesellschaften (GmbH, Comp. Aktien-),
Vereine, Verbände, Stiftungen auch diesen Strukturen.
Hier liegt ja auch die Krux.
Nein - da liegt keine Krux .. bzw. ist sie nicht so groß, wie du evtl.
annimmst. Natürlich muss eine juristische Person nach außen den lokalen
Gesetzen folgen, wie das im Innenverhältnis geregelt wird, ist aber
weitgehend frei.
Oracle z.B. als heutige Besitzerin ist selber auch diesen Grundsätzen
unterworfen. Wenn diese nun die Rechte an die Stiftung übertragen
sollte, so muss dazu klar sein, wie dort die Rechtslage ist.
Dann wäre es evtl. sinnvoll, wenn Oracle daran mitarbeitet, eine
Rechtslage herbeizuführen, die auch für Oracle günstig ist. Genau das
tut Oracle aber erklärtermaßen nicht.
Gruß,
André
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