Hallo Herr Graubner,

> > Also wie lautet Ihre Vermutung
>
>auch nach Ihren Erklärungen lautet diese: Der Distiller-Druckertreiber
>unterscheidet zwischen einer PostScript-Datei, die er anschließend an den
>Distiller übergibt (das heißt, aus der PDF erzeugt wird), und einer, die er
>ohne Informationen über die weitere Verwendung erstellt (bei der er den
>anschließenden Druck vermutet).

ich kenne keine Software, die Vermutungen anstellt.

>Im ersten Fall übergibt er die in der Quelle
>enthaltenen EPS-Dateien ungeprüft und unverändert an die PostScript-Datei
>(und damit an den Distiller), im zweiten untersucht er die EPS-Dateien in
>einem zeitraubenden Prozess -- um gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen.

Da als Ziel-Drucker sowohl bei Hr. 
Müller-Hillebrand wie auch bei meinen Tests der 
"Adobe PDF"-Drucker - mithin also der Distiller - 
angegeben war, hätte es nach Ihrer Vermutung das 
Problem nicht geben dürfen. Oder?

>Transparenzen und andere Funktionen, die von PS-Druckern nicht verarbeitet
>werden können (zur Zeit, als der Distiller Version 5 heraus kam, nicht
>verarbeitet werden konnten), wären für diese Prüfungen der wahrscheinlichste
>Kandidat.

Live-Transparenzen können bis heute - von ganz 
wenigen Ausnahmen abgesehen - von keinem Drucker/RIP verarbeitet werden.
Erst jetzt fangen die Drucker-/RIP-Hersteller an, 
diese Funktionen zu unterstützen. Allerdings als PDF-Druckengine implementiert.

Ich darf zitieren:
"All transparency must be flattened
The Adobe PostScript® language does not support 
Adobe’s transparency in native device-independent format. For
this reason, PostScript desktop printers, Adobe 
PostScript Level 2 high-end printers, and most Adobe PostScript 3
high-end production devices and RIPs cannot 
accept and process “live” transparency information on the fly."

Aus 
<http://www.adobe.com/products/postscript/pdfs/TransHowToGuide1.pdf> 
Seite 4 bzw. 8/39

Deshalb gibt es keine Live-Transparenz in PS-Files, nicht einmal aus InDesign.

>Vielleicht fasse ich mal die Erkenntnisse zusammen, die Sie, ich und andere
>in der Liste als gesichert herausgefunden haben:
>1 ++  Der Distiller-Druckertreiber braucht teilweise und abhängig von der
>Art, wie er aufgerufen wird, unterschiedlich lange für (scheinbar) dieselbe
>Aufgabe

ack

>2 ++  Keine zeitlichen Unterschiede sind für Quelldateien feststellbar, die
>keine EPS-Dateien verlinkt oder eingebettet haben

Nicht richtig, da auch bei Verwendung von 
TIF-Bildern der Druckertreiber etwa doppelt solange braucht.

>3 ++  Werden die FM-Dateien "gedruckt", dauert insbesondere das "Drucken"
>jener Seiten besonders lange, auf denen EPS-Dateien verlinkt/eingebettet
>sind. Dieses "Stottern" ist nicht erkennbar, wenn die FM-Dateien "als PDF
>gespeichert" werden.

Habe ich so noch nicht festgestellt, aber auch noch nicht darauf geachtet.

>4 ++  Der Distiller-Druckertreiber verursacht beim "Drucken" eine deutlich
>höhere Prozessorlast als beim "Speichern als PDF"

Spielt das eine Rolle für die Dauer des Druckens?

>5 ++  Wird mit einem anderen PS-Druckertreiber als dem
>Distiller-Druckertreiber gedruckt, wird die PS-Datei in ungefähr derselben
>Zeit erstellt, wie der Distiller-Druckertreiber zum Schreiben der
>(T)PS-Datei beim "Speichern als PDF" benötigt

ack

>6 ++  Es kann ausgeschlossen werden, dass die zeitlichen Unterschiede mit
>Verzögerungen beim Schreiben ins Dateisystem zusammenhängen

ack

>7 ++  Es kann ausgeschlossen werden, dass Virenscanner und andere Prozesse,
>die Dateien beim Schreiben ins / Lesen vom Dateisystem, analysieren, die
>Ursache für die zeitlichen Unterschiede sind

ack

>8 ++  Die vom Distiller-Druckertreiber erzeugte (T)PS-Dateien waren bei den
>bisherigen Versuchen mit "einfachen" verlinkten/eingebetteten EPS-Dateien
>identisch, unabhängig ob sie "gedruckt" oder "als PDF gespeichert" wurden.
>Es hat noch keiner eine komplexe EPS-Datei getestet.

Woher wissen Sie das?

>Es mag nach einer müßigen akademischen Aufgabe klingen, die Ursachen für
>diese Zeitunterschiede herauszufinden.

Finde ich nicht.
Ich will so etwas immer wissen. :-)

>Tatsächlich aber produziere ich
>PDF-Dateien sowohl für die Online-Darstellung als auch für den Ausdruck
>(durch den Kunden). Wenn meine Vermutung stimmt, dass die EPS-Dateien
>geprüft und gegebenenfalls verändert werden, wäre dies bei der Erstellung
>der PDF-Dateien abhängig von ihrem Zweck zu berücksichtigen.

Ja.

>Dann wäre es
>für zu druckende PDF-Dateien trotz der längeren Verarbeitungszeit eventuell
>sinnvoll, diese aus FM zu "drucken" und nicht "als PDF zu speichern" (oder
>die Anpassungen, die der Distiller-Druckertreiber vornimmt, müssten
>anschließend in Acrobat manuell angestoßen werden).

Je nachdem.

>Sie lehnen zwar meine Überlegungen rundheraus ab, aber ich habe bislang
>keine andere, in Tests noch nicht widerlegte Vermutung über die Ursachen der
>zeitlichen Unterschiede gelesen.

Mein Hintergrund zur "Ablehnung":
Ich weiß, daß PS kein Live-Transparenz unterstützt.
- Ich habe ca. 7Jahre freiberuflich für Adobe im 
PDF-/DTP-Bereich gearbeitet und habe so auch direkte Infos erhalten.
- Darüberhianus habe ich diese Infos auch von 
Robert Zacherl und Dov Isaacs. Ich nehme an, diese Namen sind ein Begriff.

Ergänzung:
Ich habe nochmal getest und folgendes festgestellt:
- Sichern als PDF: Dauer bis TPS = 30 Sek.
- Drucken in Datei MIT aktiviertem "Acrobat-Daten generieren" = 50 Sek.
- Drucken in Datei OHNE aktiviertes "Acrobat-Daten generieren" = 30 Sek.

Das würde Sinn machen, da das Generieren der 
Acrobat-Daten (Lesezeichen, Hyperlinks, TaggedPDF 
etc.) zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt.

Herzliche Grüße
Stephan Will 

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