Hallo Herr Graubner,

> > >Vielleicht ließe sich bei Transparenzen und ähnlichen
> > PS-Spezialitäten
> > >ein Unterschied finden.
> >
> > Transparenzen gibt es in PostScript nicht.
>
>In EPS-Dateien wohl schon ("Illustrator 9 native and Illustrator 9 EPS files
>let you use Illustrator 9 to inspect and adjust the flattening settings for
>optimal output from all applications that can read and print these
>formats.",
>http://www.adobe.com/products/postscript/pdfs/TransHowToGuide1.pdf -- um die
>"flattening settings" [deutsch wohl die
>"Transparenz-Reduzierungseinstellungen"] noch sinnvoll verändern zu können,
>müssen die "live"-Transparenzen noch vorhanden sein), und nach meinen
>Recherchen können scheinbar selbst PS-Drucker mit Version 3015/3016 und
>höher "live"-Transparenzen verarbeiten (als die noch "unreduzierten"
>Transparenzen).

1. Illu schreibt EPS-Dateien (bearbeitbare 
EPS-Dateien) mit speziellem AI-Code, daß ist kein "normales" PostScript.
Wenn eine solche EPS-Datei aus Illu als echtes 
(nicht-bearbeitbares) EPS gespeichert wird, ist 
die Datei anschließend in AI deutlich 
eingeschränkt bearbeitbar, da bspw. Transparenz-Infos fehlen.
AI ab v10 schreibt nur noch spezielles AI-PDF.

2. Flattening bedeutet nicht nur 
Transparenzreduzierung, sondern steht auch für 
die Verflachung von Kurven, d.h. eine 
Bezier-Kurve wird auf die tatsächlich benötigte 
Druck-Auflösung verflacht (flattened). Und die 
"flattening settings" sind Werte, die diese Kurven-Verflachung steuern.

3. Transparenz ist nicht gleich Transparenz.
Wie sprechen hier von echten transparenten 
Objekten im PDF, die auch noch bearbeitbar sind. 
Solche Objekte sind in PostScript nicht abbildbar.
Transparenzen in Form von Alpha-Masken, 
transparent gestellten Hintergründen in TIF etc. 
sind etwas gänzlich anderes. Diese gibt es in PostScript.

>Damit könnten aber genau Transparenzen (und ähnliche Features, die EPS/PDF
>zwar kennt, nicht aber der Drucker) das Problem für den
>Distiller-Druckertreiber sein:

Nein.

>Seit Acrobat Version 5 kann PDF
>"live"-Transparenzen verarbeiten,

PDF kann Live-Transparenz enthalten, PostScript nicht.
Einer der Gründe, weshalb Live-Transparenz aus 
InD, AI, PS _ausschließlich_ auf dem Wege der 
_direkten_ PDF-Erzeugung in eine PDF-Datei gelangen kann.

>also wird der Distiller-Druckertreiber bei
>Ziel PDF-Datei diese aus den EPS-Dateien nicht entfernen.

Da die relevanten Daten in der EPS-Datei keine 
PDF-Live-Transparenz enthalten können (AI packt 
diese Info als spezielle AI-Kommentare in das EPS 
und diese Kommentare werden vom Druckertreiber 
und vom Distiller ignoriert), gibt es nichts zu entfernen.

>Soll der
>Distiller-Druckertreiber jedoch eine "gewöhnliche" PostScript-Datei
>schreiben,

PostScript ist gleich PostScript, lediglich 
aufgrund des Levels gibt es Unterschiede (ich 
lasse die Erzeuger-Spezialitäten - bspw. AI, Macromedia, Corel - außen vor).
Der Distiller wird prinzipiell mit denselben 
PostScript-Daten/-Befehlen gefüttert, wie jeder andere PS-Drucker auch.
Deshalb ist es ja möglich, mit Hilfe eines 
Brother-, HP-, Lexmark-Treibers eine PS-Datei zu 
erstellen, die dann vom Distiller in eine PDF-Datei gewandelt wird.

>so untersucht er die EPS-Dateien auf mögliche Inkompatibilitäten
>in Bezug auf die Ausgabe auf einem Drucker und würde gegebenenfalls die
>EPS-Dateien entsprechend anpassen (und nicht einfach durchreichen). Dieser
>Prüfprozess ist es, der zu den wesentlich verlängerten PS-Generierungszeiten
>führt.

Der Treiber kann nicht prüfen.
Der Treiber erzeugt aus den von der Software 
angelieferten Daten ein PostScript-Datei, auf 
Grundlage des PS-Befehlssatzes und der speziellen 
Befehle aus der festgelegten PPD. Mehr nicht.
Deswegen ist es ja möglich, eine fehlerhafte 
EPS-Datei in die PS-Druckdatei zu "schreiben".
Diese EPS-Datei führt erst beim Verarbeiten im 
Drucker bzw. im Distiller zu einer Fehlermeldung.

>Um diese Theorie zu überprüfen, müsste also mal einer der listigen
>Spezialisten, der die aktuellen Adobe Grafikprogramme hat, eine EPS-Datei
>mit Transparenzen erstellen und diese via FM und Distiller-Druckertreiber
>als PS-Datei drucken und als TPS-Datei via "Speichern unter" ausgeben
>lassen. Diese beiden Dateien müssten Unterschiede zeigen -- im Gegensatz zu
>den

Nicht möglich, s.o.

> > Befinden sich in der Ausgangsdatei transparente
> > Bereiche, müssen diese von der Anwendung selbst
> > vor dem Drucken in eine PS-Datei "flachgerechnet" werden.
>
>Eben, aber nicht bei Ziel PDF-Datei.

Doch, auch dann.
Sobald der Zwischenschritt über eine 
PostScript-Druckdatei gegangen wird, wird Live-Transparenz flachgerechnet.

> > >Trotzdem unverständlich, denn der
> > >Distiller-Druckertreiber weiß doch eh nicht, wofür die PS-Datei
> > >tatsächlich gebraucht wird, weshalb also die potentiellen
> > >Veränderungen?
> >
> > Welche Veränderungen meinen Sie?
>
>Die bislang gesuchten (potentiellen) Veränderungen an der Ausgabedatei, die
>die Ursache für die unterschiedlichen "Druck"-Zeiten sind, um die es in
>diesem Thread geht. Und die vermute ich z.B. bei Transparenzen. -- Wenn in
>der Quelle keine Transparenzen etc., dann auch keine Unterschiede in der
>Ausgabedatei.

?
Verstehe ich nicht.
In den Dateien von Hr. Müller-Hillebrand waren wohl keine Transparenzen.
Beide Dateien - auch bei meinem Test, ohne Transparenzen - waren identisch.

Also wie lautet Ihre Vermutung, wenn 
Transparenzen nicht die Ursache sein können?

Grüße
Stephan Will

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