Hi,
Jörg Schmidt schrieb:
Für die Entwickler (und anwender) von Drittaplikationen, die
OOXML-Filter implementieren, ergibt sich nun folgendes Problem:
Na exakt - ist so ähnlich wie bei Koffice/OOo/...Office - schreibe ich
nun als Drittanbieter ODF-Dateien die völlig mit KOffice oder völlig mit
OOo harmonieren.
Falsch:
Die Situation bei ODF ist, dass die genannten Applikationen dieses
(noch) nicht vollständig implementieren.
Das Problem von OOXML ist, dass die einzige Software, die als Referenz
relevant ist (MS Office 2007) noch über den Standard hinausgehende
Informationen in die Dateien schreibt. Zusätzlich werden interne
Formateverwendet, die bereits jetzt im Standard als "veraltet"
gekennzeichnet sind. Lt. OOXML-Standard muss man diese nicht
implementieren, um Standardkonform zu sein.
Selbst eine vollständige Implementierung des Standards wird keine
Kompatibilität zu MS Office 07 Dateien bringen.
Beides gleichzeitig geht nicht.
technisch wohl schon - ich glaub zumindest OOo beherrscht ODF *und* die
ursprünglichen nicht standardisierten XML-Formate und reichlich
properitäre Formate und alles in einem Programm
Korrekt, aber sind es eben zwei verschiedene Formate: ODF und
OpenOffice.org (1.x) XML.
Im Falle von OOXML wird man nur von einem Format sprechen: OOXML.
Für den regulären Anwender ist es unerheblich, was im ECMA-Standard
steht, denn er will MSOffice-07 Dateien verarbeiten.Ok, man könnte zwei
dateiformate "OOXML, ISO" und "OOXML, MS Office 07" implementieren ...
theoretisch möglich, praktisch dürfte die Entwicklung längerdauern, als
MS das Format in Ofice 07 ändert. Dummerweise ist genau das aber das,
was für die meisten Anwender relevant ist. MAn muss sih also mit diesem
befassen und kann nur schwerlich den Standard implementieren.
ja eben ... und alles was man an machen Stellen hört klingt so als wäre
die rein properitäre doc-Welt (die wir immer bekämpft haben) nun nahezu
das kleinere Übel.
Nur weil die Dokumentationen vrefügbarsind, macht doc nicht zu einem
offenen Format. Es ist ein offengelegtes Format, für welches es ein
Versprechen gibt, dass es implementiertwerden darf - ein Offenes Format,
für das es eine offenen Prozess oder gar eine offene / freie Lizenz zur
verwendung der Dokumentation gibt, ist es nicht.
Warum ich hier so kleinlich bin? MS kann z.B.jederzeit die
Dokumentationen wieder "wegschliessen" - Da niemand das Recht, diese
weiterzuverbreiten, ist dann schluss mit der Offenheit.
Wir sollten uns auf unsere Arbeit konzentrieren, die große (bei der
OASIS, bei der ISO, in der Öffentlichkeit, ...) und die Kleine - nur wir
sollten das tun ohne uns noch 2 Jahre gegenseitig neue Strohhalme
zuzuwerfen an denen OpenXML doch noch scheitern könnte. OpenXML ist
derzeitig eine Tatsache und wie sich MS wirklich verhält wird die
Zukunft zeigen.
Dass OOXML eine Tatsache ist, stmmtallerdings - das ist nun mal so. Wie
sich MS in solchen Fällen verhält hat die Vergangenheit schon
häufiggezeigt (und ich glaube nicht, dass sich etwas grundlegendes daran
ändert).
und das nicht etwa weil ich hier die mögliche Einflussnahme von MS
bemühe, sondern weil selbst der ungünstigste Fall (Die ISO hätte OpenXML
den Standard verweigert) auf mittelfristige Sicht längst nicht dazu
geführt hatte das ODF automatisch den Markt beherrscht hätte oder MS
untergegangen wäre. Wir hätten kämpfen müssen und wir müssen kämpfen um
ODF (oder allgemein den Gedanken der dahintersteht) durchzusetzen und
darauf sollten wir uns konzentrieren.
Dazu gehört es aber auch, die Nachteile und das Kleingedruckte von OOXML
zu kennen ;)
André
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