Am 15.10.2013 17:21, schrieb Aran:
Das ist aber bei den JuPis als POLITISCHE Organisation
explizit NICHT der Fall.

Das sehe ich anders. Die Frage ist nämlich was wir politisch darstellen wollen.
1. Reproduzieren wir Bilder als politisch aktive Menschen und
2. Sind auch Politker Menschen mit Macht auch bei den JuPis
Ein JuPi-Vorstand spricht für die JuPis. Nicht für die Bundesrepublik Deutschland. Dann müsste der JuPi-Vorstand nämlich auch Nazis repräsentieren. Oder anderes, vom JuPi-Leitbild nicht gedecktes Gedankengut.

Versteh(t) mich nicht falsch, wir sollten auf jeden Fall (weiter) dafür eintreten, dass Frauen als die Gruppe "Frauen" in dieser Gesellschaft angemessen (d.h. gleichstark) repräsentiert werden. Ich bin aber mal in eine Partei und in eine Jugendorganisation eingetreten, die der Ansicht war, dass es die Gruppen "Frauen" und "Männer" (etc.) garnicht als genau nach diesem Merkmal getrennte Gruppen geben sollte.

Und genau das sollten wir bei den JuPis meiner Meinung nach leben: Anstatt die durch Geschlecht definierten Gruppen als solche zu zementieren, indem wir sie in unserer Satzung festschreiben, sollten wir der Gesellschaft (und uns) beweisen, dass es auch ohne Quote eine angemessene Repräsentation geben kann.

Und nochmal: Das bemisst sich nicht nach der Verteilung in der Gesamtgesellschaft, sondern nach der Verteilung innerhalb der JuPis.

Alle Gleichberechtigung geht davon aus, dass Talente, Fähigkeiten, Intelligenz, was-auch-immer in der Gesellschaft normal verteilt (Gauß'sche Glockenkurve, anyone?) sind und dass jemand mit Titten nicht dümmer ist als jemand mit Schwanz und umgekehrt. Wenn aber UNABHÄNGIG VOM GESCHLECHT die Fähigkeiten normal verteilt sind, dann werden auch die Vorstandsposten normal verteilt werden. In einer Organisation, in der die Mitgliederverteilung nach Geschlecht aufgeteilt nicht im 50/50-Verhältnis stehen, werden dann logischerweise auch die Vorstandsposten nicht im 50/50-Verhältnis verteilt, sondern anders, WEIL EBEN NICHT GENUG Frauen (in unserem Beispiel) da sind.

Ich wage ernsthaft zu bezweifeln, dass Frauen durch eine Quote nicht angelockt werden, sondern dass die Probleme eher woanders liegen.

Ich frage mich auch, warum so unfassbar umfangreich über das Für und Wider einer Quote geredet wird, wenn a) andere, ggf. weniger invasive Mittel nicht ausprobiert wurden (danke, Yuri) und b) gleichzeitig explizit NICHT darüber geredet wird, wie wir das Klima innerhalb der JuPis für Frauen gezielt verbessern können. Wenn's nur die Quote wäre, dann wären wir ja fast ein Paradies, aber irgendwas sagt mir, dass da mehr ist. Vielleicht sollten mal gezielt Frauen gebeten werden, hier ein paar Probleme zur Sprache zu bringen, die dann gelöst werden können?

Und zum Argument "Schadet ja nichts": Doch. Schadet. JEDE zusätzliche Regel ist eine Regel, die Bugs provoziert komma immer. In meiner sonst begrenzten Weisheit kenne ich mich was "Regeln" ausgeht, sogar ein bisschen aus. Und der beste Bug ist der, den man nicht schreibt. Anders: Perfektion ist nicht, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern, wenn man nichts mehr wegnehmen kann (frei nach Antoine de Saint-Exuperie).

Aber wahrscheinlich ist meine Annahme, dass das Geschlecht keine Auswirkungen auf Fähigkeiten einer Person hat, grundfalsch und die hiesigen Befürworter der Quote halten wahlweise Männer oder Frauen für signifikant dümmer als die jeweils anderen. Anders kann ich mir das langsam nicht mehr erklären…

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